Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Oldenburg findet neuen Trainer Fuat Kilic soll VfB vor Abstieg retten

Das ist der neue Trainer des VfB Oldenburg: Fuat Kilic

Das ist der neue Trainer des VfB Oldenburg: Fuat Kilic

Imago

Oldenburg - Die Trainersuche beim VfB Oldenburg ist genau eine Woche nach der Freistellung von Aufstiegscoach Dario Fossi beendet – und gefunden wurde eine durchaus überraschende Lösung: Am frühen Sonntagabend präsentierte der Fußball-Drittligist Fuat Kilic als neuen Cheftrainer. Bereits an diesem Mittwoch gegen Borussia Dortmund II (19 Uhr, Heimspiel in Hannover) wird der 49-Jährige auf der Bank sitzen, wenn die Oldenburger auf einen direkten Rivalen im Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga treffen und nach nur einem Sieg aus den vergangenen 16 Spielen sowie fünf Niederlagen in Serie dringend die Kehrtwende einleiten müssen.

Der im türkischen Gümüşhane (liegt in Anatolien) geborene Coach und Inhaber der Uefa-Pro-Lizenz arbeitete zuletzt von Januar 2016 bis Oktober 2022 als Cheftrainer von Alemannia Aachen – vier Jahre davon war er in einer Doppelfunktion auch der Sportliche Leiter des Clubs aus der Regionalliga West. Weil er in der laufenden Saison freigestellt worden war, musste der VfB in Person von Sportleiter Sebastian Schachten sich in den vergangenen Tagen mit den Aachenern erst über die Auflösung des noch laufenden Kontrakts einigen.

Von Kader überzeugt

„Wir haben sehr gute, vertrauensvolle Gespräche geführt. Ich bin vom Potenzial des Kaders überzeugt und sicher, dass wir gemeinsam die Klasse halten können und bin den Verantwortlichen dankbar dafür, dass sie mir das Vertrauen schenken“, sagte Kilic laut VfB-Mitteilung. Die 3. Liga sei eine „sehr komplexe Spielklasse, enorm ausgeglichen“. Den Weg des VfB habe er schon länger verfolgt: „Mein Eindruck ist, dass hier alle ihren Beitrag leisten, um die Klasse zu halten. Alle sind engagiert, es sind vielen Themen auf den Weg gebracht worden, nicht zuletzt der Bau eines neuen Stadions. Das gefällt mir gut.“

Kilic, der bis zum Juni 2008 Dozent an der Deutschen Sporthochschule in Köln war und dieses Amt dort als erste türkischstämmige Person inne hatte, begann seine Laufbahn als U-19-Trainer bei der 1. Jugend-Fußball-Schule Köln (2005-2008). Es folgten ein Jahr als Co-Trainer beim 1. FC Kaiserslautern (2008-2009) sowie drei Jahre als Co-Trainer beim MSV Duisburg (2009-2012). In der Folgesaison arbeitete Kilic als Co-Trainer und Scout beim türkischen Club Kasimpasa in Istanbul. Von 2013 bis 2015 war Kilic dann zunächst Co- und später Cheftrainer beim 1. FC Saarbrücken, ehe er zum 1. Januar 2016 seinen Posten bei der Alemannia annahm und diese in 200 Spielen coachte. „Fuat Kılıç hat uns mit großer Detailkenntnis über unsere Mannschaft und die 3. Liga überzeugt. Er ist ein Trainer, der seinen Beruf lebt, der eine klare Idee von Fußball hat, der aber darüber hinaus auch große Begeisterung vermitteln kann“, sagte Sportleiter Schachten. Er sei überzeugt, dass „er mit seiner großen Erfahrung der richtige Trainer in unserer schwierigen sportlichen Situation ist.“

Löning wieder „Co“

Am Samstag noch hatte Frank Löning den VfB interimsmäßig gecoacht, er sah eine insgesamt verdiente 0:2 (0:1)-Niederlage beim Aufstiegsanwärter VfL Osnabrück. Vor 15741 Zuschauer in der erstmals seit 2019 ausverkauften Bremer Brücke, davon etwa 1300 aus Oldenburg, zeigte der VfB eine couragierte Leistung, war aber wie so oft zuletzt in der Offensive zu harmlos. Bo-Muaka Simakala (43. Minute) und Omar Traoré (52.) trafen zum verdienten Sieg der Gastgeber. Löning rückt nun zurück ins zweite Glied, fungiert als Co-Trainer an der Seite von Kilic.

