Wardenburg - „French Open trifft Wimbledon“, auf diesen prägnanten Nenner bringt Helge Weber, 1. Vorsitzender des Wardenburger Tennisclubs, den Austausch der WTC-Jugend mit jungen Tennisspielern aus dem englischen Felixstowe: Während die Briten entweder traditionell auf Rasen oder auf Hartplätzen spielen, ist für sie das Spiel auf den in Kontinentaleuropa üblichen Ascheplätzen Neuland.
Es sei gar nicht so einfach gewesen, einen englischen Club zu finden, der tatsächlich noch auf Rasen spielt, erzählt Weber: „Die Rasenplätze sind unglaublich pflegeintensiv. Deshalb sind viele Clubs längst zu Kunstrasen übergegangen.“ Über mehrere Jahre hatte er versucht, einen Traditionsverein zu finden, der Interesse an einem Austausch und zudem eine große Jugendabteilung hat. „Wir legen im WTC viel Wert auf den Nachwuchs – deshalb stand für uns fest, dass es ein Jugendaustausch sein sollte.“
Letztendlich spielte ihm der Zufall in die Hände: Ein Spieler des WTC nahm an einem internationalen Turnier in Felixstowe teil und konnte so den Kontakt knüpfen. In der vergangenen Woche nun waren 13 junge Briten im Alter von elf bis 23 Jahren in Wardenburg. Im nächsten Sommer startet der Wardenburger Tennisnachwuchs zum Gegenbesuch in Felixstowe nordöstlich von London. Wenn alles klappt, soll sich daraus eine langfristige Partnerschaft entwickeln.
Nicht nur sportlich, auch politisch sieht Weber hier einen wichtigen Impuls: „In Zeiten, in denen viele Menschen wieder vermehrt nationalistisch denken, ist ein solcher Austausch besonders wichtig. Wenn man Menschen in anderen Ländern kennt, ist das Verständnis füreinander viel größer.“ Dass der Austausch nun gerade zu Zeiten der Brexit-Diskussion realisiert wird, ist vielleicht ein ganz besonders Signal.
