Brake/Ovelgönne - Ungewöhnlicher Anblick an der Bundesstraße 211: Mehrere Gruppen zogen Sonnabend marschierend durch die südliche Wesermarsch. Die Uniformen und die Fahnen deuten schnell auf die internationalen Teilnehmer hin: skandinavische und niederländische Reservisten nehmen am sogenannten „Makoni“-Marsch von Kopenhagen nach Nimwegen teil.
Die gut 70 Teilnehmer, darunter auch ein paar Frauen, nehmen die 14-tägigen Strapazen auf der 650 Kilometer langen Tour von der dänischen Hauptstadt in die Niederlande auf sich. Dort steht in diesem Jahr der 100. Nimwegener Vier-Tage-Marsch an, der am 17. Juli beginnt. Im Jubiläumsjahr beteiligen sich 50 000 Personen an der traditionellen Veranstaltung. Der Nimwegen-Marsch ist bei Militärs in ganz Europa bekannt. Jedes Jahr treffen sich in der niederländischen Stadt Soldaten – aber auch viele Zivilisten nehmen teil.
Die Truppe, die den Weg durch die Wesermarsch gewählt hat, besteht aus dänischen, schwedischen, norwegischen und niederländischen Teilnehmern. Sie scheinen nur eins zu kennen: Marschieren. Gar nicht so einfach, einen Gesprächspartner zu finden. Als die Gruppe durch Großenmeer zieht, lässt sich einer zum NWZ -Gespräch etwas zurückfallen. Der Däne: „Alle haben vorher gut trainiert. Nimwegen ist ein traditionelles Muss.“ Er erklärt, immer im langsamen Schritt weiter: „Heute ist es für uns die längste, die Gewalttour in den 14 Tagen.“ Gestartet sind sie in aller Frühe in Bremerhaven. Nach den ersten Kilometern auf der anderen Weserseite ging es in Sandstedt auf die Fähre, weiter durch Brake und die Gemeinde Ovelgönne. Die Elbe hatten sie in Glücksstadt überquert. „Unterwegs haben wir alles dabei: Arzt, Feldbetten und Feldküche. Wir brauchen nur einen Ort zum Schlafen.“ Den fanden sie abends in der Oldenburger Henning-von-Tresckow-Kaserne. Schon versucht der Däne schnellen Schrittes Anschluss zur Gruppe zu finden, mit der Gewissheit, dass das Ziel mit jedem Schritt näher rückt.
