Oldenburg - Von der fünften Jahreszeit hat Fuat Kilic „jetzt ein paar Mal gehört“, auf dem Kramermarkt ist der Alt-Neu-Trainer des VfB Oldenburg aber noch nie gewesen – schließlich ging seine erste Amtszeit von März bis Juni dieses Jahres komplett am Volksfest vorbei. Für einen geselligen, traditionellen Bummel mit der Mannschaft hat Kilic in den nächsten Tagen ohnehin weder Zeit noch Kopf: Erst gastiert an diesem Sonntag (15 Uhr) der Regionalliga-Spitzenreiter Holstein Kiel II im Marschwegstadion. Dann folgt bereits am Dienstag (15 Uhr) das Landespokal-Halbfinale bei BW Lohne.
Auf Formsuche
Und Kilic’ zweites und drittes Pflichtspiel seiner zweiten Amtszeit an der Hunte haben einen enormen Wert. Nach wie vor sucht der personell stark besetzte VfB nach dem Abstieg aus der 3. Liga nach seiner Form und vor allem den richtigen Mitteln, um Dominanz auszustrahlen und Siege einzufahren. Elf Punkte beträgt der Rückstand bereits auf die Kieler. Wollen die Oldenburger die Spitzengruppe nicht frühzeitig komplett aus den Augen verlieren, dürfen sie sich bis zur Winterpause kaum Ausrutscher leisten.
„Wir müssen mehr Intensität in unser Spiel bekommen, mehr in maximale Sprintbereiche gelangen und eine höhere Aggressivität an den Tag legen. Das ist die Basis, um auch gegen den Ball aktiver zu verteidigen und defensiv mehr Stabilität zu haben“, sagt Kilic über seine Erkenntnisse aus den ersten zwei VfB-Wochen inklusive des Debüts bei der SV Drochtersen/Assel (1:1). Dort habe ihm gefallen, dass das Team nach dem Rückstand „nicht den Faden verloren und unseren Plan weiter verfolgt“ habe. Dennoch habe der VfB in vielen Bereichen noch Steigerungsbedarf. „Wir haben zu viele unerzwungene Ballverluste und zu viele unkontrollierte Pässe gespielt. Das ist nicht mein Ansatz. Wir müssen mehr Sicherheit im Ballbesitz ausstrahlen und mehr Selbstbewusstsein haben.“ Deswegen habe er in dieser Woche im Training „viel am eigenen Ballbesitz“ arbeiten lassen: „Daran müssen wir feilen. Die Jungs wollen, machen und tun. Sie sind bereit, das ist für mich das Entscheidende.“
Formstarker Gegner
Dass der VfB mit zehn Punkten aus neun Spielen und Tabellenplatz zwölf nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzt, ist offenkundig. Mit der Kieler Zweitligareserve kommt nun eine Mannschaft an den Marschweg, die einen völlig gegensätzlichen Saisonstart hingelegt hat. Sieben Siege aus acht Partien, Tabellenführer – die Kieler Jungstörche fliegen hoch in dieser Spielzeit. „Sehr selbstbewusst, sehr befreit aufspielend“, sagt Kilic zu dem Gegner, bei dem in Diyar Saka ein Spieler im Aufgebot steht, der in der U 19 des JFV Nordwest kickte und von 2020 bis 2022 das VfB-Trikot trug. In dieser Saison kommt der 22-Jährige auf fünf Kurzzeit-Einsätze und ein Tor.
Form für zwei Spiele
„Sie gehen durchaus Risiko in der Spieleröffnung. Sie haben eine sehr gute Tiefe im Spiel, da müssen wir aufpassen und dürfen ihnen nicht zu viele Räume geben. Das werden sie bestrafen. Wir müssen eng dran sein“, sagt Kilic über die Kieler – und will vor dem 48-Stunden-Doppelpack noch nicht viel über das Pokalspiel in Lohne reden. „Wir müssen gegen Kiel Vollgas geben und dann schauen, wer für Lohne fit ist. Wir werden aber nicht groß rotieren, es geht um das Finale. Da will Jeder hin.“
