Wardenburg - Auch wenn die am Wochenende angelaufene Sommer-Spielzeit „nur“ als Übergangssaison ohne Auf- und Absteiger gesehen wird, ist die Motivation bei den Tennisspielern des Wardenburger TC ungebrochen groß. „Wir freuen uns trotz aller Umstände auf die Saison“, betont der Clubvorsitzende Helge Weber und ergänzt: „Bei uns herrscht trotz Corona keine Krise.“

Von 27 gemeldeten Mannschaften haben sich lediglich vier gegen einen Start in dieser Saison entschieden. „Die eine war unsere dritte Herren-40-Mannschaft, eine reine Thekentruppe“, grinst Weber. Bei den anderen drei Teams handelte es sich um Damenmannschaften der Generation Ü40 bis Ü 60. „Die Spielerinnen hatten Sorge, dass sie nach den Spielen nicht duschen können“, sagt der Vorsitzende. Dass diese Einschränkung mittlerweile wieder aufgehoben ist, war bis zur Meldefrist noch nicht bekannt.

Ansonsten ist der Wardenburger TC in diesem Sommer in voller Besetzung auf der roten Asche im Einsatz. Während in einigen umliegenden Vereinen die Vorstände die Teilnahme an Punktspielen sogar untersagt hätten, galt beim WTC von Anfang an eine ganz andere Marschroute. „Ich habe die Mannschaftsführer sogar motiviert, aus diversen guten Gründen teilzunehmen“, erklärt Weber. „Es geht doch ums Tennisspielen und die Lust am Sport. Wir müssen jetzt halt das Beste aus der Situation machen. Und nur weil es ein paar Widrigkeiten gibt, muss man sich ja nicht vom Spielbetrieb abmelden“, findet der Wardenburger. Zudem hat er noch ein wichtiges Argument auf dem Schläger: „Wir sind eine der wenigen Sportarten, die Punktspiele machen dürfen. Deswegen sollte man die Möglichkeit definitiv nutzen – zumal wir auch eine gewisse Vorbildfunktion haben für Kinder und Jugendliche.“

Als besonderes Beispiel hebt der WTC-Vorsitzende die Herren-55-Mannschaft hervor, die entgegen dem Trend in dieser Altersklasse nicht zurückgezogen hat. Hier wurden die wenigen verbliebenen Teams der Bezirksklasse in eine Staffel zusammengezogen – so dass die Wardenburger für ein Auswärtsspiel sogar bis nach Hannover fahren müssen. „Das ist natürlich nicht ganz so schön“, gibt Weber zu, lobt aber im gleichen Atemzug: „Umso schöner, dass die Mannschaft trotzdem spielen möchte!“

Dass es manchen Vereine beziehungsweise Spielern in diesem Sommer am Leistungsgedanken mangelt, kann der Wardenburger nicht verstehen. „Es gibt genügend Anreize“, findet Weber. „Persönlich kann ich mich in der Leistungsklasse verbessern. Und als Meister habe ich in der Regel auch bessere Chancen, im kommenden Jahr einen eventuell freien Platz in der höheren Liga einzunehmen.“

Was die aktuelle Mitgliederentwicklung im eigenen Verein angeht, gibt sich Weber optimistisch. „Wir marschieren weiter“, sagt der Clubchef. Im Vorjahr wurde bereits der Rekord von 370 Mitgliedern getoppt, aktuell liege man sogar bei 393. „Ziel ist es, die 400 zu knacken“, blickt Weber voraus. Trotz erheblicher Einschränkungen in diesem Frühjahr hätten alle Tennisspieler dem WTC die Treue gehalten. „Bislang hat sich niemand gemeldet und nach Erstattungen gefragt“, freut sich Weber. Viel schwerer hätte es sowieso die hauptamtlichen Trainer getroffen – für sie gab es während der sportlichen Zwangspause keinen Cent. „Ausgefallene Trainingsstunden werden in den Sommerferien nachgeholt“, kündigt der WTC-Vorsitzende an. Dazu plant der Club regelmäßig Aktionen – so dass es dort auch weiterhin „Spiel, Satz und Sieg“ heißen dürfte.

Michael Hiller
Michael Hiller Redaktion Wildeshausen (Lokalsport)