Was auf den ersten Blick wie eine Rolle rückwärts erscheint, kann auf den zweiten Blick ein großer Schritt nach vorn für den VfB Oldenburg sein. Fuat Kilic kehrt zurück an die Seitenlinie. Also jener Coach, der mit dem Verein den Drittliga-Klassenerhalt verpasst hatte und sich dann nicht zu einem neuen VfB-Engagement durchringen konnte. Warum also sollte man als Club einem Coach nacheifern, der das Saisonziel verfehlt und den Verein verlassen hatte?

Kehrt nach Oldenburg zurück: Fuat Kilic

TRAINER-HAMMER BEIM VFB OLDENBURG Fuat Kilic kehrt als alter, neuer Chefcoach zurück

Lars Blancke
Oldenburg

Weil es gute Gründe dafür gibt, warum Kilic besser zum VfB passt als der glücklose Benjamin Duda. Kilic hat ein rigoroses Auftreten, er führt sein Team mit strenger Hand. Sowohl gestandene Spieler als auch junge Talente dürfen sich bei ihm keine Disziplinlosigkeiten leisten. Er hat den VfB mit einer recht simplen Spielweise in der Vorsaison stabilisiert – vor allem defensiv. 14 Gegentore in vier Auswärtspartien stehen in Dudas Bilanz; hier wird Kilic den Hebel ansetzen. Er hat dem in der 3. Liga oft in den letzten Spielminuten schwächelnden VfB richtig Beine gemacht, großen Wert auf Fitness gelegt – und die Spieler folgten ihm trotz der Schleiferei. Er formte beispielsweise einen Linus Schäfer zum Senkrechtstarter – diese Spielzeit läuft der 20-Jährige dieser Form hinterher. Bei den Fans ist Kilic ohnehin beliebt. Zudem ist er im Guten gegangen, letztlich entschied er sich nur aus privaten Gründen gegen den VfB.

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Gleichwohl ist so eine Rückholaktion auch ein Wagnis. Kilic und der VfB – das passte einmal, als Oldenburg in die meisten Spiele als Außenseiter ging. Nun muss es ein zweites Mal passen, wenn der VfB zumeist als Favorit gilt. Eines ist klar: Fuat Kilic ist ehrgeizig. Er wird trotz des Fehlstarts mit aller Macht um die Meisterschaft mitspielen wollen. Für das Regionalliga-Mittelmaß kommt der alte, neue Chefcoach nicht zurück aus dem Westen in den Norden.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion