Eng, so sagt man, ist ja gemütlich! Und so war es auch am Sonntagabend im Bergedorfer Schützenfest-Zelt. Weitaus gemütlicher jedenfalls als draußen, wo üblicherweise die Proklamation stattfindet. Der kalte Wind, der in den Zelteingang kroch, und die dicken Regentropfen, die von der Plane tropften, verschafften den Schützen und ihren Gästen einen Eindruck davon, wie dieser Sommerabend für sie unter freiem Himmel verlaufen wäre. So aber standen alle warm und trocken, und die Damenabteilung des Schützenvereins überbrückte in bewährter Manier mit lautstarkem Chorgesang die Minuten, ehe Vorsitzender Detlef Kupner geruhte, das Mikrofon und damit auch das Wort zu ergreifen.
Allein die Begrüßung der Gäste brauchte ihre Zeit, denn mit Alice Gerken-Klaas sowie ihren Stellvertretern Christel Zießler und Dieter Osterloh war das Ganderkeseer Bürgermeister-Trio komplett zur Proklamation angetreten, was die Bergedorfer gewiss als Wertschätzung begreifen dürfen. Ebenso ungewöhnlich war, dass vier Vereinsmitglieder für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden – und alle vier auch anwesend waren, als Schützenbund-Präsident Heino Brackhahn die Urkunden überreichte: Adolf Ahlers, Johann Garms, Willi Bleydorn und Erich Auffarth gehören dem Verein seit 1950 an. Brackhahn gratulierte auch Jürgen Engelmann, der seit 50 Jahren den grünen Rock trägt. Ein Name genügte, um die drei Männer aufzurufen, die für 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden. Sie heißen alle Brinkmann, und zwar Bernd, Herwig und Hartmut mit Vornamen.
Über ein Namensschild verfügt jetzt auch die neue Sitzgruppe an der Straße Am Hackkamp in Bookhorn. „Dorfgemeinschaft Bookhorn“ steht auf der Messingplakette, womit sofort erkennbar ist, wer für diesen Aufenthaltsort verantwortlich ist. Am Sonnabend hat die Dorfgemeinschaft das hölzerne Ensemble, das in der Zimmerei Loewenstein (Nordenholz) angefertigt wurde und künftig vor allem Wanderern und Kohlfahrern für kleine Ruhepausen dienen soll, offiziell eingeweiht: Im Verlauf der jährlichen Radtour machten die gut 25 Teilnehmer Station am Hackkamp, testeten die Sitzgruppe kurz auf ihre Standfestigkeit, und Vorsitzender Hans-Joachim Nawrot nagelte die Plakette ans Holz. Danach gings aber schnell weiter, denn auf den vorherigen gut 20 Kilometern ihrer Radtour unter der Leitung von Gästeführerin Helga Härtel waren die Bookhorner ganz schön nass geworden. Die meisten fuhren kurz nach Hause, um die Kleidung zu wechseln, ehe der Ausflug mit einem Grillabend auf dem Hof von Cord Bredendiek in Brüning ausklang.
Ob dabei gesungen wurde, ist nicht bekannt. Ein Lied angestimmt haben auf jeden Fall die Kolleginnen von Maria Diedrich. Die 65-jährige Reinigungskraft wurde nach mehr als 35-jähriger Tätigkeit am vergangen Freitag in den Ruhestand verabschiedet. Am 10. Februar 1975 war ihr erster Arbeitstag in Bookholzberg. Sie erlebte drei Schulleiter und drei Hausmeister in dieser Zeit. Der gegenwärtige, Mario Lopez, bedankte sich ausdrücklich bei Maria Diedrich. Sie hatte ihm vor fünf Jahren den Einstieg als Hausmeister erleichtert. „Unser Goldstück geht“, so Lopez gerührt. Rainer Heinken, Fachdienstleiter und Personalratsvorsitzender der Gemeinde, verabschiedete die Reinigungskraft. Bei der Abschiedsfeier in der Schule waren alle 16 Reinigungskräfte anwesend.
Einen Malwettbewerb für Kinder hatte erstmals die Oldenburgische Landesbank ausgelobt. Das Thema lag nahe: Zum „WM-Sommer“ sollten sich die Teilnehmer etwas einfallen lassen. Die schönsten Arbeiten, die in der OLB-Filiale Ganderkesee eingereicht wurden, sind dort noch bis zum 3. September zu sehen, darunter auch zwei von der Jury prämierte Bilder von Nina Düßmann (10) und Alexander Nolte (11), die vom OLB-Auszubildenden Henry Wolter beglückwünscht wurden.
Die Fußball-WM in Südafrika hat auch der 2. D-Jugend des VfL Stenum noch einen Gewinn beschert: Vor der Weltmeisterschaft, als sie noch E-Jugendliche waren, hatten die Stenumer sich an einem Tippspiel der Nordwest-Zeitung für die vier Vereine mit Jugendfußball in der Gemeinde beteiligt. Für die komplette WM-Vorrunde galt es, jeweils ein Spiel des Tages zu tippen – und dabei erwiesen sich die VfL-Jungen von Trainer Nils-Sören Wendland als echte Fußball-Experten. In der Endabrechnung hatten sie die meisten Punkte, was jetzt mit einem Fußball belohnt wurde, auf dem die Autogramme der Bundesliga-Profis von Werder Bremen prangen. Dieser Ball wird wohl kaum zum Bolzen benutzt werden.
