VIELSTEDT - Gewinnen können Fußballer auch außerhalb des Platzes – das haben die B-Jugendlichen des TuS Vielstedt bei ihrem Besuch in Hudes polnischer Partnerstadt Nowe Miasto Lubawskie erfahren. Zwar endete das Freundschaftsspiel gegen das örtliche Team von KS Drwe?ca 0:0, ein Treffer war die viertägige Tour dennoch. Die Kicker aus dem Klosterort punkteten mit ihrem sympathischen Auftreten und knüpften neue Kontakte, die in Zukunft vertieft werden sollen.

Die Idee, die Verbindung zwischen Hude und der polnischen 11000-Einwohner-Stadt auf eine sportliche Ebene zu ziehen, war im Huder Partnerschaftsforum entstanden, in dem der Vorsitzende des TuS Vielstedt, Jürgen Fahron, mitarbeitet. Ende August, als eine polnische Abordnung mit Bürgermeister Josef Blank an der Spitze die Messe „Landtage Nord“ in Wüsting besuchte, habe man das Programm dann festgeklopft, berichtete Fahron.

Insgesamt hatten sich 24 Huder mit einem Bus und zwei Fahrern der Firma Schote auf den rund 930 Kilometer langen Weg nach Nowe Miasto Lubawskie gemacht. Zur Delegation gehörten neben 18 Spielern im Alter von 14 bis 16 Jahren Vereinsvorsitzender Jürgen Fahron sowie die drei Betreuer Jörg Kreusel, Rene Fanter und Daniel Dahl. Außerdem waren Ulf und Jörn Hedenkamp aus dem Kulturhof mit dabei. Bevor die Huder in der Region Ermland-Masuren eintrafen, machten sie unterwegs in der Stadt Torun Station, um die Altstadt zu besichtigen.

In Nowe Miasto Lubawskie wurde der TuS Vielstedt in einem Sporthotel einquartiert. Um Unterbringung und Verpflegung vor Ort kümmerten sich die Gastgeber, die zudem noch zwei Dolmetscher bereitstellten. Am ersten Abend waren die Huder zu einem Fest eingeladen, das einen historischen Hintergrund hatte: Die Polen erinnerten damit an den im Jahr 1410 errungenen Sieg über den Deutschen Orden.

Am nächsten Vormittag stand dann der Höhepunkt, das Freundschaftsspiel beider Mannschaften, auf dem Programm. Nach rund 70 Minuten endete die Partie mit einem torlosen Unentschieden. „Wir haben die Mannschaft unserer Gastgeber richtig gefordert“, freute sich Jürgen Fahron. „Insgesamt war es ein schönes Erlebnis“, resümierte der Vielstedter Vorsitzende, allerdings hätten sich seine Jungs noch mehr Kontakt mit anderen Jugendlichen gewünscht. „Eigentlich war geplant, dass ein Turnier stattfinden sollte. Das scheiterte jedoch an Punktspielterminen“, bedauerte Fahron.

Ein Gegenbesuch ist für das nächste Jahr in Vielstedt geplant – der genaue Termin steht indes noch nicht fest. Zusammen mit seinem polnischen Kollegen Robert Karczynski, dem Vorsitzenden von KS Drw?eca, war sich Fahron einig, die Kontakte in Zukunft zu intensivieren. Der Präsident des TuS Vielstedt kann sich sogar vorstellen, dass seine 1. Herren-Mannschaft ein Trainingslager zur Saisonvorbereitung in Nowe Miasto Lubawskie absolviert: „Die Bedingungen dort sind hervorragend. Zum Sporthotel gehören Sport- und Trainingsplätze sowie eine Halle.“ Mit Robert Karczynski lag Jürgen Fahron auf einer Wellenlänge: „Wir haben festgestellt, dass uns dieselben Probleme beschäftigen: Als Vorsitzende haben wir zu wenig Unterstützung, und es fehlt an finanziellen Mitteln.“