Cloppenburg - Panos Tsironis, Trainer des Frauen-Volleyball-Drittligisten TV Cloppenburg, ist seit 2012 in der damals neu gegründeten Liga Stammgast. Aber auch er war überrascht über die jüngere Entwicklung in der Dritten Liga West.

Nicht nur, dass der SV Bad Laer als Meister nicht aufsteigen durfte, weil er im Januar noch keine Lizenz für die Zweite Liga beantragt hatte. Tsironis: „Für mich ein Unding, sich so früh entscheiden zu müssen, wenn man weder die sportliche noch die personelle Entwicklung für die dann kommende Saison wissen kann.“ Er wunderte sich auch, dass nicht zehn sondern zwölf Mannschaften die Liga bevölkern dürfen.

Diese Entscheidung allerdings begrüßt er sehr. „Es gibt keine großen Lücken im Spielplan, der Rhythmus bleibt gewahrt und uns werden unnötig lange Pausen erspart. Doch daher wird er aber auch mit vielen Unbekannten, nämlich fünf neuen Teams konfrontiert. Die SG Marmagen-Nettersheim, die erst am letzten Spieltag die Meisterschaft nach einem 1:3 gegen GfL Hannover noch an Bad Laer verlor, hatte früh den Rückzug signalisiert, so blieb die SG Langenfeld noch in der Liga. Neu sind Zweitliga-Absteiger Eiche Horn Bremen sowie fünf Neulinge: TuSpo Weende aus Göttingen, BW Aasee aus Münster, SC Spelle-Venhaus, VC Altbau Essen und der BSV Ostbevern, der der erste Gegner und Gast des TVC an diesem Sonntag um 16 Uhr (Sporthalle Leharstraße) ist. Eine Spielzeit übrigens, die beim TVC in dieser Saison zur Regel wird. „Wir haben es mit anderen Terminen versucht, wollen aber bei Sonntag um 16 Uhr bleiben“, sagt Tsironis. Eine feststehende Ausnahme ist der letzte Spieltag, wenn gegen den SC Spelle-Venhaus am Sonnabend, 8. April, um 19 Uhr gespielt wird.

Bis dahin ist es ein weiter Weg, den der Trainer aber mit Zuversicht und Optimismus angeht. Er hält seinen Kader für stärker als in der vergangenen Saison, schränkt allerdings nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Elvira Döring nach einem Handbruch ein. Bis Jahresende wird Döring ausfallen, die nach ihrer Babypause aus gleichem Grund wie Natalie Hinxlage in den Kader zurückgekehrt ist. So steht mit Karoline Meyer nur noch eine etatmäßige Zuspielerin zur Verfügung. So werden, wie Tsironis sagt, im Notfall Allrounderin Alexandra Raker oder Vanessa Hansmann, die früher auf dieser Position gespielt hat, aushelfen müssen.

Weitere zwei Rückkehrerinen sind Katharina Rathkamp (geborene Nobel) und Johanna Kalvelage. Während Rathkamp nach einem einjährigen Gastspiel beim Regionalligisten Oldenburger TB zum TVC zurückgekehrt ist, hatte die 27-Jährige aus Studiengründen fünf Jahre in Bremen beim BTS Neustadt in der Regionalliga gespielt und spielt nun wieder in ihrer Heimat. Ein weiterer Neuzugang vom Oldenburger TB ist Nina Deepen, die als Mittelblockerin vorgesehen ist.

Mit der personellen Entwicklungen ist der Trainer sehr zufrieden, obwohl er gerne Gwendolin Lake nach deren Studium in Köln wieder im Kader gesehen hätte, sie wird sich momentan allerdings mehr ihrer beruflichen Karriere widmen. Laura Blömer, die in der vergangenen Saison einige Male zum Einsatz kam, hat sich in Hamburg einem Zweitligisten angeschlossen.

Sina Albers pausiert nach gesundheitlichen Problemen, Linkshänderin Franziska Kühling wird in der zweiten TVC-Mannschaft in der Verbandsliga spielen, während Marita Lüske wegen eines Auslandsaufenthaltes lange fehlt.

Mit der Vorbereitung zeigte sich Panos Tsironis sehr zufrieden. Beim Turnier in Nordhorn wurde der TVC Zweiter, besiegte unter anderem seinen ersten Punktspielgegner BSV Ostbevern in 2:0-Sätzen. Aber der Trainer winkt ab. „Solche Ergebnisse darf man nicht überbewerten. Unser Gegner hat viel experimentiert, aber auch gezeigt, dass er eine sehr homogene Mannschaft stellt, die gute Technik in der Abwehr und sehr gute Angaben zeigt“, sagt Tsironis, der am Sonntag durchaus eine schwierige Aufgabe durch den Neuling auf sich zukommen sieht.

Er selbst hat beim Turnier in Wietmarschen am vergangenen Wochenende noch einiges ausprobiert. Allerdings standen dazu nur acht Spielerinnen zur Verfügung, fehlten Lisa Lammers, Nina Deepen und Elvira Döring. Kraft war zunächst genug vorhanden, um den Gastgeber und Drittliga-Absteiger aus Wietmarschen 3:0 zu besiegen.

Gegen den Drittliga-Favoriten SV Bad Laer gab es am Ende ein 1:2, nachdem zuvor gegen den Regionalligisten Union Emlichheim II 1:2 verloren wurde. „Dieses Turnier hat uns vorangebracht wie auch das zuvor in Oldenburg“, sagt Tsironis, der mehr auf die Entwicklung seiner Mannschaft als auf die Leistung der Ligarivalen schaut. Deren Vorbereitung sei nur schwer einzuschätzen. Den echten Check-Up gibt es zum Saisonstart an diesem Sonntag ab 16 Uhr gegen den BSV Ostbevern.