Oldenburg - Die Chancen sind auf ein Minimales gesunken, aber so ganz abhaken will der VfB Oldenburg den Kampf um einen Platz ganz oben in der Regionalliga Nord noch nicht. „Wir müssen weitermachen. Wir müssen schauen, dass wir die nächsten neun Spiele alle gewinnen, um eine Chance mitzunehmen“, sagt Innenverteidiger Leon Deichmann in „Nordwestkurve - der VfB-Podcast“. An diesem Ostersamstag (16 Uhr) empfängt sein Team den TSV Havelse – und auch aus dem Vorwort in der Stadionzeitung „Das Blaue“ wird die kleine Oldenburger Resthoffnung deutlich. „Der vergangene Spieltag hat uns wieder einmal gezeigt, dass in dieser Liga noch nichts entschieden ist, wenn man an die Auf- und Abstiegsfrage denkt“, schreibt da VfB-Geschäftsführer Michael Weinberg.
So ist die Konstellation
Weil Tabellenführer Hannover 96 II (1:2 in Drochtersen), der vorherige Zweite Phönix Lübeck (0:1 in Meppen) und der vorherige Dritte Holstein Kiel II eben gegen den VfB (1:3) allesamt verloren, ist ein spannender Endspurt für die Oldenburger zumindest nicht gänzlich ausgeschlossen. Hannover 96 II (57 Punkte) ist zwar quasi uneinholbar, noch immer schwingt dort aber die Unsicherheit mit, ob der Verein, der die Lizenz für die 3. Liga beantragt, bei einem Nicht-Bundesligaaufstieg seiner Ersten wirklich hochgehen will.
Der SV Meppen (49) und Phönix Lübeck (49) – beide haben ebenfalls den Lizenzantrag für Liga drei gestellt – sind für den VfB (40) zumindest noch in Reichweite, wenn auch ein ganzes Stück enteilt. Lübeck verlor vor einer Woche 0:1 in Meppen und spielte am Mittwoch 0:0 bei St. Pauli II.
„Als Sportler willst du das Maximum erreichen. Im Fußball weiß man nie, was passiert“, sagt Deichmann und beschreibt seine kleine Hoffnung auf zwei spannende Restmonate dieser Saison so: „Eigentlich willst Du in der Crunch-Time ab April ganz oben dabei sein. Jetzt sind wir leider hinten dran. Du willst immer unter Spannung sein, so wie es im Aufstiegsjahr gewesen war. Dann kribbelt es einfach anders, wenn Du in die Spiele gehst.“
Durchwachsene Havelser
Mit dem TSV Havelse gastiert derweil an diesem Samstag eine Mannschaft im Marschwegstadion, die eine sehr durchwachsene Saison gemessen an den eigenen Ansprüchen spielt. Platz elf und 33 Punkte sind zu wenig für ein Team, dass sich ebenfalls weiter höher gesehen hat und dass in der Saison 2021/22 in der 3. Liga gespielt hatte. Vor allem die 35 geschossenen Tore sind zu wenig. In keiner seiner fünf Regionalligapartien dieses Jahres hat der TSV mehr als ein Tor geschossen – immerhin reichte dies dennoch für sieben Punkte, weil sowohl BW Lohne als auch der Eimsbütteler TV daheim mit 1:0 besiegt werden konnten.
Sollten auch in Oldenburg wenig Tore fallen, könnte das Thema Standardsituationen wichtig werden. Deichmann, der in dieser Saison hinter Kamer Krasniqi die zweitmeisten Einsatzminuten aller VfB-Akteure abgespult hat, geht mit seinem 1,86 Meter langen Körper stets wuchtig vorne mit rein, steht aber nur bei einem Saisontor – und weiß deshalb, dass er sich in diesem Bereich durchaus steigern kann.
Mehr Tore schießen
„Das ist schon ein Ziel, dass ich mir stecke. Ich bin bei Standards immer mit vorne, da müsste mal ein Tor mehr bei herumkommen“, sagt der Verteidiger über seine Angriffsqualitäten. Der Defensiv- und der Offensivkopfball seien zwei unterschiedliche Dinge, vorne gehe es oft um das richtige Timing. „Ich schaue mir schon mal in der Bundesliga an, von wo aus die Spieler bei Ecken hineinstarten, um selbst noch mal einen zu versenken“, sagt Deichmann. Seine Mannschaft habe stets „ein, zwei Varianten, wie wir es kurz ausspielen oder direkt“, erzählt der 27-Jährige und macht klar: „Wir wissen, wo die Bälle hinkommen sollen, von daher sind wir da eigentlich immer ganz gut vorbereitet.“
