Oldenburg - So ganz hat sich Fuat Kilic noch nicht an den Winter in Oldenburg gewöhnt. „Das ist echt kalt hier im Norden. Mit dem Wind und den Temperaturen ist es aktuell heftig auf dem Trainingsplatz“, sagt der im türkischen Gümüşhane (liegt in Anatolien) geborene Trainer des VfB Oldenburg, der einige Tage des Winterurlaubs zuvor noch im warmen Barcelona verbracht hatte – und scherzt im Gespräch mit unserer Redaktion: „Ich spüre vor allem die Füße, aber auch da versuchen wir, eine Lösung zu finden.“
Lösungen in Defensive
Lösungen finden – genau dafür ist Kilic im September zurückgekommen an die Hunte. Kurzfristig – das zeigt seine Bilanz – hat er das getan. Sechs Siege, drei Unentschieden und nur eine Niederlage (0:2 gegen Holstein Kiel II) stehen in seiner Statistik. Seit acht Partien ist der VfB in der Regionalliga Nord unbesiegt. Aus einem verunsicherten, defensiv anfälligen Drittliga-Absteiger formte Kilic in wenigen Wochen ein Team, das vielleicht doch noch um den Meistertitel mitspielen kann. „Wir haben eine sehr gute defensive Stabilität erreicht, das steht außer Frage. Das wollen wir beibehalten und uns noch verbessern – Luft nach oben gibt es immer“, sagt der 50-Jährige mit Blick auf die Rückrunde.
Lösung in Offensive
Und so sucht er seit Montag in seiner ersten Vorbereitung, die er mit dem VfB absolviert, nach weiteren Lösungen, die Mannschaft zu stärken. „Wir wollen unser eigenes Spiel noch mehr forcieren. Wir dominieren oft, da haben sich die Gegner drauf eingestellt. Sie wollen über das Umschaltspiel nach unseren Ballverlusten kommen. Dann gilt es, nicht in Konter zu laufen, da hatten wir Momente, in denen das Positionsspiel nicht gut war“, nennt der Coach seine Ansatzpunkte, an denen er in den kommenden Wochen feilen will. Offensiv gehe es zudem darum, „beim Herausspielen unserer Chancen noch klarer zu sein, die finalen Pässe besser zu spielen und mehr zum Abschluss zu kommen.“
Lösungen bei Steuerung
Auf der Suche nach der richtigen Trainingssteuerung lautet Kilic’ Lösung indes: „Der 27. Januar ist unser Ziel, bis dahin wollen wir soweit sein, um – wahrscheinlich – in Kiel ein gutes Spiel zu zeigen.“ Hintergrund ist der, dass der Norddeutsche Fußball-Verband immer noch nicht die Nachholspiele angesetzt hat, was bei vielen Clubs auf Unverständnis stößt. Einiges spricht aber inzwischen dafür, dass der VfB nicht wie ursprünglich geplant am 11. Februar beim SV Meppen in das Pflichtspieljahr 2024 startet, sondern bereits zwei Wochen vorher mit dem Auswärts-Nachholspiel bei Kilia Kiel, das auf Kunstrasen ausgetragen werden würde.
Am ersten Februar-Wochenende könnte dann das im Dezember ausgefallene Heimspiel gegen den TSV Havelse nachgeholt werden. Es sei alles etwas „undurchsichtig“, weil die Termine nicht offiziell seien, sagt Kilic, und muss deswegen umdenken: „Wir haben nicht so viel Zeit, wie wir eingeplant hatten. Wir können also nicht zu viel herumexperimentieren in den Testspielen, sondern müssen gucken, dass wir schnell zueinander finden. Ich will sehen: Wer ist bis zum 27. Januar richtig bereit und fit? Ich muss aber sagen: Die ersten Tage waren sehr positiv, die Jungs haben gut gearbeitet und sind gut drauf.“
Lösungen auf Markt
An diesem Samstag (14 Uhr) bei Preußen Münster und am darauffolgenden Samstag bei RW Oberhausen (14 Uhr) steigen voraussichtlich die einzigen beiden VfB-Testspiele dieser Wintervorbereitung. Bis zum ersten Pflichtspiel wollen Kilic und Sportleiter Sebastian Schachten dann auch noch eine Lösung auf dem Transfermarkt gefunden haben. „Es ist schon so, dass ich gern in der Breite etwas besser aufgestellt wäre. Da müssen wir schauen, was realisierbar ist. Wir beobachten den Markt, aber ich habe auch nicht das Bedürfnis alles auf den Kopf zu stellen: Die Jungs haben das super gemacht, seitdem ich da bin“, sagt Kilic. Vor allem links hinten, wo Justin Plautz (Syndesmosebandriss) noch wochenlang fehlen wird, sucht der VfB nach einer Verstärkung.
