Oldenburg - Nächster Rückschlag im Abstiegskampf für den VfB Oldenburg: Der SV Wehen Wiesbaden hat dem Drittliga-Aufsteiger am Samstagnachmittag klar die Grenzen aufgezeigt. Die Oldenburger von Trainer Fuat Kilic, die damit ihre dritte Niederlage in Serie kassierten, verloren vor 3722 Zuschauern im Marschwegstadion mit 1:2 (0:2). Sascha Mockenhaupt (30. Minute) und Johannes Wurtz (45.+1) schossen die Treffer für die in der ersten Halbzeit überlegenen Gäste, die demonstrierten, warum sie um den Aufstieg in die 2. Liga und der VfB gegen den Abstieg in die 4. Liga spielt. Robert Zietarski verkürzte zwar für den VfB (68.), die Schlussoffensive aber blieb erfolglos. Der VfB-Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt nun fünf Punkte, weil der Hallesche FC gegen Aue gewann (5:2).
Mielitz und Wegner draußen
Schon mit der Aufstellung setzte Kilic zwei personelle, überraschende Akzente. Im Tor kam Winter-Zugang Felix Dornebusch zu seinem Pflichtspiel-Debüt für den VfB. Sebastian Mielitz, der am vergangenen Spieltag bei der 0:1-Niederlage bei Erzgebirge Aue mit einer ungestümen Aktion den entscheidenden Foulelfmeter verschuldete, musste auf die Bank weichen. „Ich will einen neuen Impuls setzen mit Felix. Wir haben damit einen spielstarken Torhüter auf dem Platz, der auch im Eins-gegen-Eins sehr stark ist“, begründete Kilic seinen Torwartwechsel kurz vor dem Anpfiff. Außerdem verzichtete der Trainer im Angriff erstmals auf Kapitän Max Wegner. Für ihn kam Linus Schäfer in die Anfangsformation und sollte hinter Spitze Patrick Hasenhüttl für Schwung sorgen.
Dornebusch rettet und patzt
Der VfB begann mutig, direkt nach 50 Sekunden donnerte Justin Plautz einen 20-Meter-Schuss recht knapp über das Tor. Wie torgefährlich die zweitbeste Offensive der Liga ist, bewiesen die Gäste aber schon nach vier Minuten. Nach einer exzellenten Kombination überlupfte Florian Carstens VfB-Debütant Dornebusch, doch Leon Deichmann klärte mit dem Kopf auf der Linie. Die folgende Ecke klärte der VfB ungenügend, Gino Fechner schoss fulminant aus zehn Metern und Dornebusch verhinderte mit einem Riesen-Reflex den frühen Rückstand (5.). Schon nach 16 Minuten musste Kilic erstmals wechseln. Plautz hatte Probleme mit dem linken Auge, Dominique Ndure ersetzte ihn links außen in der Viererkette.
Wehen war das spielerisch bessere Team, der VfB aber hatte dann die Großchance zur Führung. Kamer Krasniqi spielte Rafael Brand schön frei, doch dieser drosch den Ball aus sieben Metern am Tor vorbei (30.). Es deutete sich ein 0:0 zur Halbzeit, da leistete sich Oldenburg den fast schon obligatorischen Aussetzer: Ausgerechnet Dornebusch, der bis dahin einen guten Eindruck machte, verschätzte sich bei einer Flanke eklatant – Mockenhaupt staubte zum 1:0 für Wiesbaden ab (39.). Die Gäste legten beinahe nach, als Johannes Wurtz einen 20-Meter-Freistoß an den Pfosten setzte (43.) – und schlugen in der Nachspielzeit eiskalt zu. Benedict Hollerbach setzte sich bei einem Konter stark gegen Deichmann durch, legte quer und Wurtz schob ungedeckt locker ein (45.+1).
Dreifach-Wechsel zur Pause
Wie unzufrieden Kilic mit dem ersten Durchgang war, demonstrierte er mit einem Dreifach-Wechsel in der Pause. Wegner, Orhan Ademi und Nico Knystock kamen für Brand, Schäfer und Patrick Möschl. Das bedeutete auch, dass der VfB-Trainer mit Hasenhüttl, Wegner und Ademi alles auf eine Karte setzte. Die Gäste waren dennoch weiter feldüberlegen, der VfB fand keine Lösungen, um im Angriff gefährlich zu werden, bis Ademi mit einem sehenswerten Hackentrick knapp über das Tor zielte (59.). Im Gegenzug vergab Hollerbach knapp das 1:3 (60.).
Kilic reagierte noch einmal, verpasste dem eingewechselten Ndure die Höchststrafe und wechselte ihn für Marc Stendera wieder aus (63.). Damit waren nach 63 Minuten bereits alle fünf Wechsel gezogen – und der fünfte Tausch zahlte sich gleich aus. Stendera flankte scharf vors Tor, Zietarski stieg hoch und köpfte zum 1:2 ein (68.). Der VfB versuchte es nun verstärkt mit langen Bällen auf Hasenhüttl und Ademi, hoffte auf Ablagen oder Abpraller. Nachdem Steurer einen Hollerbach-Abschluss von der Linie kratzte (75.), wollte der VfB einen Elfmeter haben, als Hasenhüttl im Strafraum mit Haken und Ösen kämpfte, den Strafstoß aber nicht bekam (80.).
Aufstellungen
VfB Oldenburg: Dornebusch - Möschl (46. Knystock), Deichmann, Steurer, Plautz (16. Ndure/63. Stendera) - Starke, Zietarski, Krasniqi, Schäfer (46. Wegner), Brand (46. Ademi) - Hasenhüttl.
Wehen Wiesbaden: Lyska - Gürleyen, Carstens, Rieble (46. Mrowca)- Mockenhaupt, Jacobsen, E. Taffertshofer (82. Kempe), Fechner, Hollerbach (90.+2 Hollerbach), Wurtz - Iredale (71. Froese).
