Vier Punkte aus vier Spielen: Den Saisonstart hat sich der VfB Oldenburg ganz sicher anders vorgestellt. Woran Trainer Benjamin Duda mit dem Team arbeitet, warum Konstanz ein großes Thema ist und wie er mit seinen beiden Stürmern umgeht, darüber spricht der 35-Jährige im Interview.

Herr Duda, der VfB hat zuletzt nur einen Punkt aus drei Partien geholt und hinkt damit sicherlich den eigenen Ansprüchen hinterher. Bei Weiche Flensburg gab es durch das 2:2 aber zumindest einen Schritt in die richtige Richtung. Was nehmen Sie aus diesem Auswärts-Dreierpack mit?

Benjamin DudaEin 2:2 in Flensburg ist nach einem 1:2-Rückstand auf jeden Fall ein Teilerfolg. Das müssen wir losgelöst sehen von den beiden Niederlagen zuvor. In der Analyse wird deutlich, dass wir das Spiel eigentlich gewinnen müssen. Unser Defizit lag in der Chancenverwertung – und darin, dass wir elf Minuten lang nicht die defensive Präzision und Schärfe hatten, die wir in den anderen 79 Minuten gezeigt haben.

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Wo sehen Sie das größte Steigerungspotenzial in Ihrer Mannschaft?

DudaWir arbeiten gezielt an größerer defensiver Stabilität. Zum anderen gilt es, das Verhalten in und um den gegnerischen Strafraum zu verbessern. Den freien Mitspieler anzuspielen, anstatt zu schießen. Oder auch an der letzten Präzision beim Schuss. Wir waren in Flensburg oft in der Box oder am Fünfer – das hätte für einen Sieg reichen müssen.

Auf den offensiven Außenbahnen haben Sie viel probiert in den vergangenen drei Partien. Rafael Brand, Aurel Loubongo, Linus Schäfer, Pascal Richter – so richtig überzeugen konnte noch keiner.

DudaEs fehlt bei ihnen sicherlich noch an Konstanz, aber das muss insgesamt gesehen als Team auch unser nächster Entwicklungsschritt sein. Wenn wir spielen wie in Flensburg, dann wird so eine Leistung auch für Siege reichen. Das war – endlich – ein gutes Spiel in vielen Bereichen. Unser Job ist es nun, eine Leistungskonstanz an den Tag zu legen. Es gibt zudem Spieler in einer Achse, denen man vertraut. Und dann gibt es auf bestimmten Positionen eben Spieler, denen man Chancen gibt. Deswegen gab es auf den offensiven Außen eine Rotation.

Der große Impuls von den Außenbahnen ist dennoch ausgeblieben.

DudaWenn wir nur das letzte Spiel nehmen, hat mir Aurel gut gefallen. Er hat zum Beispiel den vorletzten Pass vor dem 1:0 gespielt und mehrere Schlüsselsituationen eingeleitet. Die konkreten Vorlagen oder Tore für die Statistik fehlen tatsächlich noch von den Außen. Das ist eine Position, von wo aus ich mir mehr Durchschlagskraft erwarte. Mut zum Risiko ist gewollt. Diese auflösenden Momente durch gewonnene Eins-gegen-Eins-Duelle müssen und wollen wir steigern.

Sturm-Zugang Markus Ziereis war bei seinen beiden Startelf-Einsätzen noch nicht so gut ins Spiel einbezogen. Liegt das am Spielertypen oder daran, dass er noch Zeit braucht, sich an den VfB zu gewöhnen?

DudaMarkus ist ein Zielspieler, von daher ist er kein dribbelnder Stürmer. Das ist also seinem Profil geschuldet, und genau diesen Stürmer wollten wir haben. Vom Spielrhythmus, vom Verständnis untereinander und vom Einfühlungsvermögen ihm gegenüber haben wir sicherlich noch Steigerungspotenzial. Das geht nur über Trainingseinheiten und Spiele und das reift über Wochen. Markus ist jetzt sechs Wochen bei uns. Das ist nicht mega kurz, aber das ist eben auch noch keine lange Etappe, nach der das aufeinander abstimmen schon abgeschlossen sein kann.

An diesem Freitag können die VfB-Fans sich auf das zweite Heimspiel der Saison freuen. Es geht gegen den Hamburger SV II.

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Max Wegner fehlte stattdessen in den letzten beiden Startformationen. Wie geht er mit dieser Situation um?

DudaWenn ich seine Trainingsleistungen beobachte, dann geht er definitiv gut damit um. Er gibt Gas. Die Situation ist sicherlich neu und nicht zufriedenstellend für ihn, das ist mir klar. Dennoch wird er bei mir seinen etablierten Status nicht verlieren.

Was meinen Sie damit genau?

DudaEr ist auch neben dem Platz ein ganz wichtiger Ansprechpartner für mich. Erst letzte Woche habe ich mich lange mit ihm ausgetauscht. Er erfährt eine maximale Wertschätzung. Max hat in allen Spielen auf dem Platz gestanden und auch zweimal angefangen. Er ist also weder weg noch raus, sondern ein sehr guter Stürmer und fester Bestandteil unserer Offensive.

Teutonia Ottensen, Holstein Kiel II und BW Lohne haben alle Spiele bisher gewonnen. Der Rückstand des VfB auf diese Teams beträgt bereits acht Punkte. Sehen Sie das gelassen, weil es erst der vierte Spieltag ist? Oder droht der VfB, früh den Anschluss nach oben zu verpassen?

DudaWir tun gut daran in dieser Phase, fokussiert auf uns zu gucken, bei uns selbst Dinge zu verbessern und den nächsten Sieg einzufahren. Natürlich verfolgen wir die Ergebnisse in der Liga. Dass es drei Mannschaften mit einer weißen Weste gibt, nötigt uns Respekt ab. Trotzdem sind wir so früh in der Saison, dass da bei mir keine Panik oder Alarmbereitschaft aufkommt. Wir haben durch die gute, stabile Leistung in Flensburg von der Stimmungslage im Team etwas angestoßen. Das ist unser Startschuss für bessere Ergebnisse.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion