Schortens - Es gibt Menschen, die raten davon ab, den Sand in den Kopf zu stecken. Bei andere Gelegenheit identifizieren sie einen Druckschmerz scharfsinnig – nämlich durch die Feststellung, dass eine Körperstelle immer dann schmerzt, wenn man denn draufdrückt. Andere haben vom „Feeling“ her häufig ein gutes Gefühl, wenn die Aussage „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“ auch bezüglich geografischer Grundkenntnisse noch Raum nach oben offenbart.

Sämtliche erwähnte Aussagen zählen zu den Klassikern der Fußballer-Zitate – hier wiedergegeben: Andreas Möller und Lothar Matthäus. Und um genau solche Zitate dreht sich das im September veröffentlichte Buch von Jannik Aust aus Schortens. „Große Worte – die 1234 besten Fußballzitate“ – so der Titel des Werks. Neben solcherlei bekannten „Weisheiten“ finden sich hier auch einige unbekanntere Aussagen.

„Die Idee zu dem Buch ist mir nach dem letzten Champions League-Finale nach einer Aussage Jürgen Klopp gekommen“, erzählt Jannik Aust. Welche das war, weiß er nicht mehr genau. Der BVB-Trainer ist bekannt für Emotionalität, Ausraster und sein loses Mundwerk.

So äußerte er einmal scherzhaft noch als Spieler die nicht ganz ernst gemeinte Befürchtung, nach der Karriere „seine Frau umzugrätschen und so über den Herd zu rammen“, weil er ohne Fußball nicht wisse, wohin mit seinen Aggressionen. Einem Gegenspieler bescheinigte Klopp einen Schuss wie ein „Brauereigaul“ – alles nachzulesen im Buch von Jannik Aust.

Gut drei Monate sammelte der 19-Jährige, der gerade eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert, Material für sein Buch. „Am Ende habe ich von über 1600 Zitaten 1234 ausgewählt, eine prägnante Zahl“, sagt er.

Sein Buch hat er dann im örtlichen Handel angeboten, viele Händler schlugen zu, bald soll es die ersten Verkaufszahlen geben. „Reich werde ich damit natürlich nicht“, sagt er. Aber: „Ich habe es ja aus Spaß gemacht.“

Hobby-Kicker Jannik Aust ist übrigens Bayern-Fan – mitten im grün-weißen Jeverland. Auch der Vater hält nicht viel von Werder Bremen – eher von Gladbach. „Ich habe als Kind die Bayern im Fernsehen geschaut – Kahn, Elber, Lizarazu. Und irgendwann war es dann um mich geschehen.“

Ein Spieler hatte es ihm damals besonders angetan: Michael Ballack, ebenfalls im Buch vertreten. Der stellte einmal fest: „Wir können sowas nicht trainieren, nur üben.“ Und, wenig ehrgeizig: „Keiner verliert ungern.“

„In dem Buch gibt es aber nicht nur unfreiwillig Komisches, sondern auch beabsichtigt Witziges oder Philosophisches“, sagt Jannik Aust. Dass es immer wieder Fußballer sind, die mit erwähnten oder ähnlichen rhetorischen Blüten die Öffentlichkeit amüsieren, erklärt er so: „Das viele Adrenalin nach dem Spiel – und wer viel reden muss, dem rutscht halt mal was Dummes raus.“ Nationaltorwart Jens Lehmann fasste das umsichtig und eloquent einmal so zusammen: „Eine Minute nach Spielende habe ich noch nicht die Intelligenz, um das Spiel zu beurteilen.“