Oldenburg - Wenn ein Absteiger zuhause auf einen Aufsteiger trifft, ist die Favoritenrolle zumeist klar verteilt. So ist es auch an diesem Samstag (14 Uhr) im Marschwegstadion der Fall, wenn der vorherige Drittligist VfB Oldenburg auf den langjährigen Oberligisten SC Spelle-Venhaus trifft – und dabei zum ersten Mal in dieser Saison ein zweites Spiel in Serie gewinnen will.
Die drei bisherigen Erfolge gegen Kilia Kiel (4:0 am 1. Spieltag), SV Meppen (2:0 in einem Nachholspiel zwischen dem 6. und 7. Spieltag) und zuletzt beim Bremer SV (2:0 am 11. Spieltag) lagen viel zu weit auseinander für ein Team, das den eigenen Ansprüchen zufolge oben mitspielen will. Die Chance, gegen den Aufsteiger aus dem Emsland, den Vorletzten der Gesamt- und den Vorletzten der Auswärtstabelle (kein Sieg) nachzulegen, darf sich der VfB nicht entgehen lassen, um auch etwas Übergeordnetes zu schaffen.
Sieggefühl kehrt zurück
„Es muss eine gewisse Eigendynamik entstehen“, hofft nämlich Chefcoach Fuat Kilic, dass seine Spieler das Gefühl des Sieges beim Bremer SV mitnehmen und dieser zu einem Brustlöser wird. Der Trainer-Rückkehrer bezieht diese Eigendynamik allerdings nicht auf eine Aufholjagd in der Tabelle, sondern auch auf die Atmosphäre innerhalb des Teams. „Wir brauchen als Mannschaft das Gefühl, dass jeder für den anderen da ist“, sagt Kilic – in dem Wissen, dass vor allem Siege so eine Stimmung fördern.
Eines hat Kilic in jedem Fall in den vier Pflichtspielen unter seiner Regie hinbekommen: Der VfB tritt defensiv wieder wesentlich stabiler auf. Drei Gegentreffer hat das Team in diesen vier Partien nur kassiert, zuvor waren es 16 Gegentore in acht Ligabegegnungen. Schon in der 3. Liga reduzierte Kilic Oldenburgs Gegentoreschnitt von 1,92 auf 1,17. „Wir haben wie im Pokalspiel über 90 Minuten zu Null gespielt, das ist ein wichtiger Schritt“, betonte der Trainer nach dem Sieg in Bremen.
Spieler kehren zurück
Ein paar gute Nachrichten gibt es von der Personalabteilung des VfB, die im Stadion am Panzenberg noch neun Ausfälle gelistet hatte. In Marc Schröder und Marcel Appiah kehren zwei Verteidiger nach ihren Sperren definitiv zurück – eine Einsatzgarantie hat erstmal aber wohl nur der formstarke Schröder. Drilon Demaj hat nach seiner Gehirnerschütterung aus der Pokalpartie bei BW Lohne wieder trainiert und steht zur Verfügung. Genau wie Linus Schäfer, der nach seinen Kapselproblemen nun zum Kader gehören dürfte. Auch Tom Gaida (kam aus der A-Jugend; noch ohne Einsatz) ist wieder fit. Weiterhin fehlen hingegen Sebastian Mielitz (Knie-OP), Ole Käuper (Hüftbeuger), Rafael Brand (Muskelverletzung) und Justin Plautz (Muskelverletzung). Sowohl Brand als auch Plautz befinden sich jedoch wieder im Training und dürften zeitnah zurückkehren.
