Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Relegations-Rückspiel Heute Abend Gegen Heidenheim Darum glaubt Florian Kohfeldt an den Werder-Erfolg

Bremen - Wenn an diesem Montag um 20.30 Uhr (Dazn und Amazon Prime) auf der schwäbischen Ostalb der Anpfiff ertönt, geht es für Werder Bremen um alles – dieses Mal wirklich! „Es ist das letzte Finale von vielen“, sagte Trainer Florian Kohfeldt am Sonntag. Gefühlt seit einem halben Jahr steht der Fußball-Bundesligist von der Weser mit dem Rücken zur Wand, schien immer wieder abgeschlagen, kam stets zurück. Jetzt also der 1. FC Heidenheim. Relegations-Rückspiel. Es fängt nach dem torlosen Hinspiel bei 0:0 an: Kohfeldt: „Dieses Mal gibt es kein danach, es gibt keine Hintertür.“

Ausgangslage und Aufstellungen

Ein Sieg oder ein Remis mit mindestens einem erzielten Treffer und Werder bleibt in der Liga. Eine Niederlage und der Club mit den meisten Erstliga-Spielen aller Vereine steigt erstmals seit 40 Jahren wieder in die 2. Bundesliga ab.Bei einem 0:0 geht es in die Verlängerung und womöglich ins Elfmeterschießen.

Voraussichtliche Aufstellungen, 1. FC Heidenheim: Müller - Busch, Mainka, Beermann - Multhaup, Griesbeck, Dorsch, Theuerkauf - Sessa - Kleindienst, Otto.

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Vogt, Friedl, Augustinsson - M. Eggestein, Klaassen - Osako, Füllkrug, Rashica.

In Freiburg war so ein Spiel der letzten Chance. Werder hatte die erste Partie nach der Corona-Pause mit 1:4 gegen Leverkusen verloren und war öffentlich zerlegt worden.

Werder siegte 1:0.

In Paderborn war so ein Fall. Werder hatte in den Tagen zuvor erst gegen Eintracht Frankfurt (0:3) und dann gegen den VfL Wolfsburg (0:1) daheim verloren und drohte den Anschluss an Platz 16 völlig zu verlieren.

Werder gewann mit 5:1.

Gegen den 1. FC Köln gab es dann ein erstes Finale. Werder brauchte am letzten Spieltag einen Heimsieg und eine gleichzeitige Niederlage Düsseldorfs bei Union Berlin, um die Relegation zu erreichen.

Werder siegte 6:1, die Düsseldorfer verloren 0:3.

Oft abgeschrieben

„Wir waren schon so häufig tot, jeder hat uns mindestens schon einmal abgeschrieben gehabt in dieser Saison“, sagte Kohfeldt. Jedes Mal habe die Mannschaft dem Druck standgehalten, „daraus ziehen wir eine große Motivation.“ In die gleiche Kerbe schlug auch Manager Frank Baumann: „Wir sind bislang immer wieder aufgestanden. Es ist wichtig, dass man einmal mehr aufsteht, als man hinfällt.“

Analyse nach Abpfiff

Auch für Kohfeldt und Baumann könnte das Spiel an der Brenz ein letztes großes Finale sein. Wie es mit dem Duo weitergeht, das sich stets gegenseitig gestärkt hat, ist völlig offen. Selbst bei einem Klassenerhalt könnte ihr Weg zu Ende sein, wenngleich dieser die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass einer oder sogar beide in Bremen weitermachen.

Direkt nach dem Nervenspiel im Süden der Republik wird man in Bremen mit den Gesprächen über die Zukunft beginnen. Am Dienstag soll sich das Team noch einmal als Abschluss treffen, dann werden sich die Wege vieler Spieler trennen. „Wir werden relativ schnell in die Analyse der Saison gehen“, kündigte Baumann am Sonntag an. Es werde verschiedene Runden mit verschiedenen Gremien wie dem Aufsichtsrat geben, was einige Tage dauern könne. Am Ende dieser Woche, prognostizierte Baumann, werde Werder mit den Ergebnissen „an die Öffentlichkeit gehen“.

Mentale Trickkiste

Erst einmal aber braucht es noch dieses eine positive Ergebnis in Heidenheim. Nach dem schwachen Auftritt im Hinspiel am vergangenen Donnerstag mit nicht einer richtig klaren Torchance sowie einem sehr zweikampfstarken Gegner greift Kohfeldt auch in die mentale Trickkiste. „Man muss immer mehr Lust haben zu gewinnen, als Angst haben zu verlieren“, betonte der Coach und holte etwas aus, um gewohnt rhetorisch gekonnt das Positive an so einem Finale hervorzuheben.

Natürlich sei die Saison für ihn „persönlich belastend“ gewesen und das Finale in Heidenheim „ein Thema der Nerven“, erzählte der in Delmenhorst aufgewachsene Trainer. Er habe sich aber die Frage gestellt, wo er lieber wäre, wenn nicht hier. „Hätte ich einen anderen Lebensweg gewählt, würde ich wahrscheinlich in der Alten Herren von Jahn Delmenhorst spielen, wäre vielleicht Lehrer geworden. Wenn mich dann jemand angerufen und gefragt hätte: Willst du bei diesem Spiel dabei sein und deinen Verein betreuen? Ich hätte mich wahrscheinlich nicht einmal Zuhause verabschiedet“, erzählte der 37-Jährige: „Ich weiß, was auf dem Spiel steht, aber das sind doch auch die Tage, an denen Geschichte geschrieben wird. Da haben wir doch alle von geträumt, als wir klein waren.“

Geschichte schreiben

Geschichte geschrieben wird im letzten großen Finale dieser Saison vor allem dann, wenn der 1. FC Heidenheim mit seinem ersten Erstliga-Aufstieg den zweiten Abstieg der Bremer Vereinsgeschichte herbeiführt. Dann wiederum könnte auch der Trainer Kohfeldt beim SV Werder schnell Geschichte sein.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Nach Zündung der beiden Sprenglandungen sackte der Kran zusammen und fiel wie geplant zu Boden.

RHENUS MIDGARD Kran im Nordenhamer Hafen gesprengt

Nordenham
Zieleinlauf beim Matjeslauf in Emden 2023

VOLKSLÄUFE IM NORDWESTEN IM JUNI – TEIL 1 Von 5 Kilometer bis 6 Stunden – Elf Startgelegenheiten bis zu den Sommerferien

Mathias Freese
Nordwesten
Sind in diesem Sommer früh wieder gefordert: Jan Urbas (links) und Nicholas Jensen

FISCHTOWN PINGUINS Erfolge bescheren Bremerhavener Eishockey-Team dichten Terminplan

Hauke Richters
Bremerhaven
Nimmt im Sommer erstmals an den Olympischen Spielen teil: der Oldenburger Jannis Maus

„ICH WILL MÖGLICHST VIEL AUFSAUGEN“ Oldenburger Kitesurfer Jannis Maus fiebert Olympia-Premiere entgegen

Niklas Benter
Oldenburg
Da wird die Deckenlampe zum Duschkopf: Das Wasser kommt durch die Decke und läuft an den Wänden hinunter.

MIETÄRGER IM AMMERLAND Wenn das Wasser aus der Deckenlampe strömt

Anke Brockmeyer
Westerstede