Oldenburg/Cloppenburg - Im lockeren Laufschritt betritt Ruth Spelmeyer die Bühne. Die jungen Talente im Publikum schauen zu ihr auf. Eine Deutsche Meisterin sieht man schließlich nicht jeden Tag. „Ich bin erleichtert, dass sich die harte Arbeit der vergangenen Jahre ausgezahlt hat“, ruft die 25-Jährige in die Runde. Am Sonntag verteidigte die Oldenburger Sprinterin in Kassel den Titel über 400 Meter, im August startet sie bei den Olympischen Spielen in Rio für Deutschland. Ihr Traum wird wahr. Sie hat es geschafft.

Ihre Erfolge sind auch ein Beleg dafür, wie wichtig gute Basisarbeit ist. Um diese zu würdigen und zu unterstützen, haben die Öffentlichen Versicherungen Oldenburg einen „Förderpreis für hervorragende Nachwuchsarbeit im Jugendsport“ ausgelobt. In diesem Jahr stand die Leichtathletik im Mittelpunkt. Dabei zeichnete die Jury, zu der auch NWZ -Sportchef Otto-Ulrich Bals gehörte, auch zwei Vereine aus dem Landkreis aus.. Hinter dem Förderpreisgewinner Bürgerfelder TB aus Oldenburg belegten der VfL Löningen und der SV Molbergen die Plätze zwei und drei. In der Kategorie Trainer siegte Antonia Beyer (Löningen) vor Gustav Müller (Molbergen). „Seit einigen Jahren sind wir Stützpunkt mit vielen engagierten Übungsleitern. Die Leichtathletik genießt bei uns im Verein einen hohen Stellenwert“, sagte Beyer. Müller pflichtete ihr bei: „Unsere Sportart hat es oft nicht einfach. So ein Wettbewerb hilft uns weiter.“

Ihren Preis erhielten die Sportler im Oldenburger Soccerland aus den Händen einer Weltmeisterin. Schirmherrin Steffi Nerius (43), Titelträgerin im Speerwurf 2009, hielt ein Plädoyer für die Leichtathletik: „Laufen, Werfen und Springen bilden nach wie vor die Grundlage für viele andere Sportarten. Setzt euch Ziele, aber bleibt realistisch.“ Das kam bei den jungen Sportlern gut an. „Steffi Nerius und Ruth Spelmeyer sind Vorbilder. Ich selbst verfolge auch das Ziel, einmal bei einer DM zu starten“, sagte Erik Siemer (15), Mittelstreckler beim VfL.

Ein großes Lob zollte Jürgen Müllender, Vorstandsmitglied der Öffentlichen Versicherungen, den Teilnehmern: „Die Vereine leisten tolle Jugendarbeit. Daher haben wir auch die Leistungen der Trainer gewürdigt, denn ohne sie geht es nicht.“

Beim anschließenden Public Viewing drückten die jungen Leichtathleten dann den deutschen Fußballern im EM-Spiel gegen Nordirland (1:0) die Daumen. Doch zuvor sendeten sie noch eine Botschaft an Ruth Spelmeyer. Mit einer dynamischen „La Ola für Olympia“ machten sie für ihr Vorbild die Welle.