Meppen - 0:1 hinten, 2:1 vorn, 2:3 verloren: Der VfB Oldenburg musste in einem mitreißenden Nordwestderby beim SV Meppen in der Regionalliga Nord eine bittere Niederlage hinnehmen. Das sind die Reaktionen auf die Partie, die vor einer Rekordkulisse von 9621 Zuschauern ein emotionales Spektakel lieferte:

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Fuat Kilic (Trainer VfB Oldenburg): „Das Ergebnis ist schwer zu verdauen für uns. Meppen ist dafür bekannt, frühe Tore zu machen – und trifft mit dem ersten Schuss. Wir hatten unsere Innenverteidiger darauf getrimmt, dass sie die Bälle schnell nach vorne spielen und mit Schepp und Janssen zwei überragende Stürmer haben. Sie haben heute einen Unterschied zu meinen Offensivspielern gezeigt, die nochmal aufziehen, noch einen Haken machen. Bei ihnen war eine klare Gradlinigkeit zu sehen. Wir haben das Spiel dennoch nicht unverdient gedreht. Ich hatte auch in der zweiten Halbzeit nicht das Gefühl, dass Meppen Oberwasser gewinnt, es war ein ausgeglichenes Spiel. Wir können den Deckel drauf machen mit Aurel, der die Latte trifft. Dann steht es 3:1, dann wird es schwer für Meppen. Das passiert nicht – und wir pennen nach einer Einwurfsituation und kassieren den Ausgleich. Beim 2:3 haben wir die brutale Kopfballstärke von Bruno Soares, den ich noch vom MSV Duisburg kenne, nicht verteidigt bekommen. So verlieren wir das Spiel, was sehr bitter ist. Wir haben gehofft, durch einen Sieg Meppen Paroli zu bieten und den Anschluss nach oben wiederherzustellen. Jetzt haben wir nach neun Spielen wieder eine Niederlage kassiert, das ist eine ungewohnte Situation, das müssen wir schnellstmöglich abhaken und zuhause ein positives Ergebnis erzielen.“

Spielbericht
Es ging richtig zur Sache im Emsland: Oldenburgs Anouar Adam (rechts) geht kompromisslos in ein Kopfballduell mit Meppens Jonathan Wensing.

REKORDKULISSE, HITZIGE ATMOSPHÄRE, TRAUMTORE VfB Oldenburg verliert Derby-Spektakel beim SV Meppen

Lars Blancke Wolfgang Wittig
Meppen

Adrian Alipour (Trainer SV Meppen): „Riesen-Kompliment an meine Jungs! Was wir für Rückschläge erleiden müssen, das geht auf keine Kuhhaut mehr. Am Abend vor dem Spiel ruft Evseev an, liegt mit Fieber im Bett. Dann verletzt sich Sprekelmeyer, muss raus. So geht das Woche für Woche bei uns. Wie viel Herz und wie viel Leidenschaft meine Jungs an den Tag legen, wie sie füreinander kämpfen, das ist der absolute Wahnsinn! Das macht einfach nur Spaß, mit dieser Truppe zusammenzuarbeiten. Der VfB hat in der ersten Halbzeit einen gepflegten Ball gespielt, wir wollten Nadelstiche setzen und sofort, wenn das Schussfenster da ist, zum Abschluss kommen. Das haben wir auch gemacht. Wir waren gefährlich durch Distanzschüsse und Flanken. Wir kriegen das 1:2, weil wir einen Einwurf nicht verteidigen. Die Jungs haben dennoch die Rahmenbedingungen genossen und dann gekämpft, das war Wahnsinn in der zweiten Halbzeit. Wir hatten unsere Chancen, der VfB war durch Konter gefährlich. Beim Abpfiff war es extrem emotional im Stadion.“

Vorbericht
Stand im Hinspiel in der Startelf und ist nach seiner Verletzung wieder fit: Oldenburgs Christopher Buchtmann (Mitte) behauptet den Ball gegen Meppens Stürmer Christopher Schepp (rechts) und Marek Janssen.

VFB OLDENBURG BEIM SV MEPPEN Heute Abend Derby – Im Duell der Serientäter steht viel auf dem Spiel

Lars Blancke Wolfgang Wittig
Oldenburg

Rafael Brand (VfB-Torschütze): „Man muss schon zugeben, dass Meppen zwei Traumtore erzielt hat. Ich weiß nicht, ob sie ein klein wenig mehr gekämpft haben als wir. Ich denke, wir haben aber auch alles reingeschmissen. Es ist eben ein Derby, da will man sich nicht verstecken. Die Kulisse war schon echt beeindruckend. Wenn man bedenkt, das ist hier vierte Liga. Das ist schon etwas anderes, als wenn man zu einem der anderen Vereine fährt und dann vor vielleicht 500 Zuschauern spielt. In Meppen zu spielen, ist eben immer etwas Besonderes.“

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Thomas Husmann
Oldenburg
Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion