Oldenburg - Fast drei Monate ist es her, dass Leon Deichmann den VfB Oldenburg in Führung brachte und Haris Hyseni kurz vor Schluss für Phönix Lübeck ausglich. Die Folge dieser beiden Aktionen war ein 1:1 im Spitzenduell mit den Schleswig-Holsteinern – es war damals ein kleiner Rückschlag bei der Aufholjagd des VfB in der Regionalliga Nord und zugleich das letzte Spiel im Marschwegstadion.
85 Tage Auszeit
An diesem Sonntag (14 Uhr) nun kehrt der VfB nach 85 Tagen Auszeit zurück an seine Heimspielstätte. Vor der Partie gegen Weiche Flensburg um Ex-VfB-Trainer Torsten Fröhling haben sich die Vorzeichen im Vergleich zum 18. November 2023 verändert – oder besser gesagt verschlechtert. Die Aufholjagd ist durch die Auswärtsspiele bei Kilia Kiel (0:0) und beim SV Meppen (2:3) jäh gestoppt worden, der VfB steckt mit 31 Punkten auf Platz sechs fest. „Das ist für uns eine ungewohnte Situation“, sagte VfB-Trainer Fuat Kilic unmittelbar nach der Derbyniederlage im Emsland mit Blick auf die Serie von neun Spielen ohne Niederlage (sechs Siege, drei Remis) zuvor: „Wir müssen das schnellstmöglich abhaken und zuhause ein positives Ergebnis einfahren.“
Ähnlich sieht es Sebastian Schachten, der der Frage nach der unrealistisch gewordenen Meisterschaftschance ausweicht. „Soweit schaue ich nicht nach vorn. Wir haben jetzt das nächste schwere Spiel vor der Brust“, sagt der Sportliche Leiter. „Die Jungs müssen die Köpfe schnellstmöglich wieder hoch bekommen, weil so eine Derbyniederlage natürlich weh tut. Wir müssen selbstbewusst auftreten. Wir sind noch nicht in einen Rhythmus gekommen“, sagt Schachten in Bezug auf den zerpflückten Spielplan mit der Partie in Kiel am 27. Januar und der in Meppen am 7. Februar. Dies solle nicht als Entschuldigung gelten, „aber das sind Dinge, die nicht ganz optimal sind“. Nun müsse es das Ziel sein, „wieder diese Schärfe und das Selbstvertrauen in unser Spiel zu bekommen, was uns vor der Winterpause ausgezeichnet hat.“
Dafür stehen Kilic wieder mehr Alternativen parat. Linus Schäfer kehrt nach seiner Gelbsperre zurück und kämpft gegen Rafael Brand (ein Tor und eine Vorlage in Meppen) um seinen Platz. Christopher Buchtmann und Nico Knystock wurden nach ihren Verletzungen jeweils in der zweiten Halbzeit im Emsland eingewechselt und dürften deutlich mehr Spielzeit erhalten.
Warnzeichen in Kiel
Während der VfB hinter seinen eigenen Erwartungen zurück hängt, klafft die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei den Flensburgern ungleich größer. Als Titelkandidat gestartet, geht es für die Fröhling-Elf (er übernahm im November das Amt von Benjamin Eta) nur noch darum, schnellstmöglich die Punkte für den Klassenerhalt sichern. Im bisher einzigen Pflichtspiel des Jahres gelang das eindrucksvoll, das 3:0 beim Tabellendritten Holstein Kiel II dürfte der Kilic-Elf Warnung genug sein. „Sie waren gierig, torgeil, haben sich gegenseitig geholfen, sind immer wieder in die Ordnung gekommen. Wir haben vorwärts verteidigt. Wir können viel Positives mitnehmen. Die Mannschaft hat damit eine Hausnummer hinterlassen“, adelte Fröhling den Auftritt seiner Elf, der neben ihm gleich zwei bekannte Gesichter angehören.
Zwei Ex-Oldenburger
Marten Schmidt (28) wechselte im vergangenen Sommer nach Drittliga-Auf- und Abstieg mit dem VfB in den ganz hohen Norden, kommt dort aber nicht so regelmäßig zum Einsatz und erst auf neun Regionalligaspiele. Pelle Hoppe (24), in Varel geboren und in der Jugend des VfL Oldenburg ausgebildet, ehe er als Zwölfjähriger zu Werder Bremen wechselte, spielt dagegen eine tragende Rolle in der Flensburger Mannschaft. Mit acht Toren ist er Weiches bester Torjäger, hat somit zwei Treffer mehr erzielt als Markus Ziereis, der Oldenburgs bester Schütze ist. Hoppe legte zudem vier Tore vor, ist damit an zwölf von nur 25 Saisontoren Flensburgs direkt beteiligt gewesen – und traf auch im Hinspiel zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung (Endstand 2:2).
