Oldenburg - Große Unterhaltung für die Fans, große Emotionen auf dem Feld, große Kritik vom Trainer: In einem Kellerduell mit umstrittenem Ende haben es die Volleyballer des Oldenburger TB verpasst, die kleine Hoffnung auf den Klassenerhalt in der Dritten Liga etwas wachsen zu lassen. Gegen den bereits als Absteiger feststehenden TVA Hürth verlor der Turnerbund 2:3 (25:23, 20:25, 25:18, 20:25, 13:15). Tags darauf gab’s beim 3:2 (25:19, 25:19, 21:25, 19:25, 18:16) der OTB-Frauen im Regionalliga-Duell mit Aufstiegsrivale SC Spelle-Venhaus großen Sport zu bewundern.
Glück für OTB-Männer
„Ich kann mich jetzt über die Schiedsrichter-Leistung auslassen, ich kann aber auch kritisieren, weswegen wir insgesamt so schlecht spielen und das Spiel nicht vorher entscheiden“, monierte OTB-Trainer Jörg Johanning und wollte sich nicht lange damit aufhalten, was für hitzige Diskussionen gesorgt hatte. Nachdem die Oldenburger es verpasst hatten, sich nach einer 2:1-Führung im vierten Satz alle drei Punkte zu sichern, profitierten sie zunächst von einer Fehlentscheidung. Ein eigentlich klar zum 14:11 im Feld gelandeter Angriff von Hürth wurde im Aus gesehen.
Pech für OTB-Männer
Nach diesem 12:13 legte der Turnerbund das 13:13 nach, wurde dann aber gleich zweimal vom Schiedsrichter-Pech getroffen. Nach einem starken Aufschlag von Jelte Johanning segelte die Gäste-Annahme über das Netz, wo Sören Riewe hochstieg und den Ball ins Feld blockte – doch der Unparteiische entschied fälschlicherweise auf „Übergriff“ und gab das 14:13 für Hürth. Höhepunkt des Dramas war der folgende Angriff von OTB-Kapitän Mika Drantmann. Der Ball traf die Linie, wurde aber zum 15:13 für den Tabellenvorletzten im Aus gesehen. Den Ärger über diese Entscheidung verstärkte, dass Hürths Blockspieler das Netz berührt und dazu auch übergetreten hatte.
Abfuhr für OTB-Männer
„Es wäre einfach, es auf das Schiedsgericht zu schieben, aber im Team fahren wichtige Spieler lieber in der Saison Ski oder sind in Ägypten“, klagte Johanning: „Da mangelt es einfach an der Einstellung für diese Liga.“ Es muss schon viel zusammenkommen, wenn der OTB (nun 20 Spiele/20 Punkte/10. Platz) in seinen zwei Spielen Brühl (20/23/9.) und TK Hannover (20/26/8.) noch überflügeln und so den Klassenerhalt realisieren will.
Lob für OTB-Frauen
Den Traum vom Drittliga-Aufstieg haben die Frauen mit einem spielerisch starken Auftritt gegen Spelle am Leben gehalten. Zwei Sätze lange spielten sie die mit vielen Fans angereisten Emsländerinnen an die Wand. „Spielerisch total überzeugend – ähnlich wie beim Auswärtserfolg gegen Osnabrück“, sagte Coach Sascha Klefenz mit Verweis auf das 3:2 im Januar beim Jetzt-Nahezu-Meister (16/39/1.). Erst ab Satz drei fanden die Gäste bessere Mittel. „Sie konnten ihre hohen Angreiferinnen besser in Szene setzen. Und wir schafften es nicht mehr, an die Leistung der ersten Sätze anzuknüpfen“, sagte die zur wertvollsten OTBerin gekürte Zuspielerin Paula Bernecker.
Chance für OTB-Frauen
Auch hier wurde es im Tiebreak dramatisch – allerdings ohne entscheidende Fehlurteile der Schiedsrichter. Nach einem 11:8 des speziell in der Annahme glänzenden OTB zog Spelle zum 15:14 vorbei, doch die nervenstarke Kapitänin Lea Peters und Deike Poppinga führten die Gastgeberinnen zum 18:16. Ob die Oldenburgerinnen (17/33/3.) beim Saisonfinale am 16. März bei Tuspo Weende (16/24/5.) noch Chancen haben, im Fernduell mit den direkt aufeinander treffenden Teams von BW Lohne (16/33/2.) und SC Spelle-Venhaus (16/32/4.) Aufstiegsrelegationsrang zwei zu erobern, entscheidet sich in deren Spielen an den beiden kommenden Wochenenden.
