Ahlhorn/Brettorf - Mit der Silbermedaille im Gepäck kehrten die Faustball-Frauen des Ahlhorner SV vom Europa-Cup im österreichischen Kremsmünster zurück. Dabei konnte der Bundesligist und Titelverteidiger nach einem starken Turnier nur vom österreichischen Staatsmeister und Weltpokalsieger Union Arnreit gestoppt werden.

In der Neuauflage des letztjährigen Endspiels in Berlin waren die Rollen am Sonnabend klar verteilt. Der Arnreiter Angriff agierte druckvoller, dem ASV gelang es nur selten, Lücken in einer konzentriert spielenden Mannschaft zu finden, so dass die Landkreislerinnen klar mit 0:3 (5:11, 7:11, 5:11) unterlagen. „Arnreit hat das Spiel verdient gewonnen“, gratulierte ASV-Trainerin Edda Meiners dem neuen Europa-Cup-Sieger.

In der Vorrunde am Freitag waren die Ahlhornerinnen mit einem 3:0 (11:8, 11:4, 11:7) gegen den italienischen Meister SSV Bozen gestartet, ehe das Landkreis-Team in einem spannenden Spiel den Schweizer Champion FG Embrach in fünf Sätzen bezwang (11:5, 11:8, 9:11, 6:11, 11:7).

Das Duell um den Gruppensieg verlor der ASV anschließend gegen den späteren Sieger Union Arnreit mit 0:3 (8:11, 7:11, 5:11). In dieser Begegnung wechselte Ahlhorn gerade im Angriff durch, wobei die erst 15-jährige Pia Neuefeind zu ihrem ersten Europa-Cup-Einsatz kam. „Wir wollten unsere beiden Angreiferinnen Imke Schröder und die leicht angeschlagene Celina Minx schonen“, verriet Trainerin Meiners und fand viel Lob für Neuefeind: „Pia hat ihre Sache sehr gut gemacht.“

Als Gruppenzweiter traf der ASV im Halbfinale mit dem TV Jahn Schneverdingen auf einen guten Bekannten aus der Bundesliga Nord. Beide Mannschaften lieferten sich ein Spiel auf sehr hohem Niveau, Ahlhorn erwischte den besseren Start und entschied die beiden ersten Sätze für sich (11:3, 11:9). In der Folge kam Bundesligaspitzenreiter Schneverdingen zurück ins Spiel und glich aus (11:7, 11:6). Im entscheidenden Durchgang schenkten sich beide Teams nichts, gerade die Abwehrreihen wussten zu überzeugen. Letztendlich war es der absolute Wille, mit dem es ASV-Angreiferin Imke Schröder und ihr Team ins Finale schafften (11:8).

Nicht ganz für die vorderen Plätze reichte es für die Bundesliga-Faustballer vom TV Brettorf, die in Kremsmünster um den IFA-Cup der Männer spielten und am Ende Fünfter wurden. Den Turniersieg holte Union Freistadt gegen die Offenburger FG.

In der Vorrunde gewann Brettorf gegen den süddeutschen Rivalen TV Vahingen/Enz (11:8, 11:8), den tschechischen FaC Zdechovice (15:13, 11:2) und den Schweizer TSV Jona (11:9, 11:6). Einzig dem Titelverteidiger ASKÖ Linz Urfahr unterlag das Team von Klaus Tabke (8:11, 8:11) nach hartem Kampf. Am Ende fehlte dem TVB nur ein gewonnener Ball mehr im direkten Vergleich mit Urfahr und Jona, um als Gruppensieger direkt ins Halbfinale einzuziehen.

Als Zweiter musste Brettorf im Qualifikationsspiel gegen Offenburg antreten. Hier verpasste der TVB die Revanche für die letztjährige DM-Niederlage. Beim 1:3 (11:4, 5:11, 5:11, 7:11) starteten die Schwarz-Weißen zwar gut, doch Offenburg wurde immer stärker. „Sie sind am heutigen Tag über sich hinausgewachsen, zudem fehlte in unserem Spiel die Lockerheit vom Vortag“, analysierte Tabke.

In der Partie um Platz fünf spielte sein Team wieder frei auf. Nach verlorenem ersten Satz zog Jens von Seggern im Brettorfer Angriff merklich an und drehte das Spiel in einen 2:1-Sieg (9:11, 11:5, 11:7). Für den TVB endete die Österreich-Reise damit versöhnlich, auch weil Tabke eine echte Weiterentwicklung im Team sah: „Gerade Marc Lange hat gezeigt, was in ihm steckt“, lobte der Trainer den 21-jährigen Abwehrspieler.