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NWZonline.de Sport

Olympia: Walde kritisiert Sportförderung

31.07.2012

OLDENBURG Lange Gesichter allenthalben: Die Bilanz der deutschen Olympia-Teilnehmer fällt bislang ernüchternd aus. Auf der Suche nach Gründen für den Fehlstart gehen die Meinungen bei ehemaligen deutschen Olympia-Teilnehmern auseinander.

Für Hans-Joachim Walde liegt die Ursache in der mangelnden Ausbildung der deutschen Sportler. „Ich mache keinem Aktiven einen Vorwurf. Alle Olympia-Teilnehmer geben ihr Bestes“, sagt der in Jever lebende ehemalige Zehnkämpfer. Er sieht ein grundsätzliches Problem: „Die deutsche Sportförderung ist auf einem mittelalterlichen Niveau“, meint der 70-Jährige, der als einziger deutscher Zehnkämpfer zwei olympische Medaillen holte – 1964 in Tokio und 1968 in Mexiko-Stadt. „Wenn man sieht, welche Summen beispielsweise in Ländern wie China investiert werden, muss man sich nicht wundern.“

Armin Hary, 100-Meter-Olympiasieger von 1960, kritisiert hingegen die Mentalität der deutschen Olympioniken. „Wir haben zu wenig Siegertypen“, sagt der heute 75-jährige Hary. „Ein Siegertyp will etwas erreichen. Der hat ein Ziel, das er gegen alle Widerstände durchsetzen will.“

Dagmar Kersten will nicht in das allgemeine Klagelied einstimmen. „Mir wird das alles zu negativ dargestellt“, sagt die 41-jährige ehemalige Turnerin, die bei den Olympischen Spielen 1988 in Montreal Silber für die DDR gewann – und anerkanntes Doping-Opfer ist.

Dass den derzeitigen London-Teilnehmern der letzte Biss fehlt, findet die in Oldenburg lebende Kersten nicht. „Wer den nicht hat, qualifiziert sich erst gar nicht für Olympia.“ Die größte Schwierigkeit sei es, nach vier Jahren Vorbereitung beim Wettkampf das komplette Leistungsvermögen abzurufen. „Dann schaut auf einmal die ganze Welt auf dich. Das kann hemmen.“

Ähnlich äußert sich Schwimmer Jens Schreiber. Der 29-jährige Oldenburger wurde bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen Achter mit der 4 x 100-Meter-Staffel und Sechster über 4 x 200 Meter. Er verweist auf die anderen Dimensionen bei Olympia. „Wir Deutsche sind es nicht gewohnt, vor 15 000 Zuschauern zu schwimmen. Möglicherweise hat das den einen oder anderen doch mehr beeindruckt.“ Eines steht für ihn aber fest: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Sportler bei Olympia nicht alles gibt.“

Auch Horst Karsten nimmt die deutschen Sportler in Schutz. „Jeder hat sein Bestes gegeben. Dass man einmal einen schlechten Tag hat, kann passieren“, sagt der 76-jährige ehemalige Vielseitigkeitsreiter aus Delmenhorst, der 1964 in Tokio und 1972 in München mit der Mannschaft Bronze gewann. Häufig entscheide auch die Tagesform über Erfolg und Misserfolg. „Und Nervosität kommt auch hinzu“, so Karsten.

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Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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