Oldenburg - Das Heimspiel gegen Hannover 96 II am 22. Oktober des Vorjahres war etwas ganz Besonderes. Klar, der VfB Oldenburg besiegte damals den Tabellenführer mit 2:1. Speziell aber war vor allem eines: Die beiden Tore erzielten Max Wegner und Markus Ziereis. Es ist bis heute das letzte Regionalligaspiel gewesen, in dem beide Oldenburger Angreifer getroffen haben – und dies gelang auch nur ein weiteres Mal, am ersten Spieltag gegen Kilia Kiel (4:0).
1. Lars Gindorf (Hannover 96 II) 21 Tore.
2. Stanislav Fehler
(Holstein Kiel II) 16.
3. Marek Janssen
(SV Meppen) 14.4. Tom Sanne
(Hamburger SV II) 13.
5. Christopher Schepp
(SV Meppen) 11.
6. Julian Ulbricht
(FC St. Pauli II), Jannik Zahmel (BW Lohne) beide 10.
... 17. Markus Ziereis
(VfB Oldenburg) 6 Tore. 17 weitere Spieler der Regionalliga haben bereits 6 Tore erzielt.
Der Oldenburger Angriff – das zeigen die Zahlen vor dem Heimspiel an diesem Sonntag (14 Uhr) gegen Eintracht Norderstedt – ist in dieser Saison bisher nicht stürmisch genug, um um den Titel zu spielen. Ziereis mit sechs und Wegner mit fünf Toren sind die treffsichersten VfBer (auch Kamer Krasniqi hat fünf Saisontore). Beim Gegner aus Norderstedt, einem auf Platz zwölf liegenden Mittelfeldteam, sind in Nick Gutmann (im Winter zu Teutonia Ottensen gewechselt) mit neun Toren und Kevin Prinz zu Anhalt mit acht Treffern sogar zwei Spieler treffsicherer als der beste VfBer – und das gesamte Team hat mit 39 Toren auch drei mehr erzielt als der VfB.
Selbstkritik von Wegner
„In unseren Spielen hat man als Stürmer immer mindestens eine Chance, die man machen kann. Das reflektiere ich schon. Gerade, wenn wir nicht gewinnen. Ich hätte sicher gern mehr Tore geschossen und mehr Vorlagen gegeben“, sagt Wegner, der zu Beginn dieser Woche im Podcast „Nordwestkurve“ zu Gast war, selbstkritisch. Er sei in seiner Laufbahn schon oft dafür gelobt worden, wie sehr er mit Einsatz und Laufaufwand für sein Team arbeite, aber: „Das Fußballgeschäft ist leider so hart, dass eigentlich nur die Statistik gesehen wird. Da ärgere ich mich schon, wenn da keine zweistellige Zahl zu sehen ist. Ich versuche, beim Abschluss immer fokussierter zu sein. Vielleicht auch öfter mal etwas alleine zu machen und zu schießen. Da habe ich auch mit 34 Jahren noch Entwicklungspotenzial.“
Eigentlich ist der VfB unter Trainer Fuat Kilic durchaus offensiv ausgerichtet. Wegner, der zuletzt zwei Spiele aufgrund eines Pferdekusses verpasste, nun aber wieder einsatzbereit ist, steht zumeist mit Ziereis gemeinsam auf dem Platz. „Markus ist der Box-Spieler, der lauert, der Anspiele gut verwerten kann, ob hoch oder flach, und der den schnellen Abschluss sucht. Ich bin da anders, ich laufe mehr, ich arbeite mehr gegen den Ball. Deswegen ist es gut, dass so ein Gegensatz entsteht“, beschreibt Wegner das Zusammenspiel und erklärt weiter: „Wenn Markus vorne drin ist, gehe ich mehr auf die rechte Seite. Am Anfang habe ich gedacht, das wird nicht funktionieren, aber mittlerweile merke ich, dass ich fast eine Achter-Position spiele. Dort habe ich viele Freiheiten und kann das einbringen, was mich stark macht: Laufen, variabel sein, Bälle bringen und mannschaftsdienlich sein.“
In der Tat tut diese Variabilität der VfB-Offensive gut, in der es personell vor der Norderstedt-Partie einige Fragezeichen gibt. Erhält Winter-Zugang Elsamed Ramaj wieder den Vorzug vor Aurel Loubongo? Agiert Linus Schäfer erneut von der rechten Schiene aus? Oder bekommt Rafael Brand nach einem Tor und einer Vorlage beim 2:3 in Meppen noch eine Chance?
0:5 im Hinspiel
Egal, welches Personal am Sonntag im Marschwegstadion auf dem Platz steht, es hat einiges wiedergutzumachen. Im Hinspiel in Norderstedt setzte es nach einem 0:0 zur Halbzeit eine böse 0:5-Klatsche – es war das letzte Spiel von Benjamin Duda als VfB-Trainer, danach holte der Verein Kilic zurück. „Unerklärlich, was damals passiert ist. Norderstedt war für mich nicht die Mannschaft, bei der so etwas passieren kann. Deswegen haben wir eine Rechnung offen“, betont Wegner.
Die Gäste kommen mit einer schwachen Form nach Oldenburg. Ihre letzten vier Ligapartien haben sei allesamt verloren. Der VfB hingegen hat aus seinen letzten sechs Heimspielen fünf Siege und ein Remis geholt. „Ich fühle mich Zuhause im Marschwegstadion viel, viel wohler als auswärts. Allein schon, weil die ganzen Strapazen wegfallen. Alles passiert schnörkellos – hinfahren, umziehen, spielen. Alle Zuschauer sind für uns, das gibt uns einen Push. Man kennt den Platz, es fühlt sich einfach besser an“, sagt Wegner mit Blick auf die Oldenburger Heimstärke.
