Oldenburg - Ebenso wie der VfB Oldenburg ist auch Rot-Weiss Essen in diesem Sommer auf die bundesweite Fußball-Bühne zurückgekehrt. Der Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet, der in den 1960er- und 1970er-Jahren bei drei Gastspielen insgesamt sieben Jahre in der Bundesliga gespielt hatte, kickte zuletzt 13 Jahre lang in der Viertklassigkeit, ehe in diesem Jahr als Meister der Regionalliga West der Aufstieg in die 3. Liga gelang.
An diesem Sonntag (13 Uhr, Marschwegstadion) empfängt der VfB die Essener, aufgrund der Reisefreudigkeit der RWE-Fans dürften an die 10 000 Zuschauer kommen. Da die beiden Teams in den vergangenen Jahrzehnten nicht höherklassig unterwegs waren, liegen Duelle gegeneinander entsprechend lange zurück. Doch der Blick zurück lohnt sich.
1996/97
In jener Saison treffen VfB und RWE in der 2. Liga aufeinander, in die beide Teams just aufgestiegen waren. Am 20. Oktober 1996 empfängt am elften Spieltag der Tabellenletzte Oldenburg mit Torhüter Jörg Butt den Vorletzten aus Essen. 5000 Zuschauer am Marschweg sehen einen 2:1-Erfolg der von Hubert Hüring trainierten Gastgeber, die durch den Sieg den Platz mit den Gästen tauschen.
Nach der Essener Führung durch Jörg Beyel (30. Minute) treffen Goran Milosavljevic (47.) und Jan Urban (87.) für den VfB. Die Essener Fans sind wegen des Abrutschens auf den letzten Tabellenplatz außer sich und beschimpfen RWE-Trainer Rudi Gores. „Weil ihm die eigenen Fans ans Leder wollten, musste er auf Umwegen zur Pressekonferenz geleitet werden“, schrieb der damalige NWZ-Sportchef Horst Hollmann, der die Partie im Stadion verfolgt hatte, über den Gästecoach. Das Rückrundenspiel in Essen am 3. Mai 1997 geht übrigens mit 5:0 klar an RWE. Am Saisonende steigen beide Mannschaften wieder ab.
1990/91
Sechs Jahre zuvor spielen der VfB und Essen ebenfalls in der 2. Bundesliga gegeneinander. Der VfB ist gerade aufgestiegen, RWE bereits seit Jahren Zweitligist. Am 11. August 1990 gewinnen die Oldenburger mit Trainer Wolfgang Sidka (dem heutigen VfB-Präsidenten) am dritten Spieltag im alten Stadion im Oldenburger Stadtteil Donnerschwee mit 2:0 gegen die Gäste und feiern damit den ersten Saisonsieg.
Der damalige Essener Mario Basler (links) unterhält sich in der Saison 1989/90 mit seinem Trainer Hans-Werner Moors. Basler spielte zwei Jahre lang für RWE. (Bild: Imago)
Vor 7100 Zuschauern treffen Holger Drieling (75.) und Frank Meyer (88.). Aufseiten der Gäste absolviert der damals 21-jährige Mario Basler (er spielte von 1989 bis 1991 in Essen, später bei Werder Bremen und Bayern München) die komplette Partie, kann aber keine entscheidenden Impulse setzen. Ebenfalls für die Essener im Einsatz ist in jener Partie Willi Landgraf. Er ist bis heute mit 508 Einsätzen (außer für Essen spielte er für den FC Homburg, den FC Gütersloh und Alemannia Aachen im Unterhaus) Rekordspieler der 2. Bundesliga. „Außer den Trikots war heute nichts bei uns gut“, sagt Essens Trainer Hans-Werner Moors (er arbeitete später auch beim SV Wilhelmshaven) nach dem Spiel zur NWZ.
Das Rückrunden-Spiel in Essen am 5. März 1991 gewinnt der VfB mit 3:1. Am Saisonende halten die Oldenburger als Tabellenzwölfter die Klasse und verpassen in der folgenden Spielzeit 1991/92 nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga. Essen schafft als Tabellen-15. sportlich zwar den Klassenerhalt, muss wegen eines Lizenzentzuges aufgrund hoher Verbindlichkeiten aber die Liga verlassen.
