Oldenburg - Niederlagenserie beendet, mit einem direkten Konkurrenten gleichgezogen und als einziges Team im Tabellenkeller der 3. Liga an diesem Spieltag gewonnen: Der neue Cheftrainer Fuat Kilic hat mit dem VfB Oldenburg einen Traum-Einstand gefeiert. Am Mittwochabend besiegte der VfB nach zuvor fünf Niederlagen in Serie Borussia Dortmund II mit 2:1 (1:1). Oldenburgs Matchwinner war der erst kurz zuvor eingewechselte Ayodele Adetula, der nach einem Konter mit einem abgefälschten Schuss zum vom Großteil der 1268 Zuschauer in der VfB-Ausweicharena in Hannover umjubelten 2:1 in der 87. Minute traf.
Die Führung des Startelf-Debütanten Linus Schäfer (8. Minute) hielt nur kurz, Falko Michel glich für den BVB aus (17.). Obwohl VfB-Torwart Sebastian Mielitz in der 43. Minute einen Foulelfmeter von Antonios Papadopoulos parierte, war der Sieg des insgesamt besseren VfB verdient. An diesem Samstag (14 Uhr) steht bei der SpVgg Bayreuth der nächste Abstiegskrimi an.
Kilic mit drei Wechseln
In seinem ersten Spiel als VfB-Cheftrainer verhalf Kilic gleich einem Talent zu seinem Drittliga-Startelf-Debüt. Der 19-jährige Schäfer, beim 0:2 am vergangenen Samstag beim VfL Osnabrück nach seiner Einwechslung auffallend gut, sollte von der rechten Seite aus zusammen mit Manfred Starke, Rafael Brand und Max Wegner die Offensive beleben. Zudem reagierte Kilic im Mittelfeld auf den schwachen Auftritt von Marc Stendera an der Bremer Brücke und ersetzte den Ex-Bundesligaspieler durch Kamer Krasniqi. Neben Stendera rückten Ayodele Adetula und Dominique Ndure auf den Bankplatz. „Wir haben direkt versucht, im taktischen Bereich zu arbeiten und die defensive Abstimmung zu verbessern“, sagte Kilic kurz vor dem Spiel im Magenta-Interview über seine ersten Tage: „Die Mannschaft ist intakt, das stimmt mich positiv.“
Schäfer schlägt gleich zu
Der Kilic-Schachzug erwies sich gleich nach acht Minuten als gelungen: Starke setzte Schäfer auf rechts ein, dieser zog mit hohem Tempo nach innen und schoss fulminant in die kurze Ecke zum 1:0 ein – es war die erste Oldenburger Führung seit dem 22. Januar, als der VfB gegen Dynamo Dresden mit 1:0 vorn lag, aber 1:3 verlor. Stabilität aber verlieh der Treffer der schwächsten Defensive der Liga nicht. Bei einer ganz simplen BVB-Flanke aus dem Halbfeld, die nicht einmal scharf getreten war, stand Michel völlig frei und köpfte in die lange Ecke zum 1:1 ein (17.).
Mielitz pariert Elfmeter
Beide Teams suchten danach Sicherheit in der Defensive, die Partie flachte ab, ehe der VfB die Riesenchance auf die erneute Führung vergab. Brand steckte schön auf Starke durch, der frei mit seinem Flachschuss an BVB-Keeper Marcel Lotka scheiterte (28.). Nach einer weiteren Gelegenheit durch Wegner (33.) brauchte Oldenburg viel Glück und einen starken Rückhalt, um nicht in Rückstand zu geraten. Nach einem leichten Fehler von Leon Deichmann tauchte Michel frei vor Mielitz auf, der Torwart foulte den Dortmunder – den Strafstoß parierte Mielitz dann aber gegen Papadopoulos und pushte danach sich und seine Kollegen (43.). Das 1:1 zur Pause war dennoch ein gerechtes Resultat.
VfB mit Chancen
Nach dem Wechsel kam der VfB, angetrieben von einem extrem engagierten und lautstarken Kilic an der Seitenlinie, mit mehr Fahrt aus der Kabine. Wegner drosch eine große Gelegenheit aus acht Metern weit drüber (48.), Schäfer prüfte Lotka aus 20 Metern. Krasniqi schoss zudem an den Außenpfosten, das Tor hätte aber aufgrund einer Abseitsposition von Starke zuvor nicht gezählt.
Nach 62 Minuten musste der starke Schäfer angeschlagen raus, für ihn brachte Kilic in Patrick Hasenhüttl einen zweiten Stürmer und setzte ein Zeichen, dass er auf Sieg spielen will. Der VfB drängte weiter. Nun traf Kraniqi per Abstauber das Tor, doch dieses Mal stand Wegner bei der Vorlage im Abseits (65.). In dieser Phase spielte nur Oldenburg nach vorn – bis Mielitz mit einer ganz starken Parade gegen einen Schuss von Bjarne Pudel das 1:2 verhinderte (80.). Es folgte der Konter, den Brand stark ausspielte und Adetula verwertete.
Die Aufstellungen
VfB: Mielitz - Möschl, Deichmann, Steurer, Knystock - Zietarski, Schäfer (62. Hasenhüttl), Brand, Krasniqi, Starke (85. Adetula) - Wegner (78. Bookjans).
BVB II: Lotka - Papadopoulos, Pfanne, Dams, Coulibaly (61. Pudel) - Özkan, Rothe (61. Tattermusch), Eberwein, Michel (76. Pasalic) - Pohlmann, Njinmah.
