Oldenburg - Wichtiger Punkt bei einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf: Fußball-Drittligist VfB Oldenburg hat sich am Samstagnachmittag im Derby beim SV Meppen ein 1:1 (1:1) erkämpft und das Schlusslicht damit auf Distanz gehalten. Vor 9560 Zuschauern in der Meppener Hänsch-Arena glich VfB-Kapitän und Ex-Meppener Max Wegner mit seinem sehenswerten Kopfball (21. Minute) den frühen Rückstand durch Max Dombrowka aus (11.). Der VfB steht damit nun bei 20 Punkten, Meppen nach dem 16. sieglosen Spiel in Serie bei 15 Zählern.
Zwei Änderungen in Startelf
Trainer Dario Fossi nahm zwei Veränderungen in seiner Startelf im Vergleich zur 1:3-Niederlage gegen Dynamo Dresden vor – eine davon notgedrungen. Für den gelbgesperrten Dominique Ndure spielte Justin Plautz auf der linken Seite. Zudem ersetzte Manfred Starke in der Offensive den gegen Dresden unglücklich agierenden Kebba Badjie. Bei den Meppenern fehlte Marcos Alvarez noch, der frühere Angreifer des VfL Osnabrück ist aber bereits im Teamtraining und soll in den nächsten Tagen verpflichtet werden. Der in Wilhelmshaven geborene frühere VfBer Steffen Puttkammer saß indes bei den Meppenern genau wie Winter-Zugang Marek Janssen (kam von BW Lohne) zunächst auf der Bank.
VfB-Fehlerkette vor 0:1
Meppens Trainer Stefan Krämer hatte nach 15 sieglosen Partien in Serie angekündigt, „um jeden Zentimeter kämpfen“ zu wollen – und diesen Eindruck vermittelten die Gastgeber von Beginn an. Der SVM war giftiger in den Zweikämpfen, hatte nach acht Minuten 3:0 Ecken und ging dank einer Oldenburger Fehlerkette in Führung. Erst verschätzte sich Patrick Möschl bei einem langen Ball und köpfte ihn recht unnötig auf Höhe des Strafraums in das Seitenaus. Den folgenden langen Einwurf köpfte Leon Deichmann zu kurz und zentral vor das eigene Tor. Und dort kam Christopher Buchtmann zu spät gegen Torschütze Dombrowka, der aus zehn Metern einschoss (11.).
Oldenburg reagiert stark
Hatten die Gäste zu Beginn Probleme, reagierten sie nun stark auf den Rückstand. Nur 60 Sekunden nach dem 0:1 hätte der VfB bereits einen Elfmeter zugesprochen bekommen können, als Manfred Starke auf Wegner flankte und dieser auf dem Weg zum Tor an der Schulter gezogen wurde. Ein Kopfball Wegners war das nächste Oldenburger Warnsignal (16.). Und nach einer Ecke von Christopher Buchtmann schraubte sich Wegner dann am ersten Pfosten hoch und köpfte aus der Drehung wunderschön in den langen Torwinkel zum 1:1 ein (21.).
Steurer verhindert erneuten Rückstand
Die Partie blieb auch in der Folge rassig und höchst unterhaltsam. Erst köpfte Meppens Tim Vogt an die Oberkante der Torlatte (23.), dann verpasste Starke eine weitere Buchtmann-Ecke nur ganz knapp (28.). Als Plautz ausrutschte, hatten die Emsländer durch Morgen Faßbender die Riesenchance zur erneuten Führung, doch Oldenburgs Oliver Steurer warf sich im letzten Moment in den Schuss und rettete mit einem Monsterblock das Unentschieden (41.). Mit dem 1:1 ging es auch in die Kabinen.
Zweite Halbzeit
Für die zweite Halbzeit erinnerte sich Fossi daran, wer den VfB beim furiosen 5:0-Kantersieg in der ersten Runde des Landespokals in Meppen auf die Siegerstraße geführt hatte. Jakob Bookjans, damals Doppel-Torschütze zum frühen 2:0, kam für Plautz. Der VfB stellte durch den Wechsel auf eine Viererkette um, in der Möschl rechts und Deichmann links verteidigten. Bookjans ging auf die rechte offensive Seite.
Beide Teams starteten abwartender in den zweiten Durchgang, Chancen gab es zunächst keine. Meppen wirkte zunehmend verunsicherter, leistete sich viele Abspielfehler. Der VfB machte aber zu wenig aus der Meppener Schwäche, schien mit dem 1:1 zufrieden und verpasste es, mehr nach vorne zu spielen. Ein Schuss von Meppens Morgan Faßbender war die erste nennenswerte Aktion nach der Pause (69.). Das Schlusslicht wurde wieder aktiver – und dann hatten die Fans der Gastgeber den Jubelschrei schon auf den Lippen. Dem eingewechselten Janssen rutschte eine Flanke gefährlich ab, der Ball segelte an den Innenpfosten – Glück für VfB-Keeper Sebastian Mielitz (72.). Kurze Zeit später mussten Mielitz und Deichmann in höchster Not gegen Faßbender klären (74.). Die Schlussphase blieb umkämpft und hitzig, aber ohne große Chancen. So trennten sich die beiden Derby-Rivalen wie bereits im Hinspiel 1:1.
Die Aufstellungen
SVM: Domaschke - Hemlein (63. Ballmert), Kraulich, Mazagg, Risch - Blacha (53.Käuper), Vogt, Dombrowka , Faßbender (86. Manske), Kleinsorge (63. Janssen) - Pourié (86. Prasse).
VfB: Mielitz - Deichmann, Appiah, Steurer - Möschl, Plautz (46. Bookjans), Zietarski, Buchtmann, Starke, Krasniqi (65. Badjie) - Wegner (75. Hasenhüttl).
