Oldenburg - Die Botschaft, die Michael Weinberg im Stadionheft „Das Blaue“ für das Heimspiel an diesem Samstag (14 Uhr) gegen Blau-Weiß Lohne sendet, ist eindeutig. „Durch einen weiteren Heimerfolg können wir nicht nur Revanche für das verlorene NFV-Pokalhalbfinale nehmen, sondern wir können unseren Gegner auch in der Tabelle überholen und somit klar machen, dass wir die Nummer 1 im Oldenburger Land sind“, betont der Geschäftsführer des VfB Oldenburg in seinem Vorwort.
Brisanz durch Pokalspiel
Das Wiedersehen nur 47 Tage nach dem Landespokal-Halbfinale birgt gleich aus mehreren Gründen Brisanz. Da wäre zum einen der Stachel, der beim VfB noch tief sitzt, gegen Lohne die Chance auf das Endspiel, eine mögliche Teilnahme am DFB-Pokal und einen möglichen Geldregen verspielt zu haben. 0:0 hatte es nach teils hitzigen und stets umkämpften 90 Minuten gestanden. Dann verschossen im Elfmeterschießen alle vier Oldenburger Schützen – Lohne siegte mit 2:0.
Aufgeladen ist die Stimmung zwischen den beiden Vereinen zudem durch die beiden Randgeschichten vor und nach dem Pokalspiel. Vor dem Duell im Kreis Vechta wollte der VfB die Partie unbedingt verlegen, weil sie nur 48 Stunden nach dem Oldenburger Ligaspiel gegen Holstein Kiel II (0:2) stattgefunden hatte. Lohne lehnte dies kategorisch ab und zog damit den Unmut aller VfBer auf sich. Nach dem Elfmeterschießen dann feierte die Lohner Mannschaft ausgerechnet direkt vor dem Gästeblock, brachte so die VfB-Fans gegen sich auf – und weil die frustrierten VfB-Spieler dazwischen gingen, gab es kurzzeitig Tumulte auf dem Platz des Heinz-Dettmer-Stadions.
Zwei Mannschaften aus der Stadt Oldenburg treffen an diesem Samstag auf Teams aus dem Kreis Vechta. Ein Zahlen-Vergleich:
Einwohner und Fläche: Oldenburg zählt etwa 175 000 Einwohner, der Kreis Vechta rund 147 000. In der Stadt Vechta leben 33 800 Menschen, in Lohne 27 900. Die Stadt Oldenburg passt mit ihrer Fläche von 103 Quadratkilometern knapp achtmal in den Landkreis Vechta (814).
Sportvereine: In Oldenburg gibt es 109 Sportvereine mit insgesamt 41 348 Mitgliedschaften. Im Kreis Vechta ist die Bindung an die Clubs noch größer: Obwohl die Einwohnerzahl deutlich niedriger als in Oldenburg ist, gibt es dort mehr Vereine (113) mit mehr Mitgliedschaften (51 616).
Zuschauer: Die Basketball-Erstligisten locken an ihren Standorten jeweils die meisten Zuschauer an. Zu den Baskets kommen zu Bundesligaspielen im Schnitt 6200 Besucher, der VfB zählt in der Regionalliga 2796. Auch im Kreis Vechta liegen die Basketballer von Rasta (3105) klar vor den Fußballern aus Lohne (831).
Brisanz durch Liga-Lage
Zum anderen birgt da die Ausgangslage in der Regionalliga Nord große Brisanz. Während der VfB noch unter Benjamin Duda einen echten Fehlstart erwischte, startete Lohne mit Chefcoach Uwe Möhrle ganz stark in die Saison – und ist seitdem ununterbrochen die von VfB-Chef Weinberg angesprochene Nummer eins im Oldenburger Land. Ausgerechnet zum Wiedersehen aber hat sich der VfB mit seiner Erfolgsserie (5 Siege, ein Remis, jetzt 26 Punkte) an die etwas schwächelnden Lohner (nur zwei Siege in den letzten zehn Spielen, jetzt 27 Punkte) herangerobbt und die Chance, mit einem Heimsieg zum Abschluss der Hinrunde den Status als Nummer eins zurückzugewinnen.
Zu erwarten ist, dass das Nordwest-Duell vor durchaus großer Kulisse stattfindet. Die Fußball-Bundesliga spielt aufgrund der Länderspielpause nicht parallel, es haben sich zudem zahlreiche Lohner Zuschauer und Zuschauerinnen angekündigt. Deswegen öffnet der VfB im Marschwegstadion auch den Gästeblock, was bei Regionalligaspielen nicht die Regel ist.
Zum Personal: Beim VfB fehlen weiterhin Christopher Buchtmann und Justin Plautz. Auch Pascal Richter steht gegen Lohne nicht zur Verfügung.