Spielbericht
Das Osnabrücker 1:0: Ba-Muaka Simakala (Mitte) springt höher als Oldenburgs Robert Zietarski und köpft zur Führung ein.

KEIN NEUER TRAINER, KEINE PUNKTE, KEINE TORE VfB Oldenburg verliert auch Derby bei VfL Osnabrück

Lars Blancke Wolfgang Wittig
Oldenburg
Reaktionen
Umkämpft: Oldenburgs Max Wegner (links) im Duell mit Osnabrücks Maxwell Gyamfi

VFB-STIMMEN NACH 0:2 IN OSNABRÜCK „Da haben wir uns mal wieder doof angestellt“

Lars Blancke
Oldenburg

Fossi war zuvor nach nur einem Sieg aus seinen letzten 15 Spielen als VfB-Coach freigestellt worden. Sein vorheriger „Co“ Löning übernahm interimsmäßig, weil dem früheren Stürmer aber die Uefa-Pro-Lizenz fehlt, kam er nur übergangsweise als Chef an der Seitenlinie in Frage. In den vergangenen Tagen kursierten viele mögliche neue Trainer rund um den VfB, bei dem Sportleiter Schachten es stets vermied, sich „zu Namen und Spekulationen“ zu äußern. Christian Benbennek, Benedetto Muzzicato, Joe Enochs, Alexander Nouri und zuletzt Jermaine Jones waren Teil der Gerüchteküchte, letztlich wurde es jedoch Kilic.

Der neue Mann startet gleich mit einer ganz wichtigen Woche seine Arbeit in Oldenburg. Die Dortmunder Bundesliga-Reserve liegt nur drei Zähler vor dem VfB, mit einem Sieg könnte Oldenburg also gleichziehen. Am kommenden Samstag (14 Uhr) wartet dann bei der SpVgg Bayreuth der nächste direkte Rivale im Abstiegskampf, der aktuell vier Zähler mehr auf dem Konto hat als der VfB.

Lade ...
Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion
Artikelempfehlungen der Redaktion
Wills Woche

BUCH DES AFD-SPITZENKANDIDATEN KRAH „Politik von rechts“? Politik gegen die Freiheit!

Alexander Will
Interview
Niels Bötel (Mitte) spricht mit seinen Spielerinnen. Der VfL Oldenburg hat die Bundesliga-Saison auf Rang sieben abgeschlossen und war beim Final-Four-Turnier dabei.

HANDBALL-TRAINER NIELS BÖTEL IM INTERVIEW „Meine Aufgabe beim VfL Oldenburg ist noch nicht erledigt“

Otto-Ulrich Bals
Kleine Kinder haben Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Stillen. In Oldenburg wollen Hebammen Unterrichtsstunden zu diesen Themen in den vierten Klassen geben.

PILOTPROJEKT IN OLDENBURG Schwangerschaft, Geburt und Stillen – Was Grundschüler bei Hebammen lernen

Anja Biewald
Oldenburg
Analyse
Bundeskanzler Olaf Scholz besucht den Katholikentag in Erfurt

SPD-WAHLKAMPF ZUR EUROPA-WAHL Zieht der Kanzler im Osten?

Kerstin Münstermann Büro Berlin
Delitzsch
Blick in die Räucherkammer bei Aal Bruns in Kayhauserfeld: Marco Pawlik ist mit der Qualität zufrieden.

DELIKATESSE NACH ÜBERLIEFERTER REZEPTUR Woher kommt der Zwischenahner Aal?

Kerstin Schumann
Kayhauserfeld