Oldenburg/Bremen - Ein Derby von dem noch lange gesprochen wird. Leider vor allem in Hamburg und auf DFB-Schiedsrichterlehrgängen. Das 0:2 gegen den HSV hat die Werder-Fans ganz schön durchgerüttelt. Thomas und Jan fühlen sich wie auf dem Rummelplatz: Doch statt Achterbahn mit Looping gab es blaue Flecken wie im Autoscooter. Und einen Schiri aus der Geisterbahn.

Um es gleich vorweg zu sagen. Am Schiedsrichter lag es natürlich nicht. Natüüüüürlich nicht. Unsere geschätzten NWZ-Kollegen lassen uns diese, sagen wir: orthographische Freiheit hoffentlich ausnahmsweise mal durchgehen. Denn ein bisschen lag es vielleicht doch an ihm. Es hätte so eine schöne Achterbahnfahrt werden können, wenn der geschätzte Herr Stegemann nicht immer wieder die Weichen falsch gestellt hätte.

<p>                Schiedsrichter Sascha Stegemann stand beim Nordderby im Mittelpunkt. Mit seinen Entscheidungen waren vor allem die Werder-Fans unzufrieden. Bild: Imago             </p>

Schiedsrichter Sascha Stegemann stand beim Nordderby im Mittelpunkt. Mit seinen Entscheidungen waren vor allem die Werder-Fans unzufrieden. Bild: Imago

Die erste Hälfte – tragisch! Auch wenn die Entscheidungen häufig auf dem Papier richtig waren, wirkten sie manchmal wie zwei Blatt Papier. Über Grossos zweite gelbe Karte müssen wir nicht diskutieren, über die erste schon. Auch über ein paar nicht gegebene Gelbe auf der anderen Seite. Und in welcher Welt das Foul an Duckschi nicht Elfmeter und Notbremse ist, bleibt wohl ein Rätsel der jüngeren Fußball-Geschichte. Gute Nacht, VAR! Das gilt übrigens genauso für den Platzverweis für HSV-Käpt’n Schonlau. Klassischer Doppelfehler: Erstens, dass er noch drauf war, zweitens, dass er dafür runter muss. Leo Bittencourt twitterte es aus unseren verletzten grünweißen Herzen: „Wo ist Manuel Gräfe? Nordderby Topspiel 20:30 Uhr kann nicht jeder.“

Kommen wir jetzt zu den positiven Erkenntnissen: es haben sich schon sehr viele Menschen gemeldet, die bereit sind, Lücke ganz fest zu drücken! Leider ist noch niemand dabei, der groß und stark genug ist, um ihn auch mal längere Zeit auf den Arm zu nehmen – zum Trösten, damit wir uns da nicht falsch verstehen! Sprüche bekommt er vermutlich genug zu hören. Auf der anderen Seite sind diese gutgemeinten Aufmunterungsparolen aus der Geplatzte-Knoten-Schublade („Komm Junge, das wird schon“) vielleicht auch nicht das richtige Rezept. Die zweite Halbzeit gegen den HSV – Lücke hätte das Derby ganz alleine drehen können. Leider weiß er das auch selbst und diese Tatsache macht sein Kopfkino nicht besser.

Jetzt aber wirklich noch drei echte Positiverkenntnisse:

  • Erstens: Das Nordderby ist immer noch das Nordderby. Sorry, St. Pauli: aber Stadtmeisterschaft bleibt Stadtmeisterschaft.
  • Zweitens: Viel Polizei, wenig Kloppe – Dankeschön an alle!
  • Und drittens: Für Tim Wiese gelten vor dem VIP-Bereich dieselben Regeln wie für unsere Kinder vor dem Schwimmbad, egal wie laut man wird.

In diesem Sinne: Gute Woche! Gutes Spiel.