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Testspieler, Traumtor, Talentschau Wie St. Pauli dem VfB Oldenburg beim 6:0 die Grenzen aufzeigt

Debüt im VfB-Trikot: Ole Käuper (rechts) im Duell mit Paulis Afeez Aremu

Debüt im VfB-Trikot: Ole Käuper (rechts) im Duell mit Paulis Afeez Aremu

Volkhard Pattebn

Oldenburg - Testspieler, Traumtor, Talentschau: Das Vorbereitungsspiel des VfB Oldenburg am Freitagabend vor 700 Zuschauern im Ahlhorner Hans-Jürgen-Beil-Stadion gegen den FC St. Pauli hatte so einiges zu bieten – nur keine Spannung. Der ambitionierte und spielfreudige Zweitligist vom Kiez zeigte dem Absteiger in die Regionalliga Nord deutlich die Grenzen auf und gewann mit 6:0 (3:0). Nach dem 6:2 zum Testspiel-Auftakt gegen den SV Wilhelmshaven (Landesliga) steht für den VfB bereits an diesem Sonntag (15 Uhr) bei Bezirksligist RW Damme der dritte Prüfstein bevor.

Die etablierte Elf

In Halbzeit eins schickte VfB-Trainer Benjamin Duda eine Elf der Etablierten auf den Rasen, bei der Ole Käuper (kam vom SV Meppen) im defensiven Mittelfeld sein VfB-Debüt feierte und vor allem im Spielaufbau als ordnende Hand und Ballverteiler agierte. Nach guten ersten zehn Minuten verschuldete der VfB unnötig einen Foulelfmeter, den Eric Smith zum 1:0 verwandelte. Pauli zeigte nun Spielwitz und schöne Ballstafetten, der VfB kam oft einen Schritt zu spät. Connor Metcalfe (21.) und Adam Dzwigala mit einem traumhaften Heber aus 35 Metern über den verdutzten VfB-Keeper Jhonny Peitzmeier hinweg (28.) stellten das Ergebnis zur Pause auf 3:0 für St. Pauli.

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„Für mich war es keine 0:3-Halbzeit. Ich habe durchaus positive Szenen gegen und mit dem Ball meiner Mannschaft gesehen“, sagte VfB-Trainer Benjamin Duda. „Der Unterschied wurde deutlich zum einen in der Effektivität – wie schießen wir aufs Tor, wie schießt der etablierte Zweitligist aufs Tor. Und zum anderen, in dem wir zwei Gegentore mehr oder weniger selbst vorlegen“, analysierte Duda: „Wir kassieren diese nach einer eigenen Spieleröffnung. Das ist so nicht hinzunehmen.“ Grundsätzlich habe der VfB im eigenen Ballbesitz „zu häufig zum Torwart gespielt. Respekt ja, aber zu viel Respekt nein. Den hätten wir in bestimmten Situationen ablegen müssen.“

Die jugendliche Elf

In Halbzeit zwei lud Duda dann vor einer noch recht erfahrenen Viererkette, in der ab der 58. Minute Moritz Busch (17) agierte, zur Talenteschau ein. Louis Hajdinaj (17) spielte im defensiven Mittelfeld, daneben gaben Elijah Müller (19) und Drilon Demaj (22) ihr Bestes. Vorne versuchten Keenon Erfurth (21; Testspieler vom VfB Lübeck II) Phil Sarrasch (22) und Tom Gaida (18) sich durchzusetzen, spielten aber gegen die erfahrenen Profis keine Torchance heraus. Der VfB konzentrierte sich nun zumeist auf das Verteidigen. „Sie haben das taktisch diszipliniert gespielt. Wir können uns nicht vorwerfen, dass wir nicht geackert haben und gerannt sind“, sagte Duda und hielt fest: „Für mich ist das 0:6 zu hoch. Wir können positive Dinge mitnehmen, die werden wir in der Videoanalyse morgen auch aufzeigen.“ Ein Lichtblick war indes der 17-jährige Hajdinaj im defensiven Mittelfeld, der mutig in den Zweikämpfen agierte und sich voll hineinwarf. „Man muss ganz klar sagen: Louis ist eines unserer größten Talente im Nachwuchs“, lobte auch Duda.

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Das war der Testspieler

In Lamine Diop hatte der VfB auf der rechten Angriffsseite einen neuen Testspieler vom Bremer SV in der Startelf (Erfurth war bereits in Wilhelmshaven dabei). „Er kann sich hier heute zeigen“, sagte Sportleiter Sebastian Schachten vor der Partie. In seinen 45 Minuten auf dem Platz kam Diop kaum in nennenswerte Szenen, hatte es aber auch schwer in der VfB-Offensive, die selten in Schwung kam. „Es gibt sicherlich bessere Tage, als gegen einen Zweitligisten zu starten“, stellte Duda nach der Partie fest und berichtete, dass Diop auch im Training an diesem Samstag und beim Spiel am Sonntag in Damme dabei sein wird: „Dann schauen wir weiter.“

So läuft Transfermarkt

Am Freitagabend liefen indes all jene Verträge aus, die für die vergangene Saison galten. Die abwanderungswilligen Spieler wie Kebba Badjie, Jakob Bookjans (guckte am Freitag in Ahlhorn zu) und Dominique Ndure sind damit ab diesem Samstag offiziell vereinslos. Oliver Steurer ist hingegen bei mehreren Drittligisten im Gespräch, Orhan Ademi trainierte zuletzt beim 1. FC Bocholt mit. Zuletzt hatten Ayodele Adetula (TSV Steinbach Haiger) und Manfred Starke (1860 München) einen neuen Verein gefunden.

Die Aufstellungen

1. Halbzeit, VfB: Peitzmeier - Knystock, Herbst, Appiah, Deichmann - Käuper, Demaj, Krasniqi - Brand, Diop - Wegner.

St. Pauli: Vasilj - Treu, Mets, Dzwigala, Günther - Smith, Aremu, - Metcalfe, Saad - Albers, Boukhalfa.

2. Halbzeit, VfB: Mielitz - Plautz, Herbst (58. Busch), Appiah, Richter - Hajdinaj, Demaj, Müller - Erfurth, Sarrasch, Gaida.

St. Pauli: Burchert - Ritzka, Nemeth, Medic, Saliakas - Wahl, Härtl - Amenyido, Eggestein, Afolayan - Otto.

Tore: 0:1 Smith (10., Foulelfmeter), 0:2 Metcalfe (21.), 0:3 Dzwigala (28.), 0:4 Otto (52.), 0:5 Härtl (57., Foulelfmeter), 0:6 Amenyido (78.).

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