Oldenburg - Es sollte nicht ihr Tag werden. Ohnehin schon ersatzgeschwächt angereist, mussten die Handballerinnen des VfL Oldenburg am Samstag gleich zum Spielbeginn beim dänischen Vertreter Randers HK den nächsten personellen Rückschlag hinnehmen. Zwei ganz unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen in der Endphase dieser insgesamt sehr ausgeglichen geführten Partie passten schließlich zum Gesamteindruck: Die Oldenburgerinnen hatten einmal mehr eine großartige Moral bewiesen – ja, den Sieg zwischenzeitlich schon ein wenig vor Augen – und doch fuhren sie mit leeren Händen nach Hause.

24:28 (14:13) hieß es nach 60 Minuten in der Randers- Arena. So muss die Mannschaft von Trainer Leszek Krowicki nun ernsthaft um den Achtelfinal-Einzug bangen, nachdem schon die Auftaktpartie in der Gruppe A gegen Nantes Loire in eigener Halle mit 30:37 verloren worden war.

Der Bundesliga-Achte musste ohne die langzeitverletzte Julia Wenzl (Aufbautraining nach Knie-OP), Spielführerin Kim Birke (Muskelfaserriss) und die Niederländerin Isabelle Jongenelen (Schulterverletzung) auskommen. Diese Ausfälle wollte das Team unbedingt mit einem erhöhten kämpferischen Einsatz wettmachen. Gesagt, getan: Die VfL-Frauen fanden gut ins Spiel und lagen nach sechs Minuten mit 4:2 in Front. Dann allerdings der erste Rückschlag: Die Tschechin Veronika Malá zog sich bei einem Sprung eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu und konnte nicht mehr weiterspielen.

Nach Birke fiel damit die zweite Linksaußen beim VfL aus. Angie Geschke rückte fortan auf diese Position, womit Krowickis personelle Möglichkeiten gleichzeitig weiter eingeschränkt wurden. „Es kam alles zusammen. Mit dieser dann ungewohnten Aufstellung haben wir wirklich sehr lange sehr gut mitgespielt“, meinte Krowicki bei Spielschluss.

Nach zehn Minuten allerdings übernahmen die Däninnen die Führung und zogen bis zur 18. Minute mit drei Treffern auf 9:6 davon. Apropos Kampfgeist: Die VfL-Frauen hielten beherzt dagegen, erzwangen den 9:9-Ausgleich (21. Minute) und gingen nicht unverdient mit einer 14:13-Führung in die Halbzeitpause.

Diesen Schwung nahmen die Gäste mit in den zweiten Durchgang. Angie Geschke und Co. bauten den Vorsprung zügig auf drei Tore aus (18:15/36. Minute). Doch es blieb eng. Die Gastgeberinnen hatten längst den Kampf angenommen und waren beim Zwischenstand von 20:20 (45.) wieder dran.

Ärgerlich aus Sicht des VfL: Randers nutzte im Anschluss ein paar torlose Oldenburger Minuten zur erneuten Drei-Tore-Führung (23:20/50.). Von diesem Rückstand sollte sich das Krowicki-Team nicht mehr erholen. Den VfL-Frauen ging in der Schlussphase dieser insgesamt sehr eng geführten Europapokal-Begegnung buchstäblich die Luft aus. Beim 22:24 (56.) keimte zwar noch einmal kurz Hoffnung beim VfL auf, doch mit dem 26:23 (58.) sorgte Randers endgültig für klare Verhältnisse.

Die ansonsten souveränen finnischen Schiedsrichter Miro Korja und Christopher Metsämäki waren an diesem Spielverlauf nicht ganz schuldlos. So blieben in der spielentscheidenden Phase zwei siebenmeterreife Fouls (an Kelly Dulfer und Geschke) ungeahndet, was Randers auf der anderen Seite zu zwei Toren nutzen konnte.

Wie gesagt, es war nicht der Tag der VfL-Frauen.