Wesermarsch - Die fünf Verbände der International Bowlplaying Association (IBA) haben jetzt die Strecken der Europameisterschaft unter die Lupe genommen. Während des internationalen Treffens der Friesensportler beim Verband der Schleswig-Holsteinischen Boßler (VSHB) stellten die Gastgeber den Delegierten aus Irland (BC), den Niederlanden (NKB), Italien (ABIS) und des Friesischen Klootschießerverbands (FKV) die Wettkampfstätten vor.
Beim Streckenwerfen mit der Hollandkugel warfen die Aktiven während der Wettbewerbe im Zuge des Treffens schon mal auf der Europameisterschaftsstrecke in Kaltenhörn. Dabei stellten sie fest: Das Gelände ist außendeichs ziemlich breit. Die Naturgrasnarbe zur Wasserkante ist nur kurz gewachsen und fest. Kurzum: Die Strecke hinterließ einen hervorragend Eindruck bei den Aktiven.
In Meldorf im Kreis Dithmarschen wird wie bei der Europameisterschaft im Jahr 2000 das Stadion für den Standkampf der Klootschießer bereitstehen. Die Sportanlage ist komplett neu saniert worden. Der Anlauf befindet sich nicht auf der Tartanbahn, sondern auf der Rasenfläche. Die Strecke lässt Weiten bis an die 100-Meter-Marke zu.
Powerstrecke
Das Straßenboßeln mit der Eisenkugel wird auf der Landesstraße vom Ortsausgang Süderhastedt nach Großenrade durchgeführt. Es ist eine fünf Meter breite Powerstrecke. Der FKV Boßelwart Alwin Jurisch beschreibt sie wie folgt: „Auf den ersten 1200 Metern muss von links über den Finger zur Mitte herübergeworfen werden. Dann folgt eine lange Kurve, und es geht über den Daumen weiter.“
Die Strecke steigt leicht an. Bei der 2300-Meter-Marke gibt es eine Schikane vor dem Ortseingang bei Großenrade. Ob bis dort jemand wirft, bleibt mehr als fraglich. Der FKV-Boßelwart Jurisch meint: „Das ist eine interessante Strecke.“
Aber sie hat einen Haken. Die Boßler können wegen des Verkehrs nicht einfach mal eine Trainingseinheit einstreuen. An der Straße hinter dem Wall und einigen Sträuchern verläuft ein Fahrrad- und Fußgängerweg. Der Zugang auf die Straße ist von den Zuwegungen zu den Ländereien möglich.
Fest steht: Die Europameisterschaft wird eine EM der langen Wege werden. Kaltenhörn und Süderhastedt liegen 60 Kilometer voneinander entfernt. Die Sportlerinnen und Sportler müssen also auch logistische Meisterleistungen vollbringen.
Auftakt mit Feldkampf
Während der bisher letzten EM begannen die Wettbewerbe mit dem Straßenboßeln. Es folgte der Standkampf, den Abschluss bildete das Hollandkugelwerfen. Die Reihenfolge kann der Veranstalter selbst festlegen. 2020 wird mit dem Feldkampf begonnen. Am zweiten Tag geht es mit dem Standkampf weiter. Am letzten Tag der Wettkämpfe geht es auf die Straße.
Die fünf Verbände der IBA einigten sich unterdessen darauf, dass ein Wurf nicht wiederholt werden soll, falls eine Kugel außerhalb der Strecke angehalten wird. Wichtig: Ein Protest muss nach Wettkampfende innerhalb von zwei Stunden eingereicht werden.
