Wardenburg - Die Beine wirbeln, man kann kaum folgen. Der linke Fuß hakt hinter das rechte Knie, es geht herunter auf den linken Fuß, Aufstehen und Ausdrehen – fertig ist der Knee-Drop. Die Tanzfigur gehört zum Breakdance, und wenn Dennis Bruns sie in der Turnhalle der Integrierten Gesamtschule Am Everkamp (IGS) in Wardenburg vorführt, wirkt das fast schwerelos und spielerisch. Die Mädchen, die sich an der Schrittfolge versuchen, geraten manchmal ins Stocken, setzen sich manchmal auf den Hosenboden, lachen dabei und haben viel Spaß.

Das Breakdance-Angebot im Ganztagsbetrieb der IGS ist ganz neu, könnte aber angesichts der Begeisterung ein Dauerbrenner werden.

„Freezes sind beim Breakdance wie der Punkt im Satz“, erklärt Dennis Bruns und gibt den praktischen Tipp, beim Stütz auf den Armen den Kopf zur Seite zu drehen. Freeze, das ist ein kurzer Stopp in einer Figur. Bei Antonia Lueken gibt es leichte Probleme mit damit, sie hat sich am Knie verletzt. Aber es macht ihr großen Spaß. Madita Hübner tanzt, seit sie klein ist. Das Bewegungstalent beherrscht die Schrittfolge schnell. „Man kann hier wirklich etwas lernen“, lobt sie Trainer Dennis Bruns, der Sport- und Fitnesskaufmann ist und die Sportschule „dsd-factory“ in Oldenburg aufgebaut hat. Der Breakdance-Kurs ist im Prinzip die Fortsetzung des Theaterprojektes zur Integration an der IGS. Schulsozialarbeiter Rainer Strauß erhielt von seiner Kollegin Jutta Rudolf, die Flüchtlingsbetreuerin der Gemeinde ist, den Tipp, es mit Breakdance zu versuchen. „Ich wäre darauf nicht gekommen“, gibt er zu, „aber Breakdance ist international, und es funktioniert“. Im Internet fand er Dennis Bruns, der Landkreis Oldenburg fördert den Kurs, der zunächst auf vier Nachmittage bis zum Halbjahresende angelegt ist. Aber alle sind sich einig, dass es eine Fortsetzung geben sollte. Die Mund-zu-Mund-Propaganda an der Schule wirkt. In der Feedback-Runde sind sich die Mädchen sicher: Fast jede findet das Angebot „cool“. Wahrscheinlich sind beim nächsten Mal wieder einige Neue dabei.