VON MICHAEL ROSSMAN - Rekordmeister Ludger Beerbaum hat sich für seinen neunten Titelgewinn eine glänzende Ausgangsposition verschafft. Der Weltklasse-Springreiter aus Riesenbeck kann nach den beiden makellosen Auftaktrunden mit Coupe de Coeur ohne Strafpunkte in die entscheidenden Umläufe der deutschen Meisterschaften der Springreiter an diesem Sonntag (14 Uhr/WDR) starten.
Siegerin des ersten Tages war indes seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum. Die 38-Jährige aus Thedinghausen blieb mit Checkmate ebenfalls fehlerfrei, siegte aber aufgrund der besten Zeit in 75,01 Sekunden. „Checkmate ist gut in Schuss“, sagte die Siegerin: „Es lief super.“ Die Europameisterin setzte sich am Freitag im sauerländischen Balve fehlerfrei durch und darf davon träumen, als erste Frau die Männer-Wertung zu gewinnen. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Jörg Kreutzmann (Kasseburg) mit Sauternes ter Vlucht (75,91) und Alois Pollmann-Schweckhorst (Mühlen) mit Lord Luis (76,60).
Zu den Reitern, die ohne Strafpunkte in die beiden entscheidenden Runden starten, gehören zudem der achtmalige Meister Beerbaum (Riesenbeck) mit Coupe de Coeur und Mario Stevens (Molbergen) mit Mac Kinley.
Mit seinen beiden Problempferden Sandro Boy und Küchengirl, die ihn schon mehrfach im Stich gelassen haben, ging Marcus Ehning (Borken) an den Start. Sandro Boy zeigte sich in der ersten Runde erneut frech und war vom deutschen Meister von 2002 kaum zu bändigen.
Der wilde Hengst verweigerte zwar nicht, aber der zweimalige Olympiasieger verzichtete mit dem 15-jährigen Oldenburger auf die zweite Runde. „Über Sandro Boy ärgere ich mich nicht mehr“, sagte Ehning. Seine Stute Küchengirl, mit der er bei der EM vor einem Jahr in allen Runden Verweigerungen hatte, zeigte sich dieses Mal gehorsamer und sprang ohne Widerstand. Ein leichter Fehler in der ersten Runde verhinderte jedoch eine bessere Platzierung. „Das war ärgerlich“, kommentierte Ehning, der auf Rang sieben liegt.
Bei den Frauen setzte sich Kathrin Müller in der ersten Prüfung durch. Die Nachwuchsreiterin aus Arnsberg benötigte mit Carlos 68,50 Sekunden. Ebenfalls fehlerfrei waren Anna-Maria Jakobs (Diemelstadt) mit Lausejunge (68,81) und Pia-Luise Aufrecht (Münster) mit Sandy (69,51) auf den Plätzen zwei und drei.
Die deutschen Meisterschaften sind der einzige Springreit-Wettbewerb, bei dem es eine zusätzliche Prüfung nur für Frauen gibt.
