Am Sonnabend habe ich mir das Spiel als neutraler Zuschauer angesehen, da mein Sohn die Partie als Schiedsrichter leitete. Meiner Meinung nach (ich bin selbst aktiver Schiedsrichter) war die Schiedsrichter-Leistung vernünftig, aber vielleicht bin ich als Vater da auch befangen. Deswegen möchte ich eher auf die Begleitumstände außerhalb des Platzes eingehen.
Spätestens nach zehn Minuten war der Unparteiische bei den VfL-Anhängern (wohl größtenteils Eltern der Spieler) unten durch, nachdem er einen Elfmeter für VfB und eine Gelbe Karte gegen VfL verhängte. Daraufhin sah sich der Schiedsrichter für den Rest des Spiels, insbesondere verstärkt in der 2. Halbzeit, massiven persönlichen Herabwürdigungen, Beleidigungen, teils auch verbalen Bedrohungen ausgesetzt – wohlgemerkt bei einem Spiel von 15-Jährigen mit einem 16-jährigen Schiedsrichter.
Mit zunehmender Spieldauer dehnten sich die Beleidigungen der Erwachsenen VfL-„Anhänger“ auch auf die Spieler des VfB aus. Ein lobenswert besonnener Zuschauer versuchte in der 2. Halbzeit für Mäßigung zu sorgen („Die eigene Mannschaft anfeuern ist ja ok, aber den Rest lasst mal weg“). Leider fand er kein Gehör.
Wie sollen Jugendliche Werte wie Respekt und Toleranz verinnerlichen, wenn ihnen im Umfeld das Gegenteil vorgelebt wird. Zum Glück ließen sich die Spieler auf dem Feld nicht von dem beschämenden Verhalten der Erwachsenen am Spielfeldrand beeinflussen.
Alle Spieler, auch die des VfL, gaben nach dem Spiel dem Schiedsrichter sportlich fair die Hand – vorbildlich.
