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Neue Folge „Nordwestkurve“ Wie Nico Knystock unter Trainer Jürgen Klopp spielte und was er über Lage bei VfB Oldenburg denkt

Zu Gast in der Nordwestkurve: Nico Knystock (links) sprach mit NWZ-Redakteur Lars Blancke.
Podcast

Zu Gast in der Nordwestkurve: Nico Knystock (links) sprach mit NWZ-Redakteur Lars Blancke.

Sascha Stüber

Oldenburg - Ganz verdaut hatte Nico Knystock das 1:1 (0:0) seines VfB Oldenburg im Spitzenspiel gegen Phönix Lübeck am Montag noch nicht. „Ich habe heute morgen auf die Tabelle geschaut und muss sagen: Diese zwei Punkte wären schon wichtig gewesen. Das hat mich noch mal geärgert“, sagte der Dauerbrenner des Fußball-Regionalligisten in der neuen Folge „Nordwestkurve - der VfB-Podcast“. In dieser sprach er nicht nur über die aktuelle Saison und sein „leidenschaftliches Autosingen“, sondern plauderte auch über seine spannenden Jahre bei Borussia Dortmund.

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Die Laufbahn

Der in Osnabrück geborene Linksfuß wechselte bereits im Alter von 14 Jahren zum BVB. „Ich hätte in dem Jahr zu mehreren Vereinen wechseln können. Ich bin mit meinem Vater stundenlang Auto gefahren, war bei Bayern München und Bayer Leverkusen. Ich hätte aber dorthin ziehen müssen. Zwischen Osnabrück und Dortmund liegt nur eine Stunde. Letztlich bin ich mit 16 Jahren ausgezogen und ins BVB-Internat gegangen“, berichtete der heute 28-Jährige. Beim BVB durchlief er die Jugendteams, spielte für die U 23 in der 3. Liga und der Regionalliga West – und bekam in dieser Zeit eine einmalige Chance.

Das Highlight

Im Sommer 2014 – Deutschland war gerade Weltmeister geworden und einige BVB-Nationalspieler noch im Urlaub – durfte Knystock als 18-Jähriger mit ins Trainingslager der Profis. „In der U 23 war ich noch nicht gesetzt, dort lief die 3. Liga aber schon. Also haben sie Spieler an die Profis abgegeben, die sie verkraften konnten. Das war perfekt, besser ging es nicht“, erzählte Knystock schmunzelnd. Die Wochen bei den Stars um Trainer Jürgen Klopp, Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus seien „sehr prägend, sehr lehrreich“ gewesen. Er sei beeindruckt gewesen von der guten Stimmung in der Mannschaft, „wenn ich 20 Millionen auf dem Konto hätte, hätte ich aber auch gute Laune“, erzählte er lachend. Zwei Highlights sind fest verankert. Zum einen das Testspiel beim FC Liverpool an der ausverkauften Anfield Road, bei dem Knystock eingewechselt wurde. „Ich hatte schon vor dem Spiel Gänsehaut. Ich saß auf der Bank und die Fans sangen ,You’ll never walk alone’ – das kennst Du nur aus dem Fernsehen. Ich habe beim Aufwärmen die Flanken auf Roman Weidenfeller gespielt, dabei war ich so nervös wie in meinem Leben noch nie“, erzählte er. Und zum anderen der Kontakt zu Klopp – „den besten Trainer der Welt“. Warum? „Er ist Wahnsinn. Ich komme als 18-Jähriger dort hin und hatte eine Morgeneinheit frei. Da setzt er sich mit mir eineinhalb Stunden hin, statt beim Training zu sein, quatscht mit mir, gibt mir Tipps – das musste er sicher nicht machen.“ Neben dem Platz sei Klopp „Dein bester Kumpel. Dann gehst Du auf den Platz und jeder steht kerzengerade da, hört zu. Es wird hart gearbeitet, er pfeift – wieder stehen alle kerzengerade im Kreis. Abschlussrede, ein Schritt runter vom Platz – und ist er wieder Dein bester Kumpel. Ich bin stolz drauf, dass ich das erleben durfte.“

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Die Vfb-Saison

Nach vier Jahren beim SV Rödinghausen wechselte Knystock 2020 zum VfB und zählt heute zu den unumstrittenen Stammspielern. „Ich weiß es nicht. Der Abstieg macht vielleicht ein bisschen etwas im Kopf“, sagte Knystock angesprochen auf die Gründe für den Fehlstart unter Benjamin Duda. Jetzt, mit Trainer-Rückkehrer Fuat Kilic, „schmeißt sich wieder jeder für den anderen rein. Das darf in der Regionalliga einfach nicht fehlen.“ Dass er aktuell zwischen der Linksverteidigerposition und dem zentralen Mittelfeld pendele, störe ihn nicht, „aber ich muss sagen: Das Zentrum gefällt mir besser.“ Er finde, Kilic sei „ein sehr guter Trainer, sehr akribisch“, und nennt ein Beispiel: „Ich brauche manchmal einen Arschtritt. Fuat hat keine Probleme damit, Dich jeden Tag in sein Büro zu holen, wenn Du als Spieler es nicht auf den Platz bringst. Das macht einen Trainer aus, mit Menschen umzugehen. Zu sagen: Ich nerve Dich jeden Tag, ich weiß, was Du kannst. Er will alles aus Dir herausholen.“ Mit Blick auf die Serie von sechs Siegen und zwei Remis und die Chancen, oben anzugreifen, sagte Knystock: „Wir sind jetzt eine Jägertruppe. Wir sind im Flow. Was dabei herumkommt, müssen wir schauen. Ich will jedes Spiel gewinnen – wenn Platz eins herausspringt, wäre das schöner als Platz zwei oder drei.“

Die Folge ist ab sofort online kostenlos zu hören unter www.nwzonline.de/podcasts sowie auf allen bekannten Podcast-Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Amazon Music und Deezer. Dort können unsere Hörerinnen und Hörer auch alle vorherigen Folgen hören.

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