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Verspäteter Favorit mit starkem Kader So startet der VfB Oldenburg in die neue Saison

Lars Blancke
Lars Blancke Wolfgang Wittig
Weiß auch ohne hinzugucken, wo das gegnerische Tor steht: der neue VfB-Stürmer Markus Ziereis (hier im Testspiel beim VfB Lübeck)

Weiß auch ohne hinzugucken, wo das gegnerische Tor steht: der neue VfB-Stürmer Markus Ziereis (hier im Testspiel beim VfB Lübeck)

Imago

Oldenburg - Markus Ziereis hat an diesem Sonntag (15 Uhr) einen klaren Vorteil gegenüber Max Wegner. Sollte der neue Stürmer des VfB Oldenburg bei dessen Saisonauftakt in der Regionalliga Nord gegen Kilia Kiel ein Tor erzielen, würde Ziereis wohl ganz automatisch jubelnd in Richtung dicht besetzter Sitzplatztribüne im Marschwegstadion abdrehen und sich für seinen ersten Treffer im VfB-Trikot feiern lassen. Sollte indes Routinier Wegner treffen, könnte er aus alter Gewohnheit zunächst in Richtung Stehplatztribüne laufen – und einen Moment später merken, dass dort gähnende Leere herrscht.

Nur Sitzplätze besetzt

Weil das Marschwegstadion seit der Sommerpause saniert und umgebaut wird, stehen den Fans beim ersten Spiel nach dem Abstieg aus der 3. Liga nur die 4000 neuen Sitzplatzschalen zur Verfügung. Das schlechte, regnerische Wetter macht die Arbeiten in der Arena nicht leichter, durch die noch recht neue Drainage verträgt der Rasen die Wassermassen jedoch „top“, wie der VfB am Donnerstag auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte. Stehplätze gibt es übrigens dennoch – im „OL’s Block“, eigentlich für sitzende Zuschauer gedacht, stehen an diesem Sonntag die VfB-Anhänger, die sich die Tickets dafür ausschließlich an der Tageskasse kaufen können.

VfB als klarer Favorit

So außergewöhnlich die Umstände außen herum sind, so möglichst gewöhnlich soll der um eine Woche verspätete Saisonauftakt (die Auswärtspartie bei Phönix Lübeck wurde auf den 16. August verschoben) des VfB sportlich verlaufen. Zwei Ligen lagen in der Vorsaison zwischen den beiden Vereinen – da ist es eindeutig, dass der prominent besetzte VfB gegen den Emporkömmling aus Schleswig-Holstein der klare Favorit ist. Eine Rolle, an die sich der in der 3. Liga zuletzt stets als Außenseiter angetretene VfB erst wieder gewöhnen muss. Schließlich sehen sogar 14 von 18 Regionalliga-Trainern Oldenburg bei einer Umfrage des „Kicker“ als Meisterkandidat.

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„Wir hatten sieben Tage mehr Zeit zu trainieren als die anderen Mannschaften. Ich habe mit meinem Team diese Zeit, glaube ich, gut genutzt. Wir sind froh darüber, dass es jetzt endlich losgehen kann“, sagt der neue Oldenburger Trainer Benjamin Duda, der gleichzeitig sein Pflichtspieldebüt mit dem VfB feiert. Die Mannschaft habe in der Vorbereitung „vorbildlich mitgezogen, zeigt ein gutes Fitnesslevel, erzielt Fortschritte und entwickelt sich dementsprechend auch weiter“, erklärt der 35-Jährige, betont gleichwohl: „Natürlich gibt es noch Defizite, aber dafür sind ja die Trainingseinheiten, um denen entgegenzuwirken.“ Das Team habe einen sehr hohen Wertanspruch an sich.

Die neue Nummer eins im VfB-Tor: Sebastian Mielitz

TRAINER DUDA ENTSCHEIDET TORWARTFRAGE Sebastian Mielitz geht beim VfB Oldenburg als Nummer eins in Saison

Lars Blancke
Oldenburg

Starker Kader

Und dieses Team hat dank der von vielen Seiten zurecht geschätzten Arbeit von Sportleiter Sebastian Schachten nach dem Abstieg ein Gesicht, dass es verpflichtet, tatsächlich um den Titel zu spielen. Sebastian Mielitz im Tor. Eine etablierte Viererkette mit Neu-Kapitän Marcel Appiah und Leon Deichmann innen, Patrick Möschl rechts und Nico Knystock links. Ein mögliches Mittelfeld besetzt mit Christopher Buchtmann (fällt gegen Kilia noch aus), Ole Käuper und Kamer Krasniqi. Schnelle Außenstürmer wie Rafael Brand und Linus Schäfer. Und eben die Stürmer mit Kämpfer Wegner und Knipser Ziereis. Diese zwölf genannten Spieler haben immerhin alle in der 3. Liga in der Vorsaison gespielt. Mit Fabian Herbst, Justin Plautz und Pascal Richter kommen drei weitere hinzu.

So benennt Trainer Ziele

Auch wenn Duda das Wort Meisterschaft nicht in den Wort nehmen will, sagt er: „Wir wollen attraktiven Fußball spielen und die Fans wieder begeistern. Es ist uns gelungen, einen großen Teil des Kaders der vergangenen Saison zu halten und starke Neuzugänge zu verpflichten. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass diese Mannschaft in der Regionalliga eine gute Rolle spielen kann.“ Die Spitze in der Regionalliga sei jedoch breiter geworden. „Es gibt fünf, sechs andere Mannschaften, die ähnlich ambitioniert sein werden. Uns muss klar sein, dass jeder Gegner gegen uns gefühlt sein Spiel des Jahres macht und noch motivierter sein wird als ohnehin. Wenn es gelingt, dass unsere Spieler die neue Situation annehmen, werden wir viel Spaß haben.“

Führt den VfB Oldenburg als Kapitän an: Marcel Appiah

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