Oldenburg - Zweifel am Klassenerhalt? Die kommen für Wolfgang Sidka trotz fünf Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz bei nur noch sechs ausstehenden Spielen nicht in Frage. „Die Mannschaft ist doch voll dabei, das bekomme ich überall mit. Wir sind noch im Geschäft, das ist überhaupt keine Frage“, gibt sich der Präsident des VfB Oldenburg im Gespräch mit unserer Redaktion mit Blick auf den Endspurt in der 3. Fußball-Liga überaus optimistisch.
Gute Argumente
Natürlich, Sidka hat gar keine andere Wahl, als Zuversicht auszustrahlen, das ist seine Aufgabe als Repräsentant des Aufsteigers. Aber der frühere Spielertrainer sowie Chefcoach des VfB, der den Verein zwischen 1989 und 1993 erst aus der Oberliga Nord in die 2. und dann beinahe in die 1. Liga geführt hatte, liefert auch Gründe, warum er an den Außenseiter im Abstiegskampf glaubt. Diese haben zwangsläufig mit dem guten Auftritt am vergangenen Samstag beim 2:0-Erfolg beim FC Ingolstadt zu tun. „Wir waren im Umschaltverhalten nach hinten dem Gegner richtig überlegen. Das heißt, das greift jetzt“, hat der 68-Jährige eine Entwicklung innerhalb des Teams erkannt.
Guter Typ
„Wir haben zudem von sechs Spielen unter Fuat Kilic drei gewonnen, das ist absolut in Ordnung“, sagt Sidka mit Blick auf den Nachfolger von Dario Fossi. Dieser musste nach nur einem Erfolg aus seinen letzten 15 Partien gehen – der Aufwärtstrend unter Kilic ist also statistisch belegbar. „Guter Typ, er macht das gut“, beschreibt Sidka den neuen Chef an der Seitenlinie kurz und knapp und nennt eine weitere Qualität des Teams, die ihm Hoffnung macht. „Was immer in Ordnung war – und das ist unser großer Faustpfand – ist die Moral der Truppe. Natürlich war die Niederlage gegen Wehen Wiesbaden (Anm. d. Red.: 1:2 in der Woche zuvor) ein Nackenschlag, aber wir haben auch jetzt geantwortet.“
Schwierige Ausgangslage
Dennoch: Die Ausgangslage des VfB bleibt vor dem Heimspiel an diesem Samstag (14 Uhr, Marschwegstadion) gegen den Tabellendritten SC Freiburg II derart schwierig, dass der Klassenerhalt einer großen Überraschung gleichkäme. 30 Punkte hat die Kilic-Elf auf dem Konto, der seit zehn (!) Partien unbesiegte Hallesche FC auf dem ersten Nichtabstiegsplatz kommt schon auf 35 Zähler. RW Essen (36), MSV Duisburg (37), Borussia Dortmund II (37), FC Ingolstadt (38) und Erzgebirge Aue (39) sind ebenfalls noch zu packen, eine dieser Mannschaften bräuchte gleichwohl einen miserablen Schlussspurt.
Gute Jungs
Sidka weiß das – und sagt deswegen: „Ich finde, wir haben uns zuletzt verbessert. Freiburg ist eine gute, spielstarke Mannschaft, aber wir müssen jetzt halt mal eine Serie starten. Das hat Halle geschafft, das hat der BVB II geschafft, das hat auch Bayreuth zwischendurch geschafft – warum soll uns das nicht gelingen? Wir müssen nachlegen.“ Und so betont der Präsident der Oldenburger am Ende seiner Mutmacher-Argumentation trotz des schweren Programms mit den nach Freiburg II folgenden Partien in Essen, gegen Saarbrücken, in Mannheim, gegen Zwickau und in Dresden: „Wir brauchen mindestens noch drei Siege. Ich bin optimistisch, die Jungs sind gut, sie sind ein Team, sie sind verschworen. Wir haben jetzt endlich zu Null gespielt, das gibt mir Zuversicht.“
