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Flug auf der Kippe, kaum Infos über Gegnerinnen Europapokal-Reise des VfL Oldenburg birgt viele Herausforderungen

Otto-Ulrich Bals
Paulina Golla (Mitte, hier im Bundesligaspiel gegen Buxtehude) ist mit dem VfL Oldenburg zweimal in Griechenland im Einsatz.

Paulina Golla (Mitte, hier im Bundesligaspiel gegen Buxtehude) ist mit dem VfL Oldenburg zweimal in Griechenland im Einsatz.

Piet Meyer

Oldenburg/Thessaloniki - Erst gab es wochenlang so gut wie keine brauchbaren Informationen über die Spielweise des Gegners, dann drohte kurzfristig der Hinflug nach Griechenland einem Streik der griechischen Fluglotsen zum Opfer zu fallen. Summa summarum: Die Handballerinnen des VfL Oldenburg haben zum Einstieg in die 2. Qualifikationsrunde in der European League außer einer sportlichen auch eine logistische Herausforderung zu meistern. Der Bundesligist und PAOK Thessaloniki hatten sich bekanntlich darauf verständigt, sowohl das Hin- als auch das Rückspiel in Griechenland auszutragen.

Das ist der Weg in die Gruppenphase

Die Qualifikation zur European League ist kompliziert. In der zweiten Qualifikationsrunde stehen sechs Paarungen (darunter Thessaloniki - Oldenburg) an. Die sechs Sieger erreichen die dritte Qualirunde. Für diese sind wiederum 18 Teams bereits jetzt qualifiziert. Diese 24 Mannschaften der dritten Qualirunde ermitteln in zwölf Duellen zwölf Gruppenphasen-Teilnehmer. Vier Teams sind allerdings bereits jetzt für diese Gruppenphase qualifiziert. Gemeinsam mit den zwölf noch zu ermittelnden Teilnehmern werden dann vier Vierergruppen gebildet. Sollte sich Oldenburg gegen Thessaloniki durchsetzen, wäre in der dritten Qualirunde der Bundesliga-Rivale HSG Bensheim/Auerbach der Gegner.

Beide Partien gegen den griechischen Vertreter finden in der Stadt Kozani – 125 Kilometer südwestlich von Thessaloniki gelegen – statt. Das Hinspiel steht an diesem Freitag (18 Uhr), das Rückspiel 46 Stunden später am Sonntag (16 Uhr) auf dem Spielplan der Europäischen Handballföderation (EHF). „Nach Abwägung aller Aspekte, der rein sportlichen, wirtschaftlichen und nicht zuletzt der reisetechnischen, glauben wir, dass das die beste Lösung für den VfL ist, zweimal in Griechenland zu spielen“, hatte Oldenburgs Manager Andreas Lampe im August die Entscheidung des letztjährigen Bundesliga-Vierten begründet.

Flugausfall drohte

Am Mittwoch nun, einen Tag vor dem Abflug der Mannschaft von Trainer Niels Bötel, drohten sämtliche Überlegungen hinfällig zu werden. Mit dem angekündigten Streik der griechischen Fluglotsen stand der Hinflug stundenlang auf der Kippe. „Das war schon wild. Wir standen am Mittwoch natürlich im ständigen Austausch mit PAOK, der EHF und der Fluggesellschaft. Erst um 18 Uhr gab es dann Entwarnung“, beschreibt Lampe die Ungewissheit auf Seiten der VfL-Verantwortlichen.

Und so ging es letztendlich wie geplant am Donnerstagmorgen um 6.30 Uhr mit dem Bus zum Flughafen nach Düsseldorf (Abflug 12.50 Uhr), um schließlich gegen 16 Uhr in Thessaloniki wieder in den Bus Richtung Kozani zu steigen. „Den Donnerstag habe ich komplett als Reisetag abgehakt. Da werden wir nicht mehr trainieren können. Darauf sind wir aber auch eingestellt“, will Bötel die Reisestrapazen vor dem Hinspiel an diesem Freitag selbstredend nicht zum Mannschaftsgespräch machen.

Gegner baut Kader um

Die Aufgabe ist ohnehin schon knifflig genug. Das Team von PAOK Thessaloniki hat aktuell noch keine Meisterschaftspartie bestritten, weil die Liga in Griechenland den Spielbetrieb erst im Oktober aufnimmt. „Ich habe lediglich Informationen von zwei Testspielen der Griechinnen im August. Stand heute kann ich wirklich nicht sagen, wie stark der Gegner ist. Leider müssen wir uns überraschen lassen“, erläutert Bötel die schwierige Vorbereitung ohne geeignetes Videomaterial über den Gegner.

PAOK Thessaloniki hatte 2022 die griechische Meisterschaft errungen, war in der abgelaufenen Saison allerdings im Playoff-Finale unterlegen und hat daraufhin seinen Kader für diese Saison komplett umgebaut. „Thessaloniki hat sehr viele Neuverpflichtungen getätigt. Wie stark die sind und wie gut die schon integriert sind, müssen wir abwarten“, sagt Bötel und will sich nun in Ermangelung an Informationen ganz auf die Spielweise seiner Mannschaft konzentrieren. „Wir müssen die Ruhe behalten und uns auf unsere Stärken fokussieren“, setzt Bötel auf das Erfolgsrezept aus dem Nordderby, als die VfL-Frauen den Buxtehuder SV beim 33:20 mit einer starken Abwehrleistung und dem ständigen Tempospiel den Schneid abkauften.

Auch personell hat Bötel den gleichen Kader wie im Nordderby zur Verfügung. Das heißt: Lisa-Marie Fragge wird erneut Ariane Pfundstein (Knöchelverletzung) ersetzen. Zusätzlich wird Lisa Munderloh aus der VfL-Zweiten das Team ergänzen, das am Montag nach einer dann fünftägigen Reise am Abend in Oldenburg zurückerwartet wird – und dann, so der Wunsch aller VfLer, hoffentlich in der 3. Qualifikationsrunde der European League steht.

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