Oldenburg - Mit der Schlusssirene gab es den kollektiven Aufsprung von der Oldenburger Bank. Jubel und strahlende Gesichter: Hatten doch soeben die VfL-Handballerinnen nach vier sieglosen Partien in die Erfolgsspur zurückgefunden. Die Mannschaft von Trainer Niels Bötel besiegte am Sonntagnachmittag die HSG Bad Wildungen mit 40:27 (19:15) und beendete damit eindrucksvoll die Negativserie von 1:7 Punkten in der Bundesliga. 969 Zuschauer hatten in der kleinen EWE-Arena eine Partie gesehen, die lange Zeit hart umkämpft war und in der die Oldenburgerinnen nach 60 Minuten hochverdient die Oberhand behielten.
Alte Stärken
VfL Oldenburg: Reese (10 Paraden), Fasold (3 Paraden) – Teiken 3, Reinemann 11/2, S. Weyers, Munderloh, Hoitzing 1, Martens, Steffen 3, Carstensen 13/6, Schirmer 1, Feiniler 3, Heidergott 1, Golla 4.HSG Bad Wildungen: Schutrups (7 Paraden) – Ingenpaß 6, Gajewski, Nieuwenweg 3, Ruwe 1, Hampel 4/3, Oby-Olsen 3, Scheib 2, Blase, Symanzik 1, Oßwald 2, Pallas 1, Huhnstock 4, Merck.Zeitstrafen: VfL 4, HSG 6.Siebenmeter: VfL 9/8, HSG 3/3.Zuschauer: 969. Nächste Spiele, Mittwoch, 25. Januar Pokal-Viertelfinale, HL Buchholz-Rosengarten - VfL (19.30 Uhr). 4. Februar Bundesliga, Blomberg-Lippe - VfL (18 Uhr).
„Das Zusammenspiel zwischen unseren Torleuten und der Abwehr hat diesmal deutlich besser geklappt. Wir waren sehr konzentriert und haben für unsere Verhältnisse sehr wenige Technische Fehler gemacht. Entscheidend war letztendlich auch, dass wir in keinem Moment des Spiels nachgelassen haben“, nannte Oldenburgs überragende Rückraumspielerin Toni Reinemann das VfL-Erfolgsrezept an diesem Tag. Ihr Trainer konnte da nur noch zustimmen und freute sich besonders für sein Team: „Wir wollten uns auf unsere alten Stärken konzentrieren. Das ist gelungen. Der Sieg ist sehr wichtig für die Moral meiner Mannschaft nach zuletzt weniger guten Auftritten.“
Schnelle Aktionen
Das Duell gegen das Team von HSG-Trainerin Tessa Bremmer stellte die VfL-Frauen vor eine ganz besondere Herausforderung. Denn wie kein zweites Team in der Bundesliga agieren die „Vipers“ aus Bad Wildungen mit extrem viel Tempo in ihren Aktionen. So ging es für die Gastgeberinnen darum, die eigene Fehlerquote in Grenzen zu halten, damit die Gäste nicht ihr gefährliches Spiel über die 1. und 2. Welle initiieren konnten. Und so ging es ohne Wenn und Aber gleich heftig zur Sache – temporeich und torreich. So waren noch keine vier Minuten gespielt und schon sechs Treffer gefallen (3:3).
Erstes Schaulaufen
Nach zuletzt vier sieglosen Partien war bei den VfL-Frauen durchaus noch eine gewisse Verunsicherung zu spüren. Doch mit zunehmender Spielzeit trat das Team immer befreiter auf, steckte einen 5:7-Rückstand (9. Minute) weg und agierte sehr konzentriert beim Torabschluss. Reinemann schaffte mit drei Treffern zum 9:8 die Wende zugunsten des VfL, der nun auch in der Deckung in der 5:1-Formation zunehmend mehr Zugriff bekam. Zwar rutschte den VfL-Frauen Bad Wildungens starke Kreisläuferin Annika Ingenpaß immer wieder mal durch die Abwehrmaschen, den Lauf von Merle Carstensen und Co. konnten diese Treffer aber nicht entscheidend stören. Und so wurden die letzten drei Minuten vor der Halbzeitpause zum ersten Schaulaufen der VfL-Frauen, die sich noch eine klare Führung (von 17:15 auf 19:15) erspielten.
Moral gebrochen
Nicht minder intensiv ging es im zweiten Durchgang weiter. Oldenburgs 5:1-Deckung ließ sich nicht lumpen, packte beherzt zu und konnte sich dabei auf die Nummer eins im Tor, Nele Reese, verlassen. Auf der Gegenseite machten die VfL-Frauen in puncto Chancenverwertung konsequent weiter und schraubten den Vorsprung nach 43 Minuten auf 26:19. Paulina Golla, Lena Feiniler (2), Reinemann und Carstensen gelang dabei unter dem Jubel der Fans ein sehenswerter 5:0-Lauf. Von diesem Rückstand sollten sich die „Vipers“ nicht wirklich mehr erholen, zumal die VfL-Frauen entschlossen nachsetzten. Und spätestens als die überragende Toni Reinemann mit ihrem zehnten Treffer zum 32:22 (51.) für einen Zehn-Tore-Vorsprung gesorgt hatte, war die Moral der Gäste gebrochen.
