Früher als geplant befindet sich der VfB Oldenburg in der Winterpause. Sportleiter Sebastian Schachten (39) spricht im Interview über die wechselhafte Hinrunde, über Trainer Fuat Kilic und darüber, dass er dem neuen VfB-Berater Thomas Schaaf dankbar ist.

Herr Schachten, der VfB hat mit der Verpflichtung von Thomas Schaaf als externen Berater einen Coup gelandet. Sie kennen sich von früher?

SchachtenJa, ich habe ihn als junger Nachwuchsspieler bei Werder Bremen erlebt. Von 2005 bis 2007 habe ich unter Thomas Wolter in der Zweiten von Werder gespielt. Ihm und Thomas Schaaf habe ich viel zu verdanken gehabt damals, ich konnte dort meine ersten Schritte im Männerbereich machen. Werder hatte ja eine Wahnsinnsmannschaft damals. Micoud, Frings, Klasnic, Klose – und ich konnte dort öfter mittrainieren. Ich habe auch viel mitgenommen aus dieser Zeit. Werder hat einen großen Wert auf Persönlichkeitsentwicklung gelegt, hat die Dinge ganzheitlich gesehen. Das versuche ich heute auch umzusetzen.

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Was erhoffen Sie sich durch die Zusammenarbeit?

SchachtenErst einmal spricht es für die Entwicklung des VfB, dass so ein großer Name sich bei uns engagieren will. Seine Expertise – sei es im sportlichen Bereich, im Sponsoring oder der Vereinsentwicklung – ist enorm. Wir wollen und müssen uns auch besser und breiter im Jugendbereich aufstellen, da haben wir einige Meter zu gehen. Da werden wir mit Sicherheit öfter drüber sprechen. Natürlich werden wir uns auch sportlich über die Regionalligamannschaft austauschen. Arbeit haben wir genug beim VfB.

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Der VfB beendet das Jahr in der Regionalliga auf Platz sechs. Wie zufrieden sind Sie damit?

SchachtenErstmal hätten wir gerne jetzt noch gespielt, um unseren Lauf fortzusetzen. Die letzten Wochen waren schon sehr, sehr gut – und das obwohl wir einige Verletzungen hatten. Wir haben schwer in die Saison gefunden und uns unter Fuat Kilic sehr schnell gefangen. Die letzten Wochen sind jetzt der Gradmesser. Sie haben gezeigt, was in der Mannschaft steckt. Wir haben die Erwartungshaltung an die Jungs, dass sie dies bestätigen.

Sechs Siege und zwei Remis gab es zuletzt unter Fuat Kilic. Warum passt er als Typ besser zu der Mannschaft als der Trainertyp Benjamin Duda?

SchachtenIch möchte nicht zu sehr in die Vergangenheit schauen. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Benni ein guter Trainer mit einer guten Idee ist. Es hat bei uns halt nicht funktioniert. Was Fuat auszeichnet, ist seine Akribie. Er kann Mannschaften sehr schnell stabilisieren. Er hat sich voll dem VfB verschrieben, er hat eine Leidenschaft für den Verein entwickelt, die Du bei uns mitbringen musst. Das zeichnet ihn aus. Die Mannschaft hat im kämpferischen Bereich sehr gut gearbeitet zuletzt, das ist sein Verdienst. Ich bin überzeugt, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Wir haben aber erst eine Halbserie gespielt und noch richtig was vor.

Acht externe Zugänge hat der VfB im Sommer verpflichtet. Wie zufrieden sind Sie und gibt es einen Spieler, der Sie besonders positiv überrascht hat?

SchachtenWenn man bedenkt, dass wir mit dem Abstieg und dem Trainerwechsel einige Herausforderungen zu meistern hatten, haben wir die Transfers ganz gut hinbekommen, finde ich. Die Jungs passen charakterlich in die Mannschaft. Wir haben mit Jhonny Peitzmeier einen verrückten Keeper, der es sehr gut macht. Marc Schröder ist mit seiner Mentalität und seiner ganzen Einstellung ein herausragender Junge, der sich in jeden Zweikampf reinhaut. Aurel Loubongo mit seinem Tempo tut uns richtig gut. Wir sind ein Kollektiv, ich will eigentlich keinen hervorheben.

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Wird der VfB im Winter noch einmal im Kader nachjustieren und wenn ja, auf welcher Position sehen Sie einen Handlungsbedarf?

SchachtenWir halten wie immer die Augen offen. Es ist aber auch klar, dass wir nicht wie in der 3. Liga jede Position doppelt und dreifach besetzen können. Wir müssen gucken, was passt, was möglich ist. Und wir müssen gucken, wie sich das Knie von Sebastian Mielitz entwickelt oder ob wir auf der Torwartposition etwas tun müssen. Zuletzt sah es bei „Miele“ besser aus, das wollen wir noch etwas abwarten. Auch der lange Ausfall von Justin Plautz trifft uns hart, der Markt auf der Linksverteidigerposition ist aber klein.

Der Rückstand auf die Spitze ist dennoch groß. Reicht es im neuen Jahr noch für einen Angriff auf die Meisterschaft?

SchachtenWir sind in den letzten Wochen gut damit gefahren, von Spiel zu Spiel zu schauen – auch wenn es eine Floskel ist. Ich habe im Sommer schon gewarnt, wie schwer es wird. Guckt nach Zwickau oder Bayreuth, guckt nach Bielefeld oder Schalke, wie schwer sich Vereine nach einem Abstieg tun. So ein Abstieg steckt oftmals im ganzen Club drin, nicht nur in der Mannschaft. In der Regionalliga wird zudem ein ganz anderer Fußball gespielt. Wir sind jetzt wieder angekommen, deswegen hätte ich gern weitergespielt. Ich habe aber weiter großen Respekt vor der Liga und tue mich schwer damit, irgendwelche Kampfansagen herauszuhauen. Wir wollen da weitermachen, wo wir aufgehört haben.

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Lars Blancke Sportredaktion