Kiel/Oldenburg - Der ungewohnte Untergrund sollte und durfte bei der Ursachenforschung des VfB Oldenburg keine Rolle spielen. „Der Kunstrasen ist keine Ausrede, da haben wir ja auch drauf trainiert“, sagte Patrick Möschl, Kapitän des VfB Oldenburg, nach dem enttäuschenden 0:0 zum Jahresauftakt bei Aufsteiger Kilia Kiel. In der Tat hatte der Fußball-Regionalligist fast die gesamte Vorbereitung auf einem ähnlichen Kunstrasen an der Maastrichter Straße geübt – zu sehen war davon am Samstag recht wenig.
Mitspieler nicht gefunden
Viel zu viele Ungenauigkeiten, lange Bälle, technische Fehler: Weil der vor allem in der zweiten Halbzeit überlegene VfB nicht das richtige Mittel fand, um den couragiert verteidigenden Tabellenvorletzten zumindest einmal entscheidend auszuspielen und ein Tor zu erzielen, endete das erste Punktspiel des Jahres mit jeder Menge Frust. „Letztlich müssen wir mit dem o:o zufrieden sein. In der ersten Halbzeit sind viele Aktionen über die Flügel gelaufen, aber wir haben die Mitspieler im Zentrum nicht gefunden“, analysierte VfB-Trainer Fuat Kilic und sprach weitere Fehler an: „Wir haben oft zu überhastet gespielt. Wir haben zu viel quer gespielt, auch viele Ballverluste gehabt“, sagte Kilic. Sein verlängerter Arm auf dem Spielfeld bestätigte dies: „Im Großen und Ganzen müssen wir unsere Chancen besser ausspielen. Wir haben gut gekämpft, aber unnötige Ballverluste gehabt“, sagte Möschl.
So ist der Spielverlauf sehr schnell erzählt. Der VfB tat sich in den ersten 45 Minuten sehr schwer, hatte durch einen Schuss von Möschl eigentlich nur eine klare Chance (24. Minute). Mehr brachten die Gastgeber auch nicht auf den Highlight-Zettel, trafen bei ihrem Kopfball von Ben Opoku Labes aber die Torlatte (39.).
In Durchgang zwei war der VfB deutlich überlegen, kreierte aber zu wenige Chancen. Linus Schäfer wollte nach 57 Minuten einen Elfmeter haben, Schiedsrichter Timon Schulz entschied jedoch zur Überraschung der Oldenburger auf Schwalbe und zeigte Gelb. Das wurde deswegen wichtig, weil Schäfer sich nach 78 Minuten ein Scharmützel mit Gegenspieler Jeppe Tammes Waschko leistete und dafür in der Folge Gelb-Rot sah. Der offensive Außen fehlt damit ausgerechnet im Derby beim SV Meppen am 7. Februar.
Adam startet gut
Gute Chancen hatte der VfB nach der Pause trotz seiner Überlegenheit indes auch nur zwei. Aurel Loubongo scheiterte am Kilia-Torwart (68.), Marc Schröder schoss in der Nachspielzeit knapp am Tor vorbei (90.+6). „In der zweiten Halbzeit hätten wir aufgrund der Überlegenheit den Sieg verdient gehabt. Aber Respekt vor der kämpferischen Leistung der Kieler. Auch der Gegner hatte die eine oder andere Konterchance“, resümierte Kilic nach einem unbefriedigenden Start ins neue Jahr.
Immerhin eine positive Nachricht gab es aus Oldenburger Sicht: Kilic verhalf dem bisher einzigen Winter-Zugang Anouar Adam gleich mal zu seiner Startelfpremiere. Zusammen mit Schröder und Leon Deichmann bildet der 24-Jährige, der vom OSC Bremerhaven gekommen war, die Dreierkette – und zeigte insgesamt eine gute Leistung.
