Oldenburg - Wenn der VfB Oldenburg an diesem Freitag (18.30 Uhr) beim FC St.Pauli II gastiert, dann ist das nicht nur eine besondere Partie für mehrere Spieler des Fußball-Regionalligisten, die früher an der Elbe gespielt haben und heute an der Hunte kicken. Auch der Sportliche Leiter Sebastian Schachten hat eine mehrjährige Kiez-Club-Vergangenheit – und ist auch der entscheidende Faktor, warum inzwischen fünf Ex-Paulianer im Kader des VfB stehen.
Jhonny Peitzmeier (23)
Im Oktober 2021 übernahm Schachten das Amt des Sportleiters beim VfB und hat seitdem vier Spieler verpflichtet, die zuvor in Hamburg unter Vertrag standen. Einer davon ist Torwart Jhonny Peitzmeier, der vor der Saison als Herausforderer von Sebastian Mielitz verpflichtet worden war, der aber dank konstanter Leistungen und „unterstützt“ von Mielitz‘ Knieverletzung längst die Nummer eins im VfB-Tor ist. Peitzmeier spielte in der Vorsaison noch bei St. Pauli II, hütete 17-mal das Tor des Nord-Regionalligisten. Seine Verpflichtung hat sich für den VfB längst bezahlt gemacht.
Aurel Loubongo (22)
Nicht direkt vom FC St. Pauli, aber mit einer langen Hamburger Vergangenheit, kam Aurel Loubongo in diesem Sommer nach Oldenburg. In der vergangenen Spielzeit kickte der Flügelflitzer zwar in der 3. Liga für RW Essen (13 Einsätze), davor durchlief der gebürtige Hamburger jedoch von 2013 an alle Jugendmannschaften des FC St. Pauli und stand von 2020 bis 2022 insgesamt 42-mal für die Zweite auf dem Platz. Auch Loubongo erweist sich als echte Verstärkung, zeigt sich vor allem seit dem Trainerwechsel hin zu Fuat Kilic ganz stark in Form.
Justin Plautz (24)
Bereits im Sommer 2022 und damit vor der Drittliga-Saison lotste Schachten in Justin Plautz den nächsten Spieler direkt vom FC St. Pauli II zum VfB. Der in der Jugend von Werder Bremen ausgebildete Linksfuß stand allerdings „nur“ ein Jahr bei den Kiezkickern unter Vertrag. Ob er an diesem Freitag bei dem Wiedersehen mit alten Bekannten dabei sein kann, ist noch fraglich. Plautz bekam zuletzt beim 4:1-Sieg gegen den Eimsbütteler TV einen Schlag auf den linken Fuß und musste nach 31 Minuten ausgewechselt werden. Die Diagnose Verstauchung lässt zumindest eine kleine Chance zu, dass er einsatzbereit ist.
Christ. Buchtmann (31)
Er ist nach wie vor so etwas wie der Königstransfer von Schachten. Christopher Buchtmann prägte zehn Jahre lang das Mittelfeld des FC St. Pauli – allerdings das der Ersten. 190 Einsätze in der 2. Liga stehen bei dem technisch starken Linksfuß (höchster Marktwert 2017: 1,5 Mio. Euro) zubuche, kein anderer VfBer hat mehr Profi-Erfahrung. Schachten holte Buchtmann im vergangenen Sommer nach dem Aufstieg in die 3. Liga. Dass er auch für die Regionalliga zusagte, galt als starkes Zeichen vor dieser Saison. Immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen stand Buchtmann, der seit einem Jahr auch in Oldenburg lebt, in dieser Spielzeit immerhin in 11 von 15 Regionalligapartien auf dem Platz.
Leon Deichmann (26)
Der einzige VfBer, der bereits für St. Pauli gekickt hat, aber nicht von Schachten verpflichtet wurde, ist Leon Deichmann. Der gebürtige Hamburger spielte als kleiner Junge bis 2008 in der Pauli-Jugend, wechselte danach zum „großen“ HSV, wo er neun Jahre verbrachte. In der Saison 2018/19 stand der Verteidiger für eine Saison beim FC St. Pauli unter Vertrag, von dem er direkt zum VfB wechselte. In Oldenburg spielt Deichmann also bereits seine fünfte Saison, er ist unumstrittener Stammspieler in der Abwehrkette.
Sebastian Schachten (39)
Von 2011 bis 2015 lief Schachten am Millerntor für die Zweitliga-Mannschaft des FC St. Pauli auf. 97 Einsätze hatte der frühere Profi in dieser Zeit, kam dabei auf zehn Tore, sechs Vorlagen, 31 Gelbe Karten und eine Gelb-Rote Karte. Der FC St. Pauli ist der Verein, für den der Defensivspieler am meisten Partien im Profibereich absolvierte – und zu dem er heute noch beste Kontakte besitzt, die auf den VfB-Kader positiv wirken.
