Jeddeloh - Umkämpftes Derby mit einem Ausgleich in letzter Minute: Der SSV Jeddeloh und der VfB Oldenburg haben sich am Samstagnachmittag vor 2150 Fans in der 53acht-Arena mit 1:1 getrennt. Ein kurioses Eigentor von Leon Deichmann (37. Minute) brachte den SSV in Führung, doch Markus Ziereis glich für den in der zweiten Halbzeit überlegenen VfB in der 95. Minute. Die Gäste ärgerten sich vor allem über einen nicht gegebenen Elfmeter in der 20. Minute, als Aurel Loubongo im Strafraum von Leon Michel Hahn getroffen wurde. Das sind die Reaktionen zum Nordwest-Derby:
Key Riebau (Trainer SSV Jeddeloh): „Wenn man so ein spätes Gegentor bekommt, dann nervt das einfach. Wir können uns jetzt Jeddeloh-90-plus nennen, weil bei uns passiert da immer etwas. Wir haben vor dem Einwurf beim 1:1 gepennt, hätten schlauer auf Zeit spielen und auch unsere Konter vorher besser ausspielen können. VfB war schon tonangebend, aber wir haben um die Box herum super verteidigt. Die weiten Bälle waren Geschenke für unsere Innenverteidiger. Ich finde, wir haben heute echt gegen keine gute VfB-Mannschaft gespielt und hätten es verdient gehabt zu gewinnen. Aber es sollte nicht sein. Ich glaube, den VfB-Elfmeter in der ersten Halbzeit hätte man schon geben können, aber ich habe mich auch geärgert, dass sie vorher den Ball nicht ins Aus spielen, obwohl ein Spieler von uns am Boden liegt.“
Fuat Kilic (Trainer VfB Oldenburg): „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht unser Spiel gespielt, sondern uns dem Gegner angepasst. Davor hatte ich meine Jungs gewarnt. Wir wussten von den langen Bällen der Jeddeloher, dann haben wir angefangen, sie selbst zu spielen – und das wollten wir gar nicht. Wir haben den Gegner stärker gemacht als er war. Nichtsdestotrotz müssen wir einen klaren Elfmeter bekommen, dann führst du 1:0 und kannst Dinge korrigieren. Zweite Halbzeit war unser Spiel, so muss es sein. Den Ball und den Gegner laufen lassen. Wir haben eine riesige Moral gesehen, jeder von uns hat dran geglaubt, die Mentalität hat gestimmt. Das ist der nächste Entwicklungsschritt. Wenn wir nicht gewinnen, dürfen wir zumindest nicht verlieren. Bei unserem Eigentor kann ich nicht zweimal den Ball vor dem eigenen Tor rumköpfen wollen. ,Deiche’ weiß selbst, dass er den Ball weghauen und klären muss. Dann schießt der Gegner niemals ein Tor, sie hatten kaum eine klare Torchance.“
Nikolaos Kolifoukas (SSV-Torhüter): „Wir haben es bis eine Minute vor dem Ende richtig gut gemacht. In der letzten Aktion haben wir dann leider etwas die Konzentration und den Fokus verloren. Oldenburg hat zwar in der zweiten Halbzeit viel gepresst, wir haben es lange gut verteidigt. Das Gegentor ist dann einfach ärgerlich. So eine Stimmung habe ich hier in Jeddeloh noch nicht erlebt. Auch als ich vor den VfB-Fans gespielt habe, konnte ich mich gut fokussieren. Ich spreche ja noch nicht so gut deutsch (lacht). Ich würde mich natürlich freuen, wenn wir so eine Atmosphäre jetzt öfter hier erleben.“
Niklas von Aschwege (SSV-Verteidiger): „Wenn man den Spielverlauf betrachtet, ist das Ergebnis für uns unglücklich. Über das gesamte Spiel ist das Unentschieden wahrscheinlich in Ordnung. Ein Punkt gegen den VfB ist ein gutes Ergebnis. Wir haben uns heute aufopferungsvoll überall reingeworfen. Wir waren auf die langen Bälle der Oldenburger bestens eingestellt und hatten das Spiel über weite Strecken im Griff. Am Ende ist es einfach ärgerlich, wenn du in der Nachspielzeit noch so ein dämliches Kack-Eier-Gegentor bekommst.“
Elario Ghassan (Mittelfeld): „Wenn du bis zur fünften Minute der Nachspielzeit führst, willst du natürlich gewinnen. Das Gegentor tut weh, wir müssen jetzt aber schnell die Köpfe wieder hochnehmen und weiterhin punkten. Nach 15, 20 Minuten waren wir besser drin. Wir waren bissig in den Zweikämpfen und haben Oldenburg den Schneid abgekauft. In der zweiten Halbzeit hat der VfB sich gesteigert, wir haben uns aber in die Partie zurückgekämpft. Klar, so ein Spiel musst du dann über die Zeit bringen und gewinnen. Aber das Remis ist schon das gerechte Ergebnis.“
Justin Plautz (VfB-Verteidiger): „Es war das hart umkämpfte, erwartete Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir einfach kein Druck auf unser Spiel bekommen. Wir hatten einfach keine zweiten Bälle. Nach der Führung des Gegners hatten wir uns zunächst auch nicht so richtig befreien können. In der zweiten Halbzeit war es eigentlich das, was wir spielen wollten. Am Ende ist es fast ein gewonnener Punkt. Wir haben zwar das eine oder andere liegen gelassen, aber letztlich können wir zufrieden sein. Wir haben im Vorfeld gesagt, wir wollen keine Spiele mehr verlieren und das haben wir eingehalten. Der Boden war extrem tief. Ein richtiger Acker, trotzdem haben wir auch ein paar sehenswerte Passagen gehabt.“
Kamer Krasniqi (VfB-Mittelfeldspieler): „Wir haben uns zunächst zu sehr auf das Spiel des Gegners eingelassen, anstatt unser Spiel durchzuziehen. Das haben wir dann in der zweiten Halbzeit wesentlich besser gemacht. Dass wir zum Schluss noch das Tor gemacht haben, spricht für unseren Teamgeist. Beim Gegentor waren wir in der Abwehr wohl ein bisschen durcheinander.“
Pascal Richter (VfB-Joker): „Es war schon das erwartet hitzige Spiel. Das ist hier eigentlich auch immer so. Wir hatten uns darauf eingestellt. Wir hatten uns vorgenommen, etwas mehr Fußball zu spielen, was uns in Halbzeit eins nicht so überzeugend gelungen ist. Wir wussten, dass Jeddeloh mit langen Bällen spielen würde. Da haben wir uns anfangs nicht so drauf eingestellt, was ich gar nicht verstehe, schließlich haben wir die Klasse, dem entgegen zu wirken. Am Ende denke ich, geht der Punkt in Ordnung.“

