Oldenburg/Varel - Im lockeren Laufschritt betritt Ruth Spelmeyer die Bühne. Die jungen Talente im Publikum schauen zu ihr auf. Eine Deutsche Meisterin sieht man schließlich nicht jeden Tag. „Ich bin erleichtert, dass sich die harte Arbeit der vergangenen Jahre ausgezahlt hat“, ruft die 25-Jährige in die Runde. Am Sonntag verteidigte die Oldenburger Sprinterin in Kassel den Titel über 400 Meter, im August startet sie bei den Olympischen Spielen in Rio für Deutschland. Ihr Traum wird wahr. Sie hat es geschafft.

Ihre Erfolge sind auch ein Beleg dafür, wie wichtig gute Basisarbeit ist. Um diese zu würdigen und zu unterstützen, haben die Öffentlichen Versicherungen Oldenburg einen „Förderpreis für hervorragende Nachwuchsarbeit im Jugendsport“ ausgelobt. In diesem Jahr stand die Leichtathletik im Mittelpunkt. Besonders einfallsreich präsentierten sich die Kinder und Jugendlichen des Vareler TB. Sie teilten sich Platz eins im „Kreativwettbwerb“ mit dem Delmenhorster TV. In Fotos, Interviews, Collagen und gemalten Bildern illustrierten sie in ihrer Präsentation die Vielfalt der Leichtathletik. „Alle haben mitgemacht und sind jetzt sehr stolz und besonders motiviert“, lobte Trainerin Katharina Aey: „Mit diesem Erfolg haben wir gar nicht gerechnet.“ Ihren Preis erhielten die jungen Athleten dann am Dienstag im Sportpark Donnerschwee in Oldenburg von einer Weltmeisterin. Schirmherrin Steffi Nerius, Titelträgerin im Speerwurf 2009, gratulierte den Varelern zu ihrem tollen Erfolg. „Sind das Prominente?“, tuschelten die „Minis“ auf den Bänken mit Blick auf Nerius und Spelmeyer.

Ein großes Lob zollte auch Jürgen Müllender, Vorstandsmitglied der Öffentlichen Versicherungen, den Teilnehmern: „Die Vereine leisten tolle Jugendarbeit. Daher wollen wir auch die Leistungen der Trainer würdigen, denn ohne die geht es nicht.“ In dieser Kategorie zeichnete die Jury, zu der auch NWZ-Sportchef Otto-Ulrich Bals gehörte, Antonia Beyer (Löningen) und Gustav Müller (Molbergen) aus. Der Förderpreis ging an den Bürgerfelder Turnerbund aus Oldenburg. „Die Leichtathletik kommt oft zu kurz. Bei diesem Wettbewerb stand sie einmal im Mittelpunkt“, freute sich Katharina Aey über die Aufmerksamkeit. „Laufen, Werfen und Springen bilden nach wie vor die Grundlage für viele andere Sportarten“, hielt auch Nerius ein Plädoyer für die Leichtathletik und rief den Jugendlichen zu: „Setzt euch Ziele, aber bleibt dabei realistisch.“

Beim anschließenden Public Viewing drückten die jungen Leichtathleten dann den deutschen Fußball-Nationalspielern im EM-Spiel gegen Nordirland die Daumen. Doch zuvor sendeten sie noch eine Botschaft an Ruth Spelmeyer. Mit einer dynamischen „La Ola für Olympia“ machten sie für ihr Vorbild die Welle.