Oldenburg - Der Oldenburger Stadtrat wird am Montagabend in einem Grundsatzbeschluss über den Neubau eines modernen Stadions, das den Anforderungen des Profifußballs gerecht wird, entscheiden. Doch was sind die konkreten Vorzüge eines neuen Stadions an der Maastrichter Straße und was würde sich für die VfB- und Gästefans im Falle eines Neubaus ändern?
Kapazität
Nach beiden der zur Diskussion stehenden Varianten würde sich das Fassungsvermögen der Spielstätte des VfB zunächst verringern. In das Marschwegstadion passen 15.200 Zuschauer, in das neue Stadion in der Maastrichter Straße würden je nach Variante 7500 oder 10.000 Fans Platz finden. Allerdings ist bei beiden Varianten eine Ausbauperspektive auf bis zu 15.000 Plätze vorgesehen, womit die Zuschauerkapazität dann nahezu die des Marschwegstadions entsprechen würde. Deutlich verändern würde sich indes das Verhältnis von Sitz- und Stehplätzen. Das Marschwegstadion verfügt über 4.500 überdachte Sitzplätze und 10.700 unüberdachte Stehplätze. In einem neuen Stadion mit 7.500 Plätzen wären 5400 davon Sitzplätze und nur 2100 Stehplätze. Bei der Variante mit 10.000 Zuschauerplätzen wären es 6060 Sitz- und 4070 Stehplätze.
Flutlicht
Das Fehlen einer Flutlichtanlage im Marschwegstadion wurde von Seiten des DFB moniert, es gehört zu den Lizenzanforderungen für Drittligisten, weshalb der VfB Oldenburg, um Heimspiele in der Drittligasaison überhaupt im Marschweg absolvieren zu dürfen, eine Ausnahmegenehmigung beantragen musste. Immerhin konnte sich Oldenburg mit einer aus zwei Masten bestehenden mobilen Flutlichtanlage verhelfen. Die Installation einer festen Flutlichtanlage ist unabhängig vom möglichen Neubau vorgesehen. Für das neue Stadion ist eine Flutlichtanlage mit vier Masten in Stärke von fernsehgerechten 1000 Lux angedacht.
Lage
Ein zentrales Argument für die Befürworter eines Stadionneubaus ist die Lage. Mitten in einem Wohngebiet gelegen, ist das Marschwegstadion von einigen Einschränkungen betroffen. Gemäß der Baugenehmigung darf das Stadion nach 18.30 Uhr nicht genutzt werden, wodurch Abendspiele im Marschwegstadion unzulässig sind. Aufgrund der Lage verfügt das Stadion des Weiteren nur über etwa 250 Stellplätze für Autos – bei 7500 Plätzen wären 500 bis 600 Stellplätze erforderlich. Bei Spielen mit mehr als 5.000 Zuschauenden müsse zudem die Autobahnabfahrt Marschweg sowie der Marschweg selbst gesperrt werden. Der beengte Raum ist der Grund, weshalb die Stadt einem Umbau des bestehenden Stadions skeptisch gegenübersteht. Das neue Stadion würde an der Maastrichter Straße südöstlich der Weser-Ems-Hallen gebaut werden. Abendliche Lärmbelästigungen von Anwohnern ist auf diesem Gelände kein Thema. Das Freigelände der Weser-Ems-Hallen verfügt bereits über etwa 3000 Parkplätze.
Anbindung
Ein Vorteil eines Stadions in der Maastrichter Straße betrifft auch die Anbindung an dem öffentlichen Personennahverkehr. Das Gelände wäre lediglich etwa fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, wodurch der städtische Busverkehr etwa von Seiten der anreisenden Gästefans nicht beansprucht würde. Das Marschwegstadion lässt sich vom Hauptbahnhof aus mit den Buslinien 314, 315 und 318 innerhalb von etwa 10 Minuten Fahrt erreichen. Bei hohen Zuschauerzahlen sei die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV nach Ansicht der Stadt „unzureichend“.
