Oldenburg - Drilon Demaj machte keinen Hehl aus seiner Gefühlswelt, auch wenn der Doppelpacker des VfB Oldenburg noch ein wenig schüchtern wirkte. „Das ist ein Traum für jeden Fußballer“, sagte Demaj über seine beiden Tore in der 26. und 38. Minute, mit denen der von BW Lohne gekommene Mittelfeldspieler seinen neuen Club beim 4:0 (3:0)-Erfolg gegen Kilia Kiel vorentscheidend mit 3:0 in Führung brachte. „Es war ein super Spiel. Zwei Tore selbst zu erzielen, zu Null zu spielen: Etwas Besseres kann man sich nicht vorstellen“, sagte der 22-Jährige über das erste Saisonspiel des VfB in der Regionalliga Nord. Dieses verlief nicht nur für ihn, sondern auch für die anderen zum Einsatz gekommenen Neuverpflichtungen des VfB nahezu ideal.
Gutes Händchen
Drei Oldenburger Zugänge brachte der neue Trainer Benjamin Duda am Sonntag von Beginn an und bewies damit ein gutes Händchen. Der souveräne Auftritt von Ole Käuper (kam vom SV Meppen), der das Spiel aus dem defensiven Mittelfeld lenkte, dem Spiel Struktur verlieh und viele Bälle verteilte, kam wenig überraschend. Dafür drehte neben Demaj ein weiterer neuer Mann in der starken ersten Halbzeit auf: Aurel Loubongo. Mit schnellen Dribblings und tiefen Läufen überforderte der wieselflinke Außenstürmer, der von Drittligist RW Essen (zehn Kurzzeit-Einsätze) an die Hunte gewechselt war, den Aufsteiger aus Kiel ein ums andere Mal. Zudem lieferte er den Assist vor dem 1:0 durch Max Wegner (7. Minute).
So laut seine Leistung in den ersten 45 Minuten war, so leise präsentierte sich der 22-Jährige nach der Partie im Gespräch mit unserer Redaktion. Er wisse gar nicht so recht, was er sagen solle, meinte der gebürtige Hamburger – und lobte erstmal die 2730 Fans im Marschwegstadion: „Die Stimmung war großartig, das fing schon damit an, als wir eingelaufen sind. Ich war auf jeden Fall beeindruckt.“
Flexible Außen
Loubongo wechselte regelmäßig mit dem zweiten offensiven Außen Rafael Brand die Seiten, das Duo machte den VfB dadurch flexibler. In der zweiten Halbzeit, in der der Absteiger aus der 3. Liga trotz der Überzahl ab der 24. Minute (Kiels Felix Niebergall sah nach einer Notbremse die Rote Karte) deutlich weniger Tempo und Spielfreude zeigte, baute auch Loubongo mit ab und verzettelte sich in einigen Einzelaktion. „Ich finde, die erste Halbzeit war überragend. Wir wussten, dass wir vorn unsere Chancen haben werden und wollten hinten die Null halten“, sagte der neue Mann.
Kurz nachdem in Markus Ziereis auch der vierte Oldenburger Zugang mit seinem Tor zum 4:0 nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung seinen ersten Fußabdruck im Marschwegstadion hinterlassen hatte, durfte sich Drilon Demaj indes Ausruhen. Nach 68 Minuten ersetzte ihn Linus Schäfer, der der Durchstarter der Vorsaison im VfB-Kader gewesen war und dessen Einwechslung die Tiefe im VfB-Kader unterstreicht. „Drilon hat das umgesetzt, was wir von ihm sehen wollten – aus der Achter- bzw. Zehnerposition heraus unheimlich viele Räume gerissen durch seine Tiefgänge. Er hatte auch eine gute Ballsicherheit und hat scharf verteidigt. Er hat in allen Facetten ein sehr gutes Spiel gemacht“, erhielt Demaj ein Sonderlob von Duda.
Buchtmann kehrt zurück
Dass der dynamische Rechtsfuß, bei dem vor allem das Zusammenspiel mit Kamer Krasniqi (gab ihm bei seinen Treffern beide Vorlagen) prächtig harmonierte, direkt startete, lag laut Duda an „einer sehr guten Vorbereitung“. Und daran, „dass unser Matchplan zu seinem Spielertypen gepasst hat. Das hat er heute jedem Fall genutzt.“
An diesem Freitag (19.30 Uhr) beim TSV Havelse dürfte Demaj damit kaum aus der Oldenburger Startformation wegzudenken sein. Der zuletzt verletzte Christopher Buchtmann soll zwar in dieser Woche wieder ins Teamtraining einsteigen und wird den Konkurrenzkampf im Mittelfeld kurzfristig neu entfachen. Ein Einsatz von Beginn an bei den punktlosen Havelsern dürfte für den Routinier aber zu früh kommen.

