Ramsloh - Die 100-Kilometer-Marke haben im vergangenen Jahr bei der Premiere des 12-Stunden-Laufs rund um den Hollener See unter dem Motto „Run For Fun“ gleich zwei Sportler geknackt: Herbert Möller aus dem Saterland und Toni Hecker aus Bremen hatten zum Ende jeweils 101,50 Kilometer zu Buche stehen. Bei den Frauen lag Monika Schulte aus Bollingen mit 79,65 Kilometern ganz vorne. „Das war eine hervorragende Veranstaltung“, erinnern sich Rita Stoyke und Monika Schulte gerne zurück.

Beide haben im Laufen ihre Leidenschaft gefunden – und verfolgen doch ganz unterschiedliche Ziele: „Rita ist unsere Rennziege“, sagt Monika Schulte mit einem Lachen, bedeutet: Ihr geht es eher um die Zeit. Im Gegensatz zu Monika Schulte. Die in Bollingen wohnende Läuferin mag es auf der Strecke „eher gemütlich“, sie schafft vor allem Kilometer, die Uhr spielt für sie keine Rolle. Monika Schulte ist Ultramarathon-Läuferin. Je weiter und je länger, desto besser. „Ich mag es, lange Zeit auf der Strecke zu sein, ich genieße den Lauf.“ Ihr bislang längster Weg ging 111 Kilometer beim Heidschnucken-Ultramarathon durch die Lüneburger Heide.

Das nächste große Ziel hat sie bereits vor Augen: der 100- Meilen-Lauf entlang der Deutschen Fehnroute im Herbst, umgerechnet 161 Kilometer. „Die will ich am Stück laufen“, sagt Monika Schulte. Wie sie zum Laufen gefunden habe? „Ich hatte aufgehört zu rauchen und wollte nicht dicker werden.“ So richtig „in die Gänge“ kam sie aber nicht. Dann sah sie 2004 eine Fernsehdokumentation, in der Nichtläufer in einem Jahr fit für den New-York-Marathon gemacht wurden. Sie startete mit dem Training und absolvierte 2007 ihren ersten Marathon.

Seit 2008 ist sie bei den „Streekrunnern“, einer Gruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, täglich mindestens eine Meile zu laufen. Mit kleinen Verletzungsunterbrechungen macht sie das bis heute. 27 Marathons und Ultramarathons hat sie bislang absolviert.

„Das ist einfach eine ganz tolle Gemeinschaft“, lobt Martina Schulte die Szene. Im „geschützten Rahmen“ des 12-Stunden-Laufs um den Hollener See passiere es so „ganz nebenbei“, das ein Läufer einen Halbmarathon oder einen Marathon hinter sich bringe. Rita Stoyke, eigentlich eher auf der Zehn-Kilometer-Distanz Zuhause, aber mit Marathon-Erfahrung, wird so seit der Premiere am Hollener See als Ultra-Marathon-Läuferin geführt: Sie hatte 51,5 Kilometer abgerissen.

Dass es bei diesen Distanzen immer nur entspannt und locker zugehe, sei keineswegs so, weiß Martina Schulte nur zu gut: „Irgendwann kommt der Hammer. Die Herausforderung für mich ist aber, aus dem Tief wieder herauszukommen.“

Der 1,3 Kilometer lange Rundkurs ist nach Meinung von Rita Stoyke und Martina Schulte ideal, Schotteruntergrund, idyllisch gelegen, mit Möglichkeiten zur Verpflegung in der Nähe. Nur die Hügel im Rund: Die merke man zu Beginn zwar noch nicht sonderlich, aber irgendwann wüchsen sie zu großen Bergen. „Hier kann man sich ausprobieren“, sagt Stoyke, die darauf hinweist, dass jeder Läufer selber entscheiden könne, wann er aussteigen möchte.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)