Ahlhorn - Auf (fast) ein halbes Jahrhundert gemeinsames Kegeln blicken die „Maikäfer“ zurück – und nun steht ihnen eine neue Ära bevor. Der Ahlhorner Kegelclub trifft sich alle zwei Wochen, um die grünen und pinken Kugeln über die Bahn bei der Gaststätte „Rönnau“ in Ahlhorn zu jagen. Damit ist aber bald Schluss: Der Betrieb schließt.

„Eigentlich wollten wir aufhören und uns nur noch einmal im Monat zum Essen treffen“, sagt Micky Mers. Doch dann haben sie gesehen, dass beim Hotel Kempermann in Großenkneten Bahnzeiten frei sind – und kegeln weiter.

Das wird schon der zweite Umzug der „Maikäfer“, die sich im Mai 1967 gegründet haben („Unser Wahrzeichen ist trotzdem der Marienkäfer“, betont Mers). Die ersten 30 Jahre kegelten sie im Ahlhorner Krug, bevor dieser die Kegelbahn schloss. Damals noch am Abend von 20 bis 23 Uhr. Bei „Rönnau“ waren jedoch nur nachmittags Zeiten frei. „Das passte uns erst nicht so gut“, erzählt Mers. Doch inzwischen sind sie froh, nicht so spät zu Hause zu sein.

Den ersten „Umzug“ haben indes alle aktiven Mitglieder miterlebt: Hertha Andräß als jüngster „Zugang“ ist seit 1984 dabei. Lisa Martens hatte da schon 14 Jahre Maikäfer-Erfahrung, sie kegelt schon seit 1970 in Ahlhorn.

Neue Mitglieder nehmen sie jetzt nicht mehr auf. „Die könnten ja gar nicht mitreden“, sagt Brigitte Theilen, seit 1971 dabei. „Wir kennen unsere Macken ja schon“, ergänzt Marlies Schulte.

Denn die Damen haben viel zusammen erlebt. „Wir machen unserem Namen alle Ehre: Wir fliegen aus“, meint Mers schmunzelnd. Von 1998 bis 2012 flogen die Maikäfer alle zwei Jahre in die Türkei. Weil einige nicht mehr gerne fliegen, bereisen die Damen nun Deutschland: Dresden, München, Berlin, Rügen. Erst am Sonntag kehrten sie von einer Tour über Sylt und St.-Peter-Ording zurück.

Auch an Kostümfeste und Fahrradtouren erinnern sie sich gerne. Und an eine besondere Tradition: „Wer früher einen Pudel geworfen hat, musste eine Reihe stricken. Daraus ist ein Monster-Schal entstanden“, erzählt Theilen. Vielleicht lebt die Tradition in Großenkneten ja wieder auf.

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion