WESERMARSCH - Vom 1. bis 4. Mai finden in Irland die Europameisterschaften im Boßeln statt. Die NWZ stellt die heimischen Teilnehmer im Kurzporträt vor:
Antje Wulff (Mentzhauser TV): Sie wohnt in Südbollenhagen und wird mit ihren 15 Jahren eine der jüngsten EM-Teilnehmer des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV) sein. Der Friesensport liegt sozusagen in der Familie. Schon ihr Opa Heino war ein bekannter erfolgreicher Klootschießer. Antjes Vater Alfred setzte diese Tradition fort. Der Vater nahm damals die fünfjährige Antje mit zum Sportplatz, wo sie das Boßeln, das Schleuderballspiel und das Klootschießen lernte. Der Vater fordert und fördert sie weiterhin als Trainer, wobei ihr in den letzten beiden Jahren ein Leistungsschub im Klootschießen gelang.
Für die EM in Irland qualifizierte sie sich für den Standkampf (Klootschießen) als Nummer vier in der weiblichen Jugend. Dass dieser Reserveplatz wahrscheinlich nicht zum sportlichen Einsatz reicht, tut ihr nicht so weh. Antje: „Um den Reserveplatz waren die Entscheidungen recht eng. So bin ich froh, mit in Irland dabei zu sein.“ Im Herbst konnte sich die B-Jugendliche über den Verbandsmeistertitel im Klootschießen freuen. Seit dieser Zeit trainierte sie täglich im Hinblick auf die EM.
Manuel Runge (KBV Kreuzmoor): Die drei Brüder Runge, Christian, Stefan und Manuel aus Jade, bilden ein erfolgreiches Trio. Alle sind Deutsche Meister im Schleuderballweitwurf. Manuel ist mit 15 Jahren der Jüngste und kam über seine Brüder zum Friesensport. Jeden zweiten Tag steht seit Beginn der Saison das Training an. Selbstbewusst gibt sich der NWZ -Sportler des Jahres 2007: „Mit der Qualifikation habe ich gerechnet." Im Herbst holte er sich als B-Jugendlicher den FKV-Titel im Klootschießen. Für den EM-Standkampf (Klootschießen) qualifizierte er sich als Zweitbester.
Stefan Runge (KBV Kreuzmoor): Der mit 17 Jahren mittlere der Runge-Brüder ist sehr vielseitig. In allen drei EM-Disziplinen war Stefan am Start, wobei er mit der Eisenkugel nicht den richtigen „Drall“ traf. Zu Beginn der Saison gewann er den Titel FKV-Meister bei der A-Jugend im Klootschießen. In Irland ist er gleich in zwei Disziplinen am Start: Im Standkampf, als Dritter des FKV, musste er seinen jüngeren Bruder Manuel als Zweiten an sich vorbeiziehen lassen. Im Feldkampf mit der Hollandkugel gewann er im FKV die Qualifikation. Stefan Runge, der schon als Fünfjähriger zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Christian auf dem Sportplatz anzutreffen war, ist sehr ehrgeizig und legt die Messlatte für sich sehr hoch an: „Ich möchte in Irland jeweils unter die ersten Drei kommen.“
Christina Damken (KBV Reitland): Für Furore sorgte sie vor vier Jahren bei der EM in Westerstede, als sie bei der weiblichen Jugend Europameisterin im Standkampf (Kloot) und im Feldkampf (Hollandkugel) wurde. Inzwischen hat sich die Ausnahmekönnerin „umgestellt“ und den Standkampf weggelassen. In Irland ist sie beim Feldkampf und beim Straßenboßeln dabei. Im FKV gewann sie die Qualifikation mit der Hollandkugel.
Stress bereitet zurzeit die Abiturprüfung. So schließt sie sich nicht am Dienstag der Bustour mit den Teilnehmern an, da sie am Mittwoch noch eine Klausur schreibt, ehe sie sich dann per Flugzeug auf den Weg nach Irland macht. Wegen der Prüfungen konnte sie nicht so intensiv wie 2004 trainieren. Die NWZ -Sportlerin des Jahres 2007 geht die sportliche Herausforderung gewohnt gelassen an: „Ich lasse alles auf mich zukommen.“
Dirk Schomaker (BV Fedderwardersiel): Für den 32-jährigen ist es die vierte EM-Teilnahme mit der Klootkugel. 1992 war es als Ersatzwerfer in Irland mit dabei. 1996 konnte er sich nicht qualifizieren. Zahlreiche Verletzungen warfen ihn häufig zurück. So musste er nach der EM 2004 in Westerstede eine dreijährige Zwangspause einlegen. 2007 nahm er die Klootkugel wieder in die Hand. Für die Trainingswürfe zu Hause hat er sich etwas einfallen lassen: Vom Brett aus in acht Meter Distanz hat er ein großes Fischernetz gespannt, worin sich die Kugel nach dem Abwurf verfängt – ein Training der kurzen Wege. Schomaker: „Im Einzel wäre ich mit Platz zehn bis zwölf zufrieden. Mit der Mannschaft will ich natürlich Europameister werden.“
