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NWZonline.de Sport

Bayer-Team lernt und entwickelt die Bosz-Ideen weiter

18.02.2019

Leverkusen (dpa) - Werden die jungen Bayer-Profis unter Leverkusens neuem Trainer Peter Bosz nun erwachsen? Julian Brandt umging eine Antwort auf diese Frage elegant. "Wir schaffen es, zu gewinnen. Und das ist das Wichtigste", gab der 22-Jährige nach dem 2:0 (1:0) gegen Fortuna Düsseldorf von sich.

Eine Zusatz-Anmerkung ließ sich Brandt aber dann doch nicht nehmen und stellte fest, er und das Team der vielen Talente würden sich "stets weiterentwickeln". Kurios nur, dass das mit dem im Dezember beurlaubten Heiko Herrlich nicht so recht gelang, obwohl Experten wie Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann der Werkself in dieser Spielzeit sogar den Gewinn der deutschen Meisterschaft zugetraut hatten.

"Da gibt es schon noch Potenzial" - nicht nur Brandt ist bewusst, dass aus dem Talentschuppen endlich auch eine Mannschaft werden sollte, die dauerhaft ganz oben mitspielt. Aktuell, das räumte Brandt nach dem vierten Ligasieg in Serie ein, sei man "sehr erfolgreich. Aber wir sind noch nicht zufrieden".

Klar, es gab Nacken- und Rückschläge wie beim 0:1 beim Bosz-Einstand gegen Mönchengladbach oder beim 1:2 im Pokal-Achtelfinale beim Zweitligisten Heidenheim. Aber sie wollen lernen, sie wollen aufnehmen, was sie besser machen können und "alles rausholen, was geht", wie Brandt es formulierte.

Kai Havertz ist einer von denen, die es vorleben. Der erst 19-Jährige, der gegen Aufsteiger Düsseldorf vor 27 717 Zuschauern in seinem 76. Ligaspiel beim 1:0 (18. Minute) schon seinen neunten Saisontreffer erzielte, ist mittlerweile als denkender und lenkender Stabilisator ein Top-Mann der Werkself. Und unter Bosz findet auch Leon Bailey wieder zu sich. Das 2:0 durch den Jamaikaner (66.) machte den Erfolg gegen Düsseldorf perfekt.

Doch was jetzt kommt, fordert sie alle noch mehr. In der Europa League braucht Bayer am Donnerstag nach dem Hinspiel-0:0 gegen den russischen Tabellenzweiten FK Krasnodar unbedingt einen Sieg, um sich für das Achtelfinale der Europa League zu qualifizieren. Und drei Tage danach kommt es zu einem Härtetest, der es in sich hat: Bosz kehrt am Sonntag (18.00 Uhr) mit Bayer an seine ehemalige Wirkungsstätte Dortmund zurück.

Daran wollte der 55-Jährige noch keinen Gedanken verschwenden. "Zuerst kommt Krasnodar. Dann denke ich an das nächste Spiel" - so will Bosz unnötigen psychischen Druck umgehen. Dass der Niederländer die Aufgabe bei der Borussia nach seiner Beurlaubung im Dezember 2017 mit höchstem Ehrgeiz angehen wird, darf als höchstwahrscheinlich angenommen werden.

Und darf es gedanklich schon jetzt so sein, sich mit der Königsklasse 2019/20 zu befassen ob der jüngsten Liga-Erfolge? Darauf hatte Bosz eine kurze, aber sehr prägnante Antwort: "Nein!"

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